Design und Konstruktion
Anderssons Entwurf kombiniert eine Wasserlinienlänge von 22,97 Fuß mit einer Länge über alles von 31,69 Fuß und einer Breite von 10,14 Fuß, was zu einem Verhältnis von Länge zu Breite von 3,13 führt, das eher bescheiden als sportlich ist. Die Verdrängung des Bootes beträgt 7.937 Pfund, der Bleiballast 3.086 Pfund, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39 Prozent führt. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 293 ordnet sie fest in die Kategorie der schweren Fahrtenyachten ein, wie es Rezensenten bezeichnen. Diese Masse ist in einen massiven GFK-Rumpf ohne Kern konzentriert, und selbst der Kiel besteht aus Blei – eine langlebige Konstruktion mit tiefem Schwerpunkt. Bemerkenswert ist, dass die Compis 97 auch als von Zulieferern fertiggestellter Bausatz angeboten wurde, sodass sich die Qualität des fertigen Bootes von Rumpf zu Rumpf unterscheiden kann – ein Punkt, den man im Vergleich zum sonst standardmäßigen Werftbau abwägen sollte. (1)
Rigg und Segelplan
Die Compis 97 ist als 7/8-Slup getakelt, und ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 16,1 im ISO-Referenzsegel und steigt auf 18,8 mit einer 135-prozentigen Genua. Im Vergleich dazu trägt sie mehr Rigg als 73 Prozent ähnlicher Segelboote, was die Rezension als leicht übertakelt interpretiert. Die Abmessungen des stehenden und laufenden Guts sind für die Größe großzügig bemessen: Die Fallen haben eine Länge von 28,8 Metern mit einem Durchmesser von 10 mm, die Schoten für Fock, Genua und Großschot reichen von 9,7 bis 24,1 Metern mit 12 mm, und das Cunningham, der Unterliekstraffer und der Unterliekspanner sind jeweils 10-mm-Leinen mit einer Länge von ca. 3,5 bis 7 Metern. Diese Abmessungen deuten auf ein Rigg hin, das eher auf einfache Handhabung als auf Minimalismus ausgelegt ist.
Leistungsprofil
Auf dem Wasser liegt die berechnete Höchstgeschwindigkeit der Compis 97 bei etwa 4,6 Knoten, während die theoretische Verdrängungs-Rumpf-Geschwindigkeit für ihre Länge bei 6,4 Knoten liegt. Ihr Komfort-Ratio beträgt 21,8 und ihr Kenterungsverhältnis liegt bei 2,03 – ein Wert, der ihr laut den Testberichten den Zugang zu Hochseeregatten versperren würde. Das Immersion-Ratio von etwa 811 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie schwer auf dem Wasser sitzt und unter Last nur langsam ihren Trimm verändert, was ihrer Einstufung als schwere Fahrtenyacht entspricht. Ein Tiefgang von 5,41 bis 5,71 Fuß, der vom Segelgewicht abhängt, schließt nur die flachsten Marinas aus. (1)
Unterbringung
Die Stehhöhe in der Compis 97 liegt im Durchschnitt der Klasse, was zusammen mit der Breite von 10 Fuß auf ein nutzbares Innenraumvolumen ohne übertriebene Prunkausstattung schließen lässt. Die Regattaakte gibt keine Details zur Anzahl der Kojen oder zur genauen Aufteilung an, sodass das Interieur von Boot zu Boot geprüft werden muss – umso mehr angesichts der häufigen Selbstbauten.
Das Fazit
Die Compis 97 ist eine einfach gebaute, ballaststabile schwedische Fahrtenyacht. Ihre Werte für eine schwere Fahrtenyacht und ihr Blei-Flossenkiel eignen sich eher für Schutzgewässer und Küstenfahrten als für Hochseeregatten. Das 7/8-Rigg ist robust und gut dimensioniert, und der geringe Tiefgang erleichtert den Hafen-Zugang. Aufgrund der Bausweise als Bausatz sollte jeder einzelne Exemplar als Unikat betrachtet werden.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Blei-Flossenkiel für hohe Langlebigkeit
- Schwerer Fahrtenyacht-Verdrängungswert und 39 % Ballast-Verdrängungs-Verhältnis für hohe Stabilität
- Leicht überdimensionierte 7/8-Slup mit großzügigen Riggmaßen
- Tiefgang unter 1,74 m ermöglicht den Zutritt zu breiten Marinas
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,03 schließt den Einsatz im Hochseeregattasport aus
- Selbstbausätze bedeuten eine variable Bauqualität
- Die berechnete Höchstgeschwindigkeit von 4,6 Knoten begrenzt sportliche Passagen







