Design und Konstruktion
Felcis Rumpf trägt eine Breite von 10 Fuß 10 Zoll fast bis zum Heck – eine Breite, die die Presse jener Zeit als atemberaubend für ein Boot unter 9,4 Metern beschrieb. Die 310 hat eine Wasserlinienlänge von 28 Fuß 7 Zoll und verfügt über einen massiven GFK-Rumpf und -Deck, was im Einklang mit der Bauweise von Dufour für Boote unter 50 Fuß steht. Die Verdrängung beträgt 10.890 Pfund bei 2.866 Pfund Eisenballast, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 26,3 Prozent entspricht. Zusammen mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,6 ordnet sich das Boot fest im Bereich des komfortablen Fahrtenseglers ein und nicht im Regattabereich. Der Salon geht über eine flache, dreistufige Treppe ab, und die Kabine wird durch nichts Geringeres als sieben separate Öffnungen im Kajütaufbau und am Freibord belichtet. Eine Stehhöhe von mindestens 1,80 Metern wird im gesamten Innenraum gewährleistet.
Rigg und Handhabung
Die 310 ist als 7/8-Slup getakelt und trägt am Wind etwa 50 Quadratmeter Segelfläche. Zur Standardausrüstung gehört eine Selbstwendefock, und ein optionales einfaches Großschot-Geschirr macht das Segeln mit kleiner Crew nahezu mühelos. In der Fachzeitschrift Yachting Monthly stellten Tester fest, dass die Doppelruder gut sitzen und die Selbstwendefock das Ankersegeln zu einem Kinderspiel machen. Alle Fallen, Schoten und Trimmleinen laufen zu Winschen und Klampen in der Plicht, was das Einhandsegeln erleichtert. Zwei Steuerräder und zwei Ruderblätter halten beide Blätter im Wasser und sorgen für ein federleichtes Rudergefühl. Der Kompromiss ist, dass die Großschot zu einer Winsch auf dem Kajütdach geführt wird, die weit vom Steuer entfernt liegt, wodurch die primäre Trimmkontrolle außerhalb unmittelbarer Reichweite des Skippers liegt. (2)
Unterbringung
Unter Deck flankieren zwei Sofakojen einen großen klappbaren Tisch und können zu Seekojen umgebaut werden. An Backbord befindet sich eine kleine, L-förmige Pantry mit einem zweiflammigen Herd sowie ein vollständiger Kartentisch mit klappbarem Deckel und Instrumentenpult. Die Nasszelle ist komplett ausgestattet mit Dusche, Wasserhahn und manuellem WC, ebenfalls an Backbord. Ein multifunktionales Schott zur Vorschiffskabine lässt sich dreifach aufklappen, um den Raum zu öffnen, oder schließt als Standardtür. Die Koje in der Vorschiffskabine ist zwei Meter lang und misst am Kopfende etwas über 1,70 Meter Breite; mit Füllungen lässt sie sich für Eigner unter etwa 1,55 m Körpergröße auf 1,94 Meter verlängern, während die Achterkabine für zwei Erwachsene zu eng ist. Das Cockpit wird von einem großen Stauraum an Steuerbord und einem soliden Cockpittisch versorgt. Das Boot wurde in den Versionen Day Sail, Liberty und Adventure angeboten.
Bekannte Schwachstellen
Der praktische Zugang zum Motor ist die bekannte Schwachstelle des Bootes. Rezensenten der Zeitschrift Yachting Monthly fanden die Wartungspunkte nahezu unzugänglich: Die Kraftstoffpumpe lässt sich nur bedienen, wenn man zuerst die Belüftungsrohre im Motorraum demontiert; Kraftstoff- und Ölfilter sind praktisch unerreichbar, der Ölstandswischer ist unbequem und die Ölkappe ist durch den Anker blockiert. Ein Käufer sollte bei auch nur routinemäßigen Diesel-Wartungen mit Geduld oder einer Werftrechnung rechnen. (2)
Das Fazit
Die Dufour 310 Grand Large ist eine volumenoptimierte Fahrtenyacht für Küsten- und Flachwasserreviere, die die präzise Kontrolle des Großsegels am Ruder und die überschaubare Wartung des Motors gegen außergewöhnlich viel Licht im Innenraum, eine breite und gesellige Plicht sowie ein wirklich einfaches Segeln mit kleiner Crew eintauscht. Für ein Paar oder eine kleine Familie, denen die Wohnlichkeit bei einer trailerbaren Länge wichtig ist, bietet sie das Gefühl eines großen Bootes; für den selbstständigen Heimwerker wird der Motorraum jedoch schnell zur Frustquelle.
Vorteile
- Doppelruder und -räder sorgen für ein leichtes, sicheres Gefühl am Ruder
- Selbstwendefock und das Layout mit allen Leinen im Cockpit ermöglichen das Einhandsegeln
- Sieben Öffnungen und eine Stehhöhe von über 1,80 m schaffen eine luftige, geräumige Kabine
- CE-Zertifizierung der Kategorie B und eine Segelfläche von 541 qm eignen sich für hochseetaugliche Fahrten
Nachteile
- Die Großschotwinsch ist weit vom Steuerstand entfernt, was die Kontrolle über den Trimm einschränkt
- Die Wartungspunkte des Motors sind durch Belüftungsrohre stark behindert
- Achterkabine ist für zwei Erwachsene zu klein





