Design und Konstruktion
Die Liberator 35 weist ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,13 auf, was sie breiter macht als die typischen schlanken Regattaboote jener Ära und sie nach einer Vergleichsstudie unter Deck geräumiger macht als 58 Prozent ähnlicher Entwürfe. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 228 ordnet sie eher zu den „moderaten Regattayachten“ als zu schweren Fahrtenyachten ein, obwohl 66 Prozent vergleichbarer Segelboote schwerer sind als sie. Der Kiel ist aus Blei, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 47 Prozent – höher als bei 85 Prozent ähnlicher Konstruktionen, ein Wert, der für eine ausgeprägte Krängungsstabilität spricht. Mit 4.740 Pfund Blei bei einer Verdrängung von 10.075 Pfund und einem Flossenkiel-Tiefgang von etwa 5,4 bis 5,7 Fuß je nach Beladung hat sie so wenig Tiefgang, dass sie in den meisten Marinas anlegen kann. Der Rumpf ist aus GFK mit einer benetzten Oberfläche von etwa 333 Quadratfuß, und die Immersionsrate liegt bei etwa 1.059 Pfund pro Zoll, sodass sie sich auf vorhersehbare Weise beladen und trimmen lässt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist als Masttoppslup getakelt. Die Schätzungen für das Standard-Laufend-Rigg gehen von einer Gesamtlänge der Schoten von 14 mm aus: Die Schoten von Fock und Genua betragen etwa 35 Fuß, die Großschot 88 Fuß und die Spinnakerschoten haben eine Länge von knapp über 77 Fuß. Diese Dimensionen zeigen, dass die Plicht für ein großes, überlappendes Vorsegel-Setup ausgelegt ist und nicht für eine Selbstwendefock. Unter Motor wird das Boot mit einem Volvo Penta 2003 T Diesel mit 43 PS angetrieben, was einen berechneten Höchstgeschwindigkeit von etwa 8 Knoten ergibt – was über die theoretische Verdrängergeschwindigkeit von 7 Knoten liegt. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 2,08, ein Wert, der sie von offiziellen Hochseeregatten ausschließen würde. Ihr Komfort-Ratio von 20,9 liegt unter dem Durchschnitt, sodass sie eher für Küsten- und moderate Offshore-Einsätze als für anspruchsvolle Passagen bei schwerem Wetter gebaut ist. (1)
Unterbringung und Tankkapazitäten
Unter Deck war die Liberator 35 mit einer Frischwasserkapazität von 80 US-Gallonen und einem Kraftstofftank von 49 US-Gallonen ausgestattet – Zahlen, die längere Törns ohne ständige Benzinkanister ermöglichen. Die oben erwähnte breite Rumpfform nutzt die Breite von 11,25 Fuß für ein nutzbares Innenraumvolumen statt für eine bloße Decksfläche.
Bekannte Schwachstellen
Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme für Käufer ist die Herkunft des Baus: Da die Liberator 35 auch auf Werften außerhalb von Colvic Craft PLC produziert wurde, können sich die Verarbeitungsstandards und strukturellen Details von Rumpf zu Rumpf unterscheiden. Ein Käufer sollte nicht davon ausgehen, dass ein bestimmtes Boot den hohen Qualitätsstandards von Colvic entspricht, ohne zu prüfen, wo und wie es fertiggestellt wurde.
Das Fazit
Die Liberator 35 ist eine von Dubois entworfene Masttoppslup mit moderater Verdrängung, deren hoher Ballastanteil und breiter Rumpf ihr für das Segeln die nötige Stabilität verleihen und viel Platz unter Deck bieten – bei einem Tiefgang, der sie marinentauglich macht. Aufgrund der geringen dokumentierten Defektgeschichte und der Verbreitung von Nicht-Colvic-Bauten ist der Zustand beim einzelnen Boot von entscheidender Bedeutung.
Vorteile
- Hohes Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 47 Prozent sorgt für bessere Krängungswiderstandsfähigkeit als bei 85 Prozent ähnlicher Konstruktionen
- Breiter Rumpf mit 3,13 L/B bietet mehr Platz als bei 58 Prozent vergleichbarer Boote
- Flach genug gelegter Flossenkiel (ca. 5,4–5,7 Fuß) ermöglicht den Zutritt zu den meisten Marinas
- GFK-Rumpf mit berechenbarem Tiefgangsverhalten von 1.059 lb/inch
Nachteile
- Komfort-Ratio unterdurchschnittlich
- Das Kenterungsverhältnis von 2,08 schließt sie vom Hochseeregattasegeln aus
- In mehreren Werften gebaut, daher variieren Verarbeitung und Struktur je nach Rumpf











