Dufour Classic 30 — Informationen, Bewertung, technische Daten

J & J Design·1998 – 2003·~479 hulls·Dufour Yachts
Dufour Classic 30 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
30' · 9.14 m
Verdr.
6.834 lbs · 3.100 kg
Erstes Baujahr
1998

Die Dufour 30 Classic ist eine kompakte, moderne Fahrtenyacht aus der „Classic“Linie von Dufour, die Ende der 1990er Jahre von J&J Design als attraktive, leicht zu handhabende 30FußPlattform mit respektablen Segeleigenschaften konzipiert wurde. Gebaut von Dufour in Frankreich, war sie als komfortables Boot für Wochenendtörns gedacht, das sich aber auch für küstennahe Törns im Clubbereich eignete. Sie erwies sich als besonders beliebt bei Segelanfängern, oft in jungen Familien.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
30 ft
Länge an Deck
29,42 ft
Länge in der Wasserlinie
26,33 ft
Breite
9,67 ft
Tiefgang
3,75 ft
Maximale Stehhöhe
5,58 ft
Durchfahrtshöhe
41 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
2.346 lbs (Eisen)
Verdrängung
6.834 lbs
Wasserkapazität
45 gal
Kraftstoffkapazität
21 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
33 ft
Unterliek Großsegel
12,3 ft
Vorsegeldreieck Höhe
36,5 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,58 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
38,29 ft
Segelfläche
414 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
18,39
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
34,33
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
167,14
Komfort-Ratio
18,75
Kenterungsverhältnis
2,04
Rumpfgeschwindigkeit
6,88 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf folgt der zeitgenössischen Fahrtenyacht-Architektur der späten 1990er Jahre mit einer moderaten Breite, die sich weit nach achtern erstreckt, einem Flossenkiel und einem Spatenruder, das für eine schnelle Reaktion am Ruder sorgt. Die Dufour Classic 30 hat einen recht steilen Vorsteven, eine ausgeprägte Heckkante, einen eleganten Deckssprung und ein niedriges, schlankes Kajütdach. Ein breites und flaches Unterwasserschiff mit einem scharfen Knick im Kimm verleiht ihr zudem reichlich Formstabilität. Ihr gusseiserner Bulbkiel und das tiefe, ausbalancierte Spatenruder bieten eine gute Kursstabilität und hervorragenden Halt auf dem Wasser. Ein Flachkiel war optional, ebenso wie ein Hubkiel und ein Doppelruder. (1)

Konstruktiv wurde sie im Vakuumsackverfahren solide gebaut, um Leichtigkeit und Konsistenz bei der Formgebung zu gewährleisten. Der Rumpf besteht aus massivem GFK, während die Decks mit Balsaholzkern gefertigt sind und sowohl an den Spanten als auch laminiert mit dem Rumpf verbunden sind. Die Bauweise ist bei vielen Exemplaren GFK mit einem Deck mit Balsaholzkern; die Decks sind praktisch für das Fahrtensegeln aufgeteilt: breite Seitendecks für sicheren Bewegungsspielraum, gut positionierte Relingstützen und Seereling sowie eine Plicht, die Schutz mit Sicht und Geselligkeit ausgleicht.

Rigg und Handhabung

Das Rigg ist ein unkomplizierter Masttoppslup mit einem großzügigen Segelplan, bestehend aus Großsegel und Rollgenua. Die Dufour Classic 30 verfügt über einen an Deck stehenden Z-Spar-Mast mit einzelnen Unterwanten, die auf der Fußreling gefahren sind, was eine breite Wantenbasis schafft. Die Schotführungen für das Vorsegel liegen auf dem Kajütdach, was einen engen Schotwinkel für die Genua ermöglicht und zu einer guten Leistung am Wind führt. Die Einpunkt-Großschot liegt gut erreichbar für den Steuermann. Obwohl die Winschen der Genuaschoten auf dem Kajütdach montiert sind und beim Einhandsegeln etwas Kraftaufwand erfordern, lässt sich dies ohne loslassen des Paddels bewältigen. Die Pinne bietet eine gute Rückmeldung und mehr Platz in der Plicht.

Auf dem Wasser ist die Dufour 30 Classic gut ausgewogen und agil, beschleunigt schnell am Wind und läuft hervorragend Höhe am Wind. In einem Artikel von Yachting Monthly wurde festgestellt, dass das Boot sich wie eine große Jolle verhält – leicht, aber sofort feinfühlig am Ruder, schnell nach einer Wende beschleunigend und flott sowohl am Wind als auch vor dem Wind. Eine tiefere Flossenkiel-Option verbessert die Leistung am Wind und reduziert die Abdrift, während die Flachkiel-Version etwas an Höhe gegen den Wind einbüßt, um in flachere Häfen einfahren zu können. Im Vergleich zur Beneteau Oceanis 311 bietet die Dufour ein direkteres Rudergefühl und fühlt sich oft anspruchsvoller an, wenn sie hart gesegelt wird. Gegenüber der Jeanneau Sun Odyssey 29.2 liegen ihre Vorteile im besseren Kreuzen und einem steiferen Segelverhalten. (2)

