Design und Konstruktion
Die 850 ist mit einem Flossenkiel und einem massiven GFK-Rumpf ausgestattet. Die Rumpf-Deck-Verbindung wurde vom Werftbetrieb so konstruiert, dass sie im breitesten Punkt der Breite eine strukturelle Schlagfuge bildet – ein Detail, das die pragmatische niederländische Seemannssinnlichkeit jener Zeit widerspiegelt. Bei einer Länge über alles von knapp über 28 Fuß und einer Breite von fast 10 Fuß liegt das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) mit 2,80 unter den breiteren Modellen ihrer Klasse; die Prüfung bescheinigte dieser Proportion, dass sie geräumiger sei als bei 79 Prozent ähnlicher Entwürfe. Die Verdrängung liegt bei etwa 6.600 Pfund mit rund 2.756 Pfund Eisenballast, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 42 Prozent entspricht, das dieselbe Quelle als höher bewertete als das von 58 Prozent vergleichbarer Segelboote. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 170 ordnet den Entwurf fest in die Kategorie der „leichten Regattayachten“ ein, da 82 Prozent ähnlicher Konstruktionen schwerer wiegen.
Rigg und Handhabung
Maas stattete die 850 mit einem Masttoppslup-Rigg und einem Spatenruder aus. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,15 bestätigt ein lebendiges Profil, das für die Kategorie der Leichtregattayachten ausgelegt ist. Die Angaben zum stehenden Gut und den Schoten deuten auf einen 32,8 Fuß hohen Mast über der Wasserlinie hin, wobei die Kontrollleinen auf die Größe des Bootes abgestimmt sind: Fock- und Genuaschoten mit einer Länge von 28,1 Fuß bei 3/8 Zoll Durchmesser, eine Großschot mit 70,1 Fuß Länge und demselben Durchmesser sowie eine 61,7 Fuß lange Spinnakerschot. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 4,27 bis 4,57 Fuß – flach genug, um in kleineren Marinas zu liegen. Ein Befüllungsgrad von rund 904 Pfund pro Zoll sorgt dafür, dass sich das Boot unter Zuladung und Crew berechenbar verhält.
Leistungsumfang
Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten, was zu ihrer Wasserlinie von 25,9 Fuß passt. Das Kenterungsverhältnis von 2,13 ist der Wert, der ihr laut der Prüfung den Start bei Hochseeregatten verbieten würde – eine Zahl, die die 850 eher als Küsten- und Einhandboot denn als Blauwasser-Konstruktion positioniert. Ihr Komfort-Ratio von 17,8 wurde als komfortabler eingestuft als nur bei 27 Prozent ähnlicher Segelboote, sodass der leichte Rumpf und die aus der moderaten Breite resultierende Stabilität die Seetüchtigkeit zugunsten von Agilität opfern. Die benetzte Fläche von etwa 279 Quadratfuß sorgt dafür, dass sie leicht anspringt. (1)
Unterbringung
Die Wasserkapazität beträgt 106 Liter (28 US-Gallonen), ein Wert, der bereits bei der Prüfung festgestellt wurde und für das küstennahe Wochenendsegeln angesichts der Bootsgröße ausreichend ist. Die große Breite, die ihr im Vergleich zu Gleichaltrigen viel Raum einbringt, ist der wichtigste Vorteil bei der Unterbringung. Sie ermöglicht es, das Verhältnis von Länge zu Breite von 2,80 in nutzbares Kabinenvolumen umzusetzen, anstatt auf ein spartanisches Regatta-Interieur zu verzichten. In den Unterlagen sind weder die Anzahl der Kojen noch Details zur Aufteilung überliefert, sodass sich der Entwurf allein anhand der Proportionen erschließen lässt.
Das Fazit
Die Compromis 850 ist eine von Maas entworfene Leichtdeplacement-Küstensegler-Slup aus den Mitte der siebziger Jahre. Sie wurde in geringer Stückzahl gebaut und zeichnet sich durch einen breiten, für ihre Größe geräumigen Rumpf mit hohem Ballastanteil und einem leicht anspringenden Flossenkiel aus. Unter ihrem Masttopp-Rigg ist sie schnell und agil, aber nach ihren eigenen Kenter- und Komfortwerten eher ein Boot für geschützte Gewässer und kleine Crews als ein echtes Offshore-Passport.
Vorteile
- Breitengetriebenes Innenraumvolumen, das als geräumiger eingestuft wird als bei 79 Prozent ähnlicher Konstruktionen
- Hoher Ballastanteil von 42 Prozent, über dem Wert von 58 Prozent der Konkurrenz
- Leichter Regattaverdrängung und 15,15 SA/D für lebendige Performance
- Geringer Tiefgang von 4,27–4,57 Fuß für problemlosen Hafen-Zugang
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,13 schließt eine Zulassung für Hochseeregatten aus
- Die Komfort-Ratio liegt nur bei 27 Prozent der ähnlichen Boote
- Weniger als 200 gebaut, was die Unterstützung durch die Flotte und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen einschränkt









