Design und Konstruktion
Nach modernen Maßstäben ist die Maxi 84 ein ziemlich schweres Boot mit einer Verdrängung von 6.614 lb und einem eisernen Ballast von 2.976 lb, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 45 % führt. Diese Masse sitzt tief: Der Flossenkiel ist auf einem gestuften, angeformten Kielstumpf verbolzt, was sowohl den Schwerpunkt senkt als auch hilft, wenn das Boot gelegentlich auf einen Felsen aufschlägt. Ein relativ langer Kiel verbindet sich im Heckbereich mit einem Skeg, das bis zum am Spiegel aufgehängten Ruder reicht – eine Kombination, die für eine gute Kursstabilität sorgt. Das Ruder selbst trägt einen guten Teil des Profils vor dem Spiegel, was für ein angenehm leichtes Rudergefühl sorgt. Über der Wasserlinie führen die erhöhten Bordwände über der Fußreling zu einem fast flush-deck (Flachdeck) mit nur einem moderaten Kajütaufbau. Das zweifarbige Livery macht das Profil laut einer Prüfung durch Practical Boat Owner unverwechselbar. Ein einzelnes Fenster pro Seite befindet sich direkt über einer dicken, gummierten Stoßstange, die die Verbindung zwischen Rumpf und Deck abdichtet, während eine angeformte Lippe an Deck außenliegend die Standfestigkeit bei Krängung verbessert und die Relingstützen verankert. (1)
Rigg und Handhabung
Das Period-Rigg ist ein Masttopp-Rigg auf einem Seldén-Stick mit durchlaufenden Deckssalingen und einer Babystay-Want zur Risikominimierung bei Umkentern; die Babystay wird durch Backstagen ausgeglichen, die an Püttinge etwa einen Fuß hinter den Deckssalingen geführt werden, und die Püttinge der Deckssalingen sind mit schrägen Stäben für die achteren Backstagen im Hauptschott verankert. Im Stil der damaligen Zeit trägt das Boot ein kleines Großsegel und einen großen Vorsegeldreieck, wobei die Genuaschienen mittschiffs auf den breiten Seitendecks eingebaut sind – nach außen begrenzt durch die Salingbreite. Probefahrer fanden das Boot bemerkenswert gut ausgewogen, mit nur mäßiger Luvgierigkeit und gelegentlichem Leegierigkeitsmoment am Wind, wobei es sich mit etwas mehr als 80° Drehwinkel wendet. Diese Balance, gepaart mit der Geometrie des Ruderblatts, macht sie zu einem beruhigenden, reaktionsschnellen und respektabel schnellen Boot; Eigner berichten von hoher Steifigkeit und gutem Seeverhalten bei schwerem Wetter, und sie kann auch bei über 20 Knoten scheinbarem Wind hoch am Wind unter voller Tuchfüllung segeln. (1)
Unterbringung
Im Inneren zahlt sich das fast flush-deck-Layout mit breiten Decks und einer großzügigen Stehhöhe von 6 Fuß 1 Zoll über fast die gesamte Breite aus, ohne dass das Überwasserschiff zu hoch wird. Die traditionelle Aufteilung bietet eine Vorschiffskabine, Nasszellen, einen Salon, eine Pantry und eine Achterkoje, was insgesamt zwei Kabinen und fünf Kojen ergibt. Eine V-Koje im Vorschiff ist 6 Fuß 3 Zoll lang, während die Salonsofakoje an Backbord 5 Fuß 10 Zoll misst und eine längere Koje an Steuerbord an eine 6-Fuß-Achterkoje grenzt, die einige Zentimeter angehoben ist, um den darunter liegenden Kraftstofftank freizulassen. Die Pantry nutzt den kleinen Raum optimal mit einem ausziehbaren Schneidebrett und einer klappbaren Arbeitsfläche sowie einer Spüle, die über die Nasszelle herausgeschoben wird. Fein verarbeitete Holzarbeiten werden durch Innenschalen bis zur Koje abgefedert, und auf gut gepflegten Exemplaren zeigt eine Messingplatte an der Schott noch die eingetragene Tonnage. Stauraum findet sich unter den Kojen, hinter den Rückenlehnen und in Schränken mit Schiebetüren im Oberdeck.
Plicht und Decksbeschlag
Das breite Heck bietet viel Platz in der Plicht, und ein Backbord-Knickspant-Backskiste – selten bei späteren Booten – beherbergt den Motorschalter mit dem Aufdruck „Stopp“ sowie tiefe Staufächer. Die Klampen an Bug und Heck sind im markanten Design gehalten, und die Genuawinschen stammen von Barlow und sind nicht selbstholend. Zwei Decksbelüftungen befinden sich achtern des Babystays und vor der Garage für das Fall, und eine in das Kajütdach eingegossene GFK-Vorluke lässt durch unpigmentierte Harzmasse Licht herein. Ein Ankerkasten achtern des Vorstevens rundet die Staufläche auf dem Vordeck ab.
Bekannte Schwachstellen
Das Babystag, das das Rigg versteift, ist eine Belastung während der Wenden und erfordert mehr Winschen als ein freistehendes Vorstag. Veraltete Beschläge sind ein weiterer Punkt, auf den zu achten ist: Wenn Schals, Blöcke, Umlenkrollen, Schienen und Karren nicht mehr leichtgängig laufen, spürt es die Crew in den Armen. Ein Käufer sollte bei einem unberührten Exemplar mit der Wartung oder dem Austausch des laufenden Guts rechnen.
Das Fazit
Die Maxi 84 ist eine Petterson-Fahrtenyacht, die ihre Produktionszahlen durch echte Nutzbarkeit erarbeitet hat: schwer genug, um sich im Seegang zu verankern, leicht zu segeln und für ihre Länge geräumig. Die typischen Besonderheiten des Rigg-Typs sind gut beherrschbar, und der Innenraum wirkt auch heute noch absolut vernünftig.
Vorteile
- Gut ausgewogenes Rudergefühl mit leichter Steuerung und guter Kursstabilität
- Geräumiger Innenraum über die gesamte Breite mit praktischer Pantry und Kojenlayout
- Robuste Konstruktion mit Stummelkiel, die Grundberührungen gut verzeiht
Nachteile
- Das Babystay verlangsamt und kompliziert das Wenden
- Barlow-Winschen ohne Selbstholer und gealterte Beschläge erfordern Wartung









