Design und Konstruktion
Rumpf und Deck bestehen aus massivem GFK, und der Flossenkiel trägt einen Bleiballast von 6.900 Pfund bei einer Verdrängung von 13.500 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 53 Prozent, das sie zusammen mit dem Kenterungsverhältnis von 1,83 als steife, seetüchtige Rumpfform kennzeichnet. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis von 3,09 und ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 258 ordnen sie zu den schwereren Regatta-/Fahrtenyachten ein, während das Immergierungsverhältnis von 211 kg/cm zeigt, wie wenig sie sich bei gegebener Last absenkt. Die 37 Quadratmeter große benetzte Fläche und der auf die Last abhängige Tiefgang von 1,90 bis 2,00 Metern verleihen ihr das Standvermögen eines ernsthaften Kielschiffs. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, das ein Segelfläche von 623 Quadratfuß trägt. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 16,6 für das ISO-Referenzsegel und bei 19,9 mit einer 135-prozentigen Genua – Werte, die sie zusammen mit der Tatsache, dass sie mehr Rigg trägt als nur 27 Prozent ähnlicher Segelboote, für ihren Typ als etwas untertakelt kennzeichnen. Die Spezifikationen für Fallen und Schoten sind imposant: Alle drei Fallen haben eine Länge von 34,1 Metern bei 12 mm, während die 14-mm-Schoten – Fock und Genua auf 10,8 Metern, Großschot auf 27,1 Metern, Spinnaker auf 23,8 Metern – auf ein für echte Hochseetauglichkeit ausgelegtes Deck hindeuten. Die berechnete Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 5,4 Knoten, wobei das theoretische theoretische Verdrängungs-Rumpf-Limit bei 7,3 Knoten liegt. Das Seeverhalten ist in der Welle eher stabil und gutmütig als nervös. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Contessa 35 zwei Kabinen und sieben Kojen, mit einem Teak-Innenausbau, der typisch für britische Yachten dieser Zeit ist. Eine Pantry, eine Nasszelle und ein Wassertank mit 180 Litern Fassungsvermögen unterstützen ausgedehnte Törns, während der 40-Liter-Kraftstofftank zum optional installierten 28-PS-Watermota Sea Panther-Diesel passt. Die Aufteilung ist kompakt, aber funktional – eher ein Boot für Wochenendtörns und kleine Törns als eine schwimmende Wohnung.
Bekannte Schwachstellen
Der einzige quantifizierte Charakterpunkt, den die Quellen feststellen, ist, dass sie im Vergleich zu Gleichaltrigen etwas untertakelt ist – ein Leistungseinschränkung und kein Mangel. Der massive GFK-Rumpf und das Deck weisen kaum eines der Schadensmuster von Sandwichstrukturen auf, die spätere Boote plagen, und die geringe Stückzahl von unter 100 Rümpfen bedeutet, dass sich die Historie einzelner Boote stärker unterscheidet als bei einer in Serie gebauten Klasse. (1)
Refits und Unterhalt
Eigner, die den optionalen 28 PS starken Watermota Sea Panther-Diesel einbauen lassen, erhalten eine bescheidene, aber ausreichende Maschine für einen 13.500 Pfund schweren Rumpf. Die kleinen Kraftstoff- und Wassertanks – jeweils 40 bzw. 180 Liter – bedeuten, dass sich das Augenmerk beim Refit eher auf Kapazität und Stauraum als auf strukturelle Erneuerungen richten sollte. Zudem sorgt die GFK-Bauweise dafür, dass Käufer selten mit dem Sanieren eines Sandwichdecks konfrontiert werden, wie es bei vielen zeitgenössischen Booten üblich war.
Das Fazit
Die Contessa 35 ist eine durch und durch konventionelle, von Peterson entworfene Regatta-/Fahrtenyacht aus den Mitte siebziger Jahren. Sie wurde in geringer Stückzahl von einer angesehenen britischen Werft aus massivem GFK gebaut, mit einem Blei-Flossenkiel und einem seegütigen Bewegungsprofil. Sie ist ein ernstzunehmendes kleines Hochseeboot, dessen einziger dokumentierter Schwachpunkt ein für ihre Klasse leichtes Rigg ist.
Vorteile
- Steifer, seetüchtiger Rumpf mit 53 Prozent Ballastanteil und einem Kenterungsverhältnis von 1,83
- Solider GFK-Rumpf und -Deck – keine Risiken durch Sandwichstruktur
- Sieben Kojen und zwei Kabinen mit Teak-Innenausbau für ein 35-Fuß-Boot
- Gutmütiges Komfort-Ratio von 26,6 bis 29,9
Nachteile
- Im Vergleich zu 73 Prozent ähnlicher Segelboote etwas untertakelt
- Kleine Tanks (40 l Kraftstoff, 180 l Wasser) begrenzen die Autonomie auf Langstrecken
- Weniger als 100 gebaut – geringe Klassensupport und unterschiedliche Rumpfgeschichten








