Design und Konstruktion
Comar baute die 850 aus GFK mit massivem Rumpf und Deck, einem Bleiballast von 1.100 kg bei einer Verdrängung von 3.000 kg und einem Flossenkiel mit Spatenruder. Die Breite von 2,90 Metern und der verkleinerte Spiegel verleihen ihr ein kompaktes, zweckmäßiges Profil statt einer hoch aufragenden Heckplattform. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 36,66 und das Kenterungsverhältnis von 2,03 deuten auf eine moderate, steife Fahrtenyacht für Küstenreviere hin, keine Hochseeyacht für Expeditionen. Was das Deck von vielen Zeitgenossen unterscheidet, ist das Deckshaus: Es erstreckt sich über die gesamte Vorschiffskabine und wird durch große Fenster hervorgehoben. Diese Layout-Entscheidung opfert etwas Einfachheit im Überwasserschiff, um Licht und Sicht unter Anker zu gewährleisten. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup trägt die 850 ein Großsegel von 14,50 m², eine Genua von 28,0 m² und einen Spinnaker von 62,0 m², was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 19,3 führt – ausreichend, um sie bei leichtem Wind unterwegs zu halten, ohne dass eine große Crew erforderlich ist. Der Tiefgang wird mit 1,30/1,60 m angegeben, was auf eine wahrscheinliche Flachkiel-Option innerhalb der Klasse hindeutet. Ein einzelner Farymann-Diesel mit 6/18 PS liefert den Hilfsantrieb; eine geringe Leistung, die zu ihrer Verdrängung und ihrem Charakter als leichte Küsten-Fahrtenyacht und nicht als reine Motorenplattform passt.
Unterbringung
Unter Deck bietet das Boot Platz für sechs Kojen – eine großzügige Zahl für 8,5 Meter Länge und direkte Folge von Finots rationalem Innenraumvolumen. Der Decksaufbau über der Vorschiffskabine, der durch große Fenster belichtet ist, vergrößert den Raumgefühlseindruck und verleiht dem vorderen Schlafbereich einen helleren, offeneren Charakter als die typische dunkle V-Koje. Ein 110-Liter-Wassertank unterstützt kurze Küstentörns, und die im technischen Datenblatt angegebene Fassungsvermögen von 29 Gallonen entspricht diesem bescheidenen Konzept für das Fahrtensegeln.
Eigentümer-Hinweise
Die Produktionszeit von 1977 bis 1985 und die über 400 gebauten Rümpfe bedeuten, dass Ersatzteile und Klassenbekanntheit für ein Boot dieser Größe durchaus überschaubar sind. Das geringe Leistungsbereich des Farymann-Motors ist eine bekannte Einschränkung für Segler, die lange Motorstrecken planen, passt jedoch perfekt zum Konzept als rein segelgetriebenes Küstenboot.
Das Fazit
Die Comet 850 ist ein diszipliniertes Beispiel für den Rationalismus der späten 1970er Jahre von Finot: eine kleine, breite Slup, die die Anzahl der Kojen und das Licht im Salon innerhalb eines ehrlich spezifizierten Küstenpakets maximiert. Sie belohnt Segler, die einfaches, berechenbares Fahrtensegeln vor sportlichen Höchstleistungen auf dem Papier bevorzugen.
Vorteile
- Sechs Kojen auf 8,5 Metern Länge durch ein Deckshaus-über-Vorpiek-Layout mit großen Fenstern
- Rationaler, volumenorientierter Entwurf von Groupe Finot mit mehr als 400 gebauten Einheiten
- Mäßiges Ballastverhältnis und ein gut handhabbares SA/D-Verhältnis von 19,3 für das Küstensegeln bei leichtem Wind
Nachteile
- Der Farymann 6/18 CV Diesel ist eine minimale Hilfsmaschine
- Der geringe Spiegel und die Länge von 8,5 Metern begrenzen Stauraum und Reichweite auf See
- Kein Generator oder große Tanks zur Sicherstellung einer langfristigen Autarkie






