Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus handaufgelegtem GFK gefertigt, wobei das Deck allein als Sandwichkonstruktion ausgeführt ist, die für ein angenehmes Kabinenklima sorgen soll. Der Kiel ist aus Blei, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 45 Prozent bei einer Verdrängung von 7.275 Pfund, wovon 3.197 Pfund tief im Flossenkiel verbaut sind. Ein Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,78 bei einer Länge über alles (LOA) von 32,35 Fuß und einer Breite von 8,56 Fuß verleiht ihr einen eher schmalen, leicht anspringenden Rumpf; das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 121 ordnet sie zu den leichten Regattayachten ein, und ihre benetzte Fläche von rund 301 Quadratfuß hält den Widerstand für ein Boot dieser Länge moderat. Das Kenterungsverhältnis von 1,76 und eine Komfort-Ratio von 19,7 bis 21,2 beschreiben ein steifes, im Küstenbereich gutmütiges Seeverhalten und nicht die Bewegungen eines schwerfälligen Langstrecken-Ozeankreuzers. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg ist das markanteste numerische Merkmal des Bootes: Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 17,7 unter dem ISO-Referenzsegel und bei 20,8 mit einer 135-prozentigen Genua. Sie trägt mehr Segelfläche als 82 Prozent vergleichbarer Segelboote – was bedeutet, dass sie für ihr Gewicht deutlich übertakelt ist. Diese Überdimensionierung gepaart mit einer theoretischen Verdrängerrumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten und einer relativen Geschwindigkeitsleistung von 79 erklärt die lebendige Gangart für ein 32-Fuß-Boot. Unter dem Yanmar-Diesel und Saildrive erreicht sie 6,0 Knoten Motorleistung. Die Maße der Leinen sind für diese Größe großzügig bemessen – 30,1 Meter lange, 10-mm-Stagen für Großsegel, Genua und Spinnaker; durchgehend 12-mm-Schoten – sodass das Rigg für den kraftvollen Segelplan gebaut ist, ohne dass häufige Upgrades erforderlich wären.
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum im Mahagoni-Finish ausgeführt und mit einer Nasszelle ausgestattet. Einige Boote zeigen vom Eigner fertiggestellte Holzarbeiten und Systeme anstelle von Werftstandardarbeiten – eine Folge der vertriebenen Bausätze für den Selbstbau.
Bekannte Schwachstellen
Der wichtigste Hinweis ist, dass die Scan-Kap 99 auch als Bausatz für den Selbstbau verkauft wurde. Dies bedeutet, dass sich die Qualität der einzelnen Boote stark unterscheiden kann. Ein Käufer darf nicht von einheitlichen Werftstandards in der gesamten Flotte ausgehen. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner, die einen selbstgebauten Rumpf übernehmen, sollten ein Budget für ein Systemgutachten einplanen, das sich deutlich von dem einer Serienyacht unterscheidet. Die Saildrive-Übertragung und der 8-Gallonen-Dieseltank deuten auf moderate Leistungsansprüche des Motors hin; auch die Wasserkapazität von 13 Gallonen kennzeichnet sie als Boot für Wochenendtörns und nicht für das dauerhafte Wohnen an Bord auf Langstrecke.
Das Fazit
Die Scan-Kap 99 ist eine leichte, extrem gut aufriggte dänische 7/8-Slup mit schnellen Fahrtigkeiten und einem einfachen, mit Mahagoni ausgekleideten Innenraum. Ihr Sandwichdeck und das handaufgelegte Glas sind unkompliziert, aber die Geschichte der Selbstbauten erfordert eine sorgfältige Einzelinspektion.
Vorteile
- Erheblich übertakelt für ihr Gewicht, mit mehr Segelfläche als 82 Prozent ähnlicher Boote
- Leichter Rumpf (Verdrängung 121) mit moderater benetzter Fläche für leichten Seegang und gute Fahrt
- Bleiflossenkiel und ein Ballastanteil von 45 Prozent sorgen für hohe Steifigkeit
- Handaufgelegter GFK-Rumpf und Sandwichdeck
Nachteile
- Selbstgebauter Kits bedeutet, dass sich die Qualität von Rumpf zu Rumpf unterscheidet
- Geringe Kraftstoff- und Wassertankkapazitäten begrenzen die Reichweite mit Hilfsmotor und den Wohnkomfort an Bord
- Einfache Innenausstattung abseits von Mahagoni und einer Nasszelle







