Design und Konstruktion
Maas' 999 basiert auf einem massiven GFK-Rumpf, der mit Vinylesterharz laminiert wurde – eine Methode, die die Werft als einzigartig im Yachtbau beschrieb, da sie zu einer extrem dichten Struktur führt, die zur höheren Rumpfstärke beiträgt. Die YACHT-Klasseprüfung bestätigt das Handauflegen und den Spritzverfahrensprozess, teilweise mit Sandwichkern und Vinylester, und bewertet das Boot als sehr solide gebaut. Die Deck-Rumpf-Verbindung ist so konstruiert, dass sie an der größten Breite eine funktionale Schabracke bildet, und die Kiel-Aufhängung ist so ausgelegt, dass sie eine optimale Kraftübertragung in den Rumpf garantiert. Im Vergleich zu ihren Konkurrenten ist sie schwer – ein Kompromiss, der den soliden Charakter für das Fahrtensegeln unterstreicht, der von zeitgenössischen Rezensenten hervorgehoben wurde. (1)
Rigg und Handhabung
Alle Fallen und Schoten laufen ins Cockpit, sodass eine kleine Crew das Boot bedienen kann, ohne die Ruderpinne oder das Steuerrad zu verlassen. Das Mittelcockpit und das gutmütige Verhalten sammeln viele Pluspunkte an Deck, und die Werftnotizen loben die sanften, einfachen Manöver selbst mit kleiner Crew. Diese Gutmütigkeit hat jedoch ihre Grenzen: Tester von YACHT fanden die Trimmvorrichtungen sehr unpräzise, und das Rigg bietet kaum Trimmmöglichkeiten. Bei etwa 12 Knoten Wind kam der fast zehn Meter lange Rumpf einfach nicht in Fahrt; er erreichte am Wind knapp fünf Knoten bei einer schwergängigen Ruderpinne. Dennoch war der Lieferzustandstest desselben Magazins aus dem Jahr 1991 von der Leistung bei etwa doppelt so viel Wind beeindruckt. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die 999 überraschend geräumig und für ihre Länge luxuriös ausgestattet, wobei YACHT den Raumnutzung dennoch als etwas dunkel bezeichnet. Der Salon schließt sich um eine komfortable Sofalandschaft an den Wänden, wobei Tester die Sitztiefe auf der Backbordseite als zu kurz empfanden. Ein geräumiger Kartentisch mit einem Drehstuhl – ein weiteres Markenzeichen von Compromis – befindet sich gegenüber der Pantry, die über moderne Annehmlichkeiten verfügt. Die Vorschiffskoje ist riesig mit Maßen von 2,54 mal 1,80 Metern, reicht bei vollständiger Ausklappung jedoch direkt bis zur Salontür. Achtern führt ein Gang auf der Steuerbordseite vorbei an der Pantry zu einer Koje mit Maßen von 2,15 mal 1,40 Metern, zwischen den Füßen befindet sich ein Cockersitz, und die Stehhöhe nimmt nach achtern abrupt ab; das Nasszellen-Layout ist in Ordnung, bietet jedoch keine Dusche. Mit fünf Kojen ist die Yacht als solide Fahrtenyacht für zwei Personen konzipiert, obwohl sie für eine sechsköpfige Crew ausgelegt ist.
Bekannte Schwachstellen
Die Mängel konzentrieren sich eher auf die Ergonomie als auf die Struktur. Die unpräzise Steuerung und der minimale Trimm sind inhärent dem Design, und der Cockpitsitz (Coker) der Achterkoje mit seinem plötzlichen Verlust an Stehhöhe schränkt die Wohnlichkeit für ein zweites Paar ein. Die Einmündung der Vorschiffskoje in den Eingangsbereich des Salons ist ein räumlicher Kompromiss der kurzen Mittelcockpit-Layouts. Die hohe Verdrängung bremst das Boot bei leichtem Wind aus.
Das Fazit
Die Compromis 999 ist eine robust gebaute, am Wind sehr gute Mittelcockpit-Fahrtenyacht, die sich in Bezug auf Wohnkomfort und seetüchtiges Verhalten über ihre neuneinhalb Meter Größe hinwegsetzt. Sie verlangt jedoch nach Wind und verzeiht kaum Fehlbedienungen beim Trimmen. Sie eignet sich für ein Paar oder eine kleine Familie, die solide niederländische Bauweise und ein geschütztes Steuerhorn über Regatta-Eleganz stellen.
Vorteile
- Feststoffrumpf aus Vinylester mit dichtem, starkem Laminat und Klassiker-Rubberdeck-Verbindung
- Mittelcockpit-Layout mit allen Leinen am Steuer und einfacher Manövrierbarkeit mit kleiner Crew
- Geräumiger, gut ausgestatteter Innenraum mit charakteristischem Navigationsstuhl und großer Vorschiffskoje
- Hoher Ballastanteil und solide Bauweise für Komfort auf offenen Gewässern
Nachteile
- Ungenauige Trimmkontrollen und fast kein Trimmbereich
- Träge und schwergängige Ruderung bei leichtem Wind nahe 12 Knoten
- Achterkoje beeinträchtigt durch den Cockpit-Coker und reduzierte Stehhöhe; keine Dusche im Nassbereich
- Im Vergleich zur Klasse schwer, was die Leichtwindleistung einschränkt






