Design und Konstruktion
Die Carter 35 war solide gebaut, mit einem massiven GFK-Rumpf und Deck sowie einem Bleiballast von 4.800 Pfund in einem Flügelkiel mit 6 Fuß Tiefgang; das Spatenruder hing am Heckbeschlag. Eine Radsteuerung war für ein Boot dieser Größe ungewöhnlich und sorgte für eine direkte, wenn auch etwas schwere Steuerung. Mit einer Verdrängung von 9.300 Pfund und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 52 Prozent fiel sie in die Klasse der mittelschweren Regatta-/Fahrtenyachten. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup trug sie 585 Quadratfuß Segelfläche, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 21 führte – genug, um sie unter Segeln und vor Anker zu einer schnellen Fahrtenyacht zu machen. Im Jahr 1983 erschien eine limitierte Edition mit Hubkiel und Luna-Rigg, einer Schoner-Takelung mit nur Genuas an jedem Mast; diese Variante war jedoch nicht erfolgreich. (1)
Unterbringung
Unter Deck war die Carter 35 konventionell mit sechs Kojen sowie einer großzügig ausgestatteten Pantry und einem Kartentisch mit Ankerklemme aufgeteilt – ideal für Küsten- oder Hochseepassagen ohne nachträgliche Umbauten. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die 1983 eingeführte Luna-Rigg-Schoner mit Hubkiel war nicht erfolgreich, und ihre Komplexität schadete der Variante mit Festkiel. Die Standardversion als Masttoppslup weist keinen solchen Mangel auf, und ihr etwas schwereres Radsteuerung ist ein Merkmal des am Spiegel aufgehängten Ruders, kein Fehler. (1)
Refits und Eignerschaft
Nur wenige Carter 35 wurden im Vereinigten Königreich verkauft, aber die Standardversion ist einen Blick wert, wenn Sie ein gebrauchtes Exemplar finden können. Aufgrund des konventionellen Rumpfplans und der soliden Bauweise konzentrieren sich Refits meist auf Systeme und Ausrüstung statt auf die Struktur. (1)
Das Fazit
Die Carter 35 ist eine Dick-Carter-Cruiser-Renner-Yacht, die Regattageschwindigkeit mit dem Komfort einer Fahrtenyacht verbindet. Ihr solider Bau, das traditionelle Layout und ein direktes Rudergefühl machen die Standardversion zu einem durchaus attraktiven Kandidaten auf dem Gebrauchtbootmarkt.
Vorteile
- Schnelle, gutmütige Fahrtenyacht mit Regattapotenzial
- Hochwertig gebauter Rumpf und Deck aus massivem GFK
- Traditionelles Layout mit sechs Kojen, großzügiger Pantry und Kartentisch
- Radsteuerung, ungewöhnlich für diese Größe, mit direktem Rückmeldungsempfinden
Nachteile
- Leicht schweres Rudergefühl durch das am Spiegel aufgehängte Ruder und die Radsteuerung
- Die limitierte Version mit Hubkiel „Luna“ war nicht erfolgreich
- Nur wenige Exemplare im Vereinigten Königreich verkauft; Standardversionen sind auf dem Markt selten









