Design und Konstruktion
Die 355 trägt die strukturelle Logik ihrer Ära ohne Schnörkel. Unter der Wasserlinie ist der Rumpf aus massivem GFK; das Deck ist ebenfalls aus massivem GFK gefertigt, und Catalinas langjährige Gewohnheit, Blei anstelle von gusseisernem Ballast zu verwenden, zeigt sich hier im 5.200 Pfund schweren Kiel. Die Verarbeitung und Ausstattung des Innenraums liegt über dem Durchschnitt der Klasse, mit massiven Holzverkleidungen genau dort platziert, wo sie dem täglichen Schleifen und Verschleiß standhalten müssen. Alle Kabel verlaufen in Kanälen unter den Bodenbrettern der Kabine – ein Detail, das die Systeme nachvollziehbar und geschützt hält. Die Kraftstoff- und Ölfilter des Motors befinden sich in einem speziellen Fach im Nassbereich, was eine durchdachte Wartungsanordnung darstellt, anstatt sie in eine dunkle Ecke zu zwängen.
Rigg und Handhabung
Das Standard-Rigg ist ein Mastfokkergroßsegel mit erheblichen vertikalen Salingen, obwohl auch ein herkömmliches Großsegel mit mehr Achterlieksrundung und Bindereff als Option bestellt werden kann. Eine vollwertige 155-Prozent-Genua liegt im Rahmen der Kapazitäten des Bootes, und lange Genuaschienen in Kombination mit einem fünf Fuß langen Traveller auf dem Kajütdach direkt vor dem Sprayhood bieten dem Trimmer echte Spielräume. Zwei Achterstag sind an Püttinge gebunden, die so weit außen liegen wie möglich, um ein solides, stabiles Rigg zu gewährleisten. Ein abnehmbarer Bugspriet ermöglicht es, überdimensionierte Raumwind- und Vorwindsegel zu fahren, und bei Testtörns sorgte ein locker getrimmter Gennaker auf einer Endlosrollanlage dafür, dass sich die 355 mit 5 Knoten Geschwindigkeit bewegte. (1)
Unter Motor trieb der 29 PS starke Yanmar-Diesel das Boot bei Vollgas auf flachem Wasser auf etwas über 7 Knoten, beruhigte sich jedoch bei einer ruhigen Welle und 2.200 U/min im Ankermanöver auf etwa 5,5 Knoten. Die Ruderung war leicht und direkt, der Wendekreis lag nahe bei anderthalb Bootslängen, und das Boot ließ sich rückwärts sehr berechenbar und gut steuern – wertvolle Eigenschaften für eine Fahrtenyacht, die in engen Marinas manövriert wird. (1)
Unterbringung
Die Plicht ist riesig, mit tiefen Sitzbänken, sodass die hinteren Sülls echten Rückenhalt bieten, und einem erhöhten Steuersitz, der es den meisten Steuern den Überblick über das Kajütdach zu ermöglichen, ohne aufstehen zu müssen. Der Zugang zu den Seitendecks ist hervorragend, und der Backskiste im Cockpit ist enorm groß und bietet eine Ablage für schnelle Sachen – Douglas machte sie tief genug für ein vollständiges Fahrrad mit abgenommenem Vorderrad. Zwei Heckkorb-Sitze flankieren einen offenen Heckspiegel, und die flache Radsteuerung lässt ausreichend Platz für einen Kartenplotter, der unterhalb des oberen Rahmens des Steuerrads bleibt.
Unter Deck ist der Stauraum in der Pantry mehr als ausreichend und auf häufig genutzte Gegenstände zugeschnitten, mit einer Kühlfachbox neben dem Herd, die von vorne oder oben beladen wird. Die Nasszelle nutzt eine erhöhte Glaswaschbeckenkonsole und einen tiefergelegten Tresen, um achtern einen separaten Duschbereich zu schaffen. Der Salon lässt sich leicht umbauen: Zwei Kapitänssessel und ein Tisch an Backbord werden zu einer langen Sofakoje, während die Dinette an Steuerbord auf einem vielseitigen Tisch mit vier Klappen zusammengeklappt werden kann. Der gesamte Stauraum im Salon lässt sich öffnen, ohne die Polster anheben zu müssen. Die Achterkabine bietet eine geräumige, querschiffs angeordnete Doppelkoje mit gutem Licht von einer Seite und zwei Luken, wobei ihre Tür den Herd beim Öffnen blockiert. Vorn ist die Eignerkabine direkt aus der 455 übernommen worden, mit einer vollwertigen Insel-Doppelkoje, deren klappbares WC per Knopfdruck hochgezogen wird, sowie offenem Boden und privatem Stauraum.
Bekannte Schwachstellen
Der einzige dokumentierte Mangel im Layout ist die Tür der Achterkabine, die bei geöffneter Position den Weg zur Kochplatte versperrt. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner, die einen traditionellen Segelplan bevorzugen, können das Großsegel mit Bindereff neu bestellen, und die elektrische Paneele im Bootsschuppen machen die Installation von Elektronik unkompliziert. Der Fäkalientank ist mit einem Sichtmaß ausgestattet, sodass ein Pumpen präzise getimt werden kann. Die tiefe Backskiste und die verlegten Kabel deuten darauf hin, dass der tägliche Umgang auf dem Boot praktisch und unkompliziert bleibt.
Das Fazit
Die Catalina 355 ist eine bewährte Fahrtenyacht, die die besten Ideen der 445 auf ein handliches 35-Fuß-Boot überträgt. Ihre Plicht und ihr Stauraum sind äußerst großzügig, das Rigg ist flexibel und die Vorschiffskabine besticht durch ihre Qualität. Die Kajüttür der Achterkabine ist zwar unpraktisch, aber nur ein kleiner Nachteil bei der Planung.
Vorteile
- Riesiges, detailliertes Cockpit mit hervorragendem Zugang zur Seitendeck
- Vorschiffseignersuite mit Inselbett und privatem Stauraum
- Standard-Rigg mit Mastfokkuszelt und Option auf ein herkömmliches Großsegel mit Bindereff
- Berechenbares Anlegen und leichtgängige, direkte Steuerung unter Motor
Nachteile
- Die Kajüttür der Achterkabine blockiert den Herd, wenn sie geöffnet ist
- Das Standard-Rigg im Mast passt nicht zu allen Vorlieben beim Segelhandling







