Design und Konstruktion
Cantiere del Pardo baute die 54 um einen massiven GFK-Rumpf und -Deck herum, mit einem Teakdeck, das die Werft aufgeräumt hielt, indem alle Steuerleinen durch Deckslaufschächte in die Plicht geführt wurden. Jede Decksluke ist bündig, und die Seitendecks sind breit genug, um sich sicher nach vorn bewegen zu können – auch wenn der Handlauf auf dem Kajütaufbau, der diesen Übergang erleichtern soll, zu kurz ist, um wirklich von Nutzen zu sein. Der tiefe, torpedoförmige Bulbkiel und das gut dimensionierte Spatenruder verleihen ihr den Halt, den eine Performance-Fahrtenyacht benötigt, und die doppelte Radsteuerung bietet hervorragende Sichtlinien beim Trimmen oder Manövrieren. Mit einem Standardtiefgang von 8 Fuß 9 Zoll (mit Optionen von 8 Fuß und 10 Fuß 2 Zoll) ist sie keine Flachwasser-Küstenkreuzerin, sondern ein fest im Wasser stehendes Seeschiff. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist als 7/8-Slup ausgelegt, der bei 100 Prozent Segelfläche 149 Quadratmeter Segelfläche bietet, ergänzt durch ein leistungsstarkes Rollgroßsegel mit Volllatten im Baum, ein 103-prozentiges Gennaker-Großsegel und eine Genua. Die doppelte Großschot kann per Knopfdruck vom Sitz am Süll gefahren werden – ein Detail, das die Crew aufrecht und entspannt hält. Der Testsegler berichtete in Cruising World, dass die Bootsgeschwindigkeit am Wind im Bereich von 7 bis 8 Knoten lag und vor dem Wind bei etwa 8,5 Knoten lag; der leicht zu segelnde Rumpf schnitt dabei eine leise Heckwelle – eine Bestätigung des Leistungsauftrags und nicht nur Marketing. Der 110 PS starke Yanmar erwies sich im Cruising World-Test unter Motor als ausreichend schnell und leise. (1)
Unterbringung
Unter Deck sorgt lackierter Holzinnenausbau kombiniert mit einem hellen Deckenverkleidung für ein helles, modernes Ambiente im Salon, durch das natürliches Licht durch die langen, festen Bullaugen im Kajütaufbau fällt. Eine U-förmige Sitzecke bietet reichlich Platz beim Abendessen, und die große, gut nutzbare Pantry – ausgestattet mit einem kardanisch aufgehängten dreiflammigen Herd mit Backofen, tiefen Edelstahlspülen sowie großzügiger Arbeits- und Stauraumfläche – ist für echtes Kochen gebaut. Die vordere Eignerkabine funktioniert hervorragend und bietet eine große, nach achtern gerichtete Doppelkoje sowie eine große, gut ausgestattete Nasszelle mit einer begehbaren Dusche, die sich wie eine verkleinerte Haushaltsbadewanne anfühlt. Die beiden Gästekabinen achtern verfügen jeweils über eine gut dimensionierte Doppelkoje, ausreichend Stauraum und eine kleine, angrenzende Nasszelle, die auch als Tagestoilette dient. Der einzige interne Kompromiss ist der Navigationstisch: Er ist schräg nach achtern ausgerichtet und nicht nach vorn, der Sitz hat keinen Rückenlehnen und die gesamte Einheit ist etwas klein dimensioniert, obwohl eine größere, nach vorn gerichtete Version optional angeboten wurde.
Bekannte Schwachstellen
Bei den damaligen Tests zeigten sich einige ergonomische Mängel. Die Handreling im Vorschiff ist zu kurz, um sich sicher festzuhalten. Die Rückenlehnen der Cockpitsitze sind etwas zu kurz für die nötige Stütze beim Langstreckensegeln. Die Niedergangsstufen in den Salon sind steil – nicht gefährlich, aber spürbar. Keiner dieser Punkte stellt eine strukturelle Gefahr dar, beeinträchtigt jedoch den Komfort auf Langfahrt.
Das Fazit
Die Grand Soleil 54 ist eine echte Performance-Fahrtenyacht aus der Zusammenarbeit von Brenta-Cantiere del Pardo: schnell am Wind und vor dem Wind, leise gesegelt und mit italienischer Zurückhaltung unter Deck wie an Deck gestylt. Sie belohnt Eigner, die Geschwindigkeit und Verarbeitungsqualität über maximale Tankkapazitäten oder einen nach vorn gerichteten Navigationssitz stellen, und ihr Drei-Kabinen-Layout bietet eine solide Plattform für ausgedehnte Törns.
Vorteile
- Leicht zu segelnder Rumpf mit beobachteten Geschwindigkeiten von 7–8,5 Knoten unter Segeln
- Rollgroßsegel mit Baumfurlung und druckgesteuertem Endlos-Mainschottrimmer
- Helliger, geräumiger Drei-Kabinen-Innenraum mit großer Pantry und begehbarem Eignerschaumbad
- Leiser, schneller 110-PS-Yanmar unter Motor
Nachteile
- Zu kurze Handreling auf dem Kajütdach im Vorschiff
- Kurze Sitzflächen in der Plicht für mangelnden Komfort auf Langstrecke
- Steile Niedergangsstufen
- Quer angeordneter, rückseitiger, kleiner Standard-Navigationsplatz




