Design und Konstruktion
Die Hand von André Hoek ist an der Silhouette der Eagle 54 unverkennbar; Yachting World merkte an, dass ihre Linien vielleicht so viel Zeit widerspiegeln, die Hoek in jüngster Zeit mit der J-Class verbracht hat. Rumpf und Deck kommen als Semi-Custom-Plattform aus den Formen, und die Konstruktion besteht aus einem Schaumkern-Epoxid-Komposit, wobei auch Optionen mit Carbon-Rumpf und -Deck verfügbar sind. Ihr schlanker Rumpf ist auf dem Papier auffällig: Ein Längen-Breiten-Verhältnis von 5,1 macht sie zu einem sehr schmalen Boot, wobei die Breite des Spiegels nur 39 % der maximalen Breite und die Wasserlinienlänge 65,6 % der LOA beträgt. Sie gibt etwa 20 Fuß für Überhänge ab, und darunter befindet sich ein T-Kiel mit dünnem Profil und einem tiefen Flossenruder. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 193 und einer extrem niedrigen benetzten Fläche sollten der leichte Rumpf und die modernen Anhänge das Boot besonders feinfühlig am Ruder machen, insbesondere bei Krängung und Gleiten auf flachem Wasser. (1)
Rigg und Handhabung
Alles an Deck ist so angeordnet, dass das Boot einhand gesegelt werden kann. Fallen und Genuaschoten laufen unter Deck für ein extrem flaches Layout, und alle Bedienelemente liegen im Griffbereich des Steuermanns. Die Fockwinschen flankieren das Steuer, die beiden Fallwinschen direkt vorn doppeln als Gennaker-Schotwinschen, und die Fallenden sind ordentlich in den Cockpitsenkel gestaut. Eine eingebaute hydraulische Winsch unter Deck trimmt die Großschot per Knopfdruck, während die Fockfall, die Position der Fockkarre, der Baumfang und das Achterstag hydraulisch über ein Panel am Steuerstand bedient werden. Das Standardrigg ist mit einem Carbonmast und -baum ausgestattet, und das Vorstag ist fast einen Meter nach achtern vom Vorsteven gezogen, was jeglichen Bedarf an einem Bugspriet eliminiert. Laufendes Gut und die Baumniederholer-Leinen sind zum Steuerstand geführt und im Deck verborgen. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 30,39 und diesem Monster-Rigg schießt sie bei leichtem bis mittlerem Wind los und verspricht viel Freude auf dem Rad.
Unterbringung
Unter Deck wird die Eagle 54 entweder mit zwei oder vier Kojen in einer großen Eignerkabine plus zwei Wachkojen oder in einer anderen Aufteilung mit vier bis sechs Kojen und einer Eignerkabine im Bug angeboten. Eine Aufteilung platziert zwei Achterkoi-Kabinen achtern und die Nasszelle vorn, wobei die Pantry entlang der Backbordseite im Vorschiff verläuft; die Alternative verlegt die Nasszelle nach achtern, streicht die Achterkojen und lässt nur eine Doppelkoje auf der Mittellinie im Vorschiff, während die Pantry achtern platziert werden kann. Der Salon ist geräumig mit zwei jeweils zwei Meter langen Sofas um einen Mahagonitisch herum, und eine separate Nasszelle mit Dusche und Toilette vervollständigt die Ausstattung. Der Standard-Innenausbau besteht aus hellweißen Paneelen mit Mahagoni-Furnier, obwohl ein vollständiger Mahagoni-Innenausbau in matten oder hochglänzenden Oberflächen erhältlich ist. An Deck nimmt das riesige, lange und tiefe Cockpit einen erheblichen Teil des Raumes ein, ausgestattet mit einem luxuriösen Mahagonitisch und einem selbstlenzenden Bodenbelag aus Permateek; der Kajütaufbau trägt lange Fenster. Sie ist für ein Paar oder eine kleine Familie konzipiert, die wahrscheinlich eher Tagestouren als Langfahrten macht, bietet jedoch genügend Platz unter Deck für längere Aufenthalte.
Individualisierung und Eignerschaft
Als Semi-Custom-Boot ist die Eagle 54 voller personalisierter Features und kann von jedem Eigner vom Innenraumambiente bis zur Ausrüstung individuell gestaltet werden. Ein neues Exemplar kann mit einem elektrisch betriebenen Carbon-Bugfok-Rollantrieb, North Sails 3Di Endurance-Segeln und einer Edelstahl-Gardine bestellt werden. Die Werft montiert Permateek-Decks auf Deck und Luken, und die CE-Kategorie B-Zertifizierung ordnet sie in die Klasse für Küsten- und Offshore-Einsätze ein. Der Volvo D2-50 Saildrive mit 50 PS sorgt für den Vortrieb bei 150 Litern Dieselkapazität sowie 185 Litern Frischwasser- und 100 Litern Schmutzwasserkapazität.
Das Fazit
Die Eagle 54 ist eine gelungene Synthese aus klassischem Hoek-Styling und hochmodernen Systemen für kleine Crews. Sie ist ein schmaler, leichter Rumpf mit geringer benetzter Fläche, der sich selbst am Ruder lebhaft steuern lässt, kombiniert mit einem anpassbaren Innenraum, der eher auf Tagestouren ausgelegt ist, aber auch längere Aufenthalte an Bord ermöglicht.
Vorteile
- Einhandsegeln am Steuer durch verdeckte Deckslast und hydraulische Bedienung
- Schlanke Rumpfkonstruktion mit neun Tonnen Verdrängung, modernem T-Kiel und Flossenruder für agile Leistung
- Semi-individuelle Innenausstattung und Decksverzierungen nach den Wünschen des Eigners
- Geräumiges, tiefes Cockpit mit selbstlenzendem Permateek-Boden
Nachteile
- Sehr geringe Breite und lange Überhänge begrenzen das Innenraumvolumen im Vergleich zu breiteren Konkurrenzmodellen
- Der große Tiefgang von 9'2" (flachere Version mit 7'3" verfügbar) schränkt flache Ankerplätze ein
- Die langen Fenster des Kajütaufbaus passen nicht jedem traditionellen Geschmack