Unterbringung

Unter Deck entschieden sich die Konstrukteure für ein geräumiges, offenes Layout, das das Boot größer wirken lässt, obwohl es den Stauraum in den Backskisten drastisch verringert. Der Salon liegt weit im Vorschiff, sodass achtern Platz für einen nach vorn gerichteten Kartentisch und eine ordentliche Pantry bleibt; lange, gerade Sofakojen bieten Sitz- und Schlafplätze, und ein langer, zweiflügeliger Tisch bietet Platz für sechs Personen. Die Möbel basieren auf einer einlaminierten Innenschale, aber edles Mahagoni-Furnier sorgt dafür, dass sie weniger klobig wirkt. Typisch sind zwei Kabinen – eine Vorpiek und eine Achterkabine oder ein weiterer offener Salon je nach Variante – mit einer U-förmigen Pantry, einem funktionalen Navigationsbereich und einem Essbereich, der sich zu Kojen umbauen lässt. Die Stehhöhe, der Stauraum und die Tankkapazitäten sind großzügig für ein 30-Fuß-Boot dieses Alters.

In den frühen Versionen wird der Vorschiffbereich vollständig von der V-Koje eingenommen, die nur durch einen Vorhang abgetrennt ist; später machten ein Füllmaterial und ein festes Schott mit Tür den Bereich privater. Die Achterkabine ist überraschend geräumig mit einer langen Koje, obwohl ein einzelnes öffnendes Bullauge die einzige Licht- und Luftquelle darstellt. Die Pantry verfügt über einen vollwertigen Herd, eine Kühlbox und ausreichend Stauraum, und die Nasszelle weiter achtern ist geräumig und bietet guten Stauraum. Die Stehhöhe beträgt im gesamten Stehbereich 1,75 m, mit Ausnahme der Nasszellen und der Achterkabine.

Bekannte Schwachstellen

Da bei vielen Bauten Decks mit Balsaholzkern verwendet wurden, ist das häufigste Problem bei Gutachten Wassereinbruch an Decksbeschlägen, Luken oder Relingstützen, die nicht ordnungsgemäß abgedichtet wurden. Eigner berichten zudem über typische altersbedingte Mängel: gealtertes stehendes Gut, Motorenachrüstungen auf neuere Volvo MD- oder Yanmar-Diesel sowie leichte Korrosion oder Haarrisse im Gelcoat, die bei intensiv genutzten Booten aus dem Mittelmeer oder Atlantik häufig auftreten. Der Saildrive-Proppeller liegt weit vom Ruder entfernt, was die Reaktion auf den Propellerstrahl bei geringer Geschwindigkeit beeinträchtigt.

Refits und Eignerschaft

Zu empfehlenden regelmäßigen Upgrades gehören ein sorgfältiges Decksgutachten und die Reparatur von weichen Stellen, der Austausch alter Püttinge und Gegenplatten bei Bedarf sowie eine moderne Navigationselektronik. Der Zugang zum Motor für Wartungsarbeiten ist hervorragend, da die Niedergangsstufen und der Niedergangskasten vollständig demontierbar sind, und die weit verbreiteten Saildrives sowie herkömmlichen Durchführungen vereinfachen den Service in den meisten Bootswerften. Das Boot wird nicht mehr produziert und wird ausschließlich auf dem Gebrauchtbootmarkt verkauft.

Das Fazit

Die Dufour 30 Classic bietet ein lebendiges, gut ausgewogenes Segelerlebnis in einem kompakten Rumpf, der dennoch mit vernünftigen Wohnmöglichkeiten für Törns ausgestattet ist. Sie belohnt sorgfältige Trimm-Einstellungen mit überraschender Geschwindigkeit und fühlt sich anspruchsvoller an als einige vergleichbare Konstruktionen anderer Hersteller. Dennoch tauscht das offene Innenraumkonzept Stauraum gegen Volumen ein, und das Balsaholzdeck erfordert bei der Besichtigung besondere Aufmerksamkeit.

Vorteile

  • Direktes, feinfühliges Rudergefühl mit guter Leistung am Wind
  • Großzügige Stehhöhe, Tankkapazitäten und viel Wohnraum für ein 30-Fuß-Boot
  • Hervorragender Motorzugang und unkomplizierte Wartung im Hafen

Nachteile

  • Deck mit Balsakern neigt bei Beschlägen zu Wassereinbruch
  • Die offene Aufteilung verringert den Stauraum in den Backskisten
  • Der Saildrive liegt weit außerhalb der Ruderwirkung, was die Steuerung im Schubstrahl bei niedrigen Geschwindigkeiten erschwert

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