Design und Konstruktion
Der Rumpf der First 310 ist im mittleren Bereich recht breit, insbesondere im Achterschiff, was die Formstabilität erhöht und nutzbaren Platz vor Anker schafft. Mit einer Breite von 10 Fuß 6 Zoll und einer Verdrängung von rund 7.040 Pfund trägt sie 1.785 Pfund Eisenballast in einer Kombination aus Flossenkiel und Spatenruder. Die Konstruktion ist aus GFK mit innenliegender Bodenwrange, und die Rumpf-Deck-Verbindung folgt der bewährten Beneteau-Praxis. Die nach achtern gerichtete Breite und der Rumpf verleihen ihr ein typisches Finot-Leistungsprofil, ohne dass sie in die Askese eines Regattabootes abdriftet. Was die Tradition von Finot im Innenraum bedeutet, ist einfach: Der Innenraum ist eher spartanisch und plastiklastig mit Edelstahl-Tischstützen, die optisch auffallen können. Dennoch ist die Aufteilung praktisch und die Verarbeitung eher robust als luxuriös. (2)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg begünstigt ein größeres Großsegel und ein kleineres Vorsegel, und die Fallen sowie Trimmleinen sind nach achtern in die Plicht geführt, um das Segeln mit kleiner Crew oder Einhand zu erleichtern. Die Reffleinen und Steuerungsanlagen bleiben vom Steuerrad aus gut zugänglich, sodass ein Paar die Segel bedienen kann, ohne das Rad verlassen zu müssen. Der Flossenkiel und das Spatenruder sorgen unter Segeln für eine hervorragende Manövrierbarkeit und Agilität, und das Boot läuft dank der Riggkonfiguration und des Kieldesigns sehr gut Höhe am Wind. Bei leichtem bis mäßigem Wind beschleunigt sie leicht und hält dank ihrer relativ geringen Verdrängung und des effizienten Segelplans eine gute Geschwindigkeit; bei stärkerem Wind oder kabbeliger See bietet die Rumpfform eine respektable Stabilität, und das Ruder sorgt selbst bei Krängung für zuverlässige Kontrolle. Über alles hinweg bleibt sie auf dem Ruder ausgeglichen und vermittelt dem Segler ein direktes Gefühl statt einer entfremdeten Autopilot-Steuerung. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die First 310 typischerweise eine V-Koje im Vorschiff, eine Doppelkoje in der Achterkabine und einen Salon mit umklappbaren Sitzen, sodass bis zu vier Personen für das Ankertörn bequem Platz finden. Yachting Monthly betont insbesondere die große Doppelachterkabine, eine einfache Vorschiffskabine, eine kleine aber ausreichende Pantry, einen einfachen, nach achtern gerichteten Kartentisch und eine gute Nasszelle – allesamt im typischen Stil von Finot. Die Pantry selbst ist mit einem Herd und einer Spüle ausgestattet, während die Navigationsecke und die Nasszelle für ein Boot dieser Größe gut dimensioniert sind. Eine angemessene Stehhöhe und reichlich natürliches Licht tragen zu einer angenehmen Atmosphäre bei, und der Innenausbau sowie die Verarbeitung sind typisch für Beneteau aus dieser Ära: robust, praktisch und ästhetisch ansprechend, ohne übertrieben luxuriös zu sein. (2)
Deck und Cockpit
Das Cockpit ist tief und sicher, mit ergonomisch positionierten Sitzen und Winschen, und das gesamte Cockpitdesign schützt die Crew bei rauem Wetter vor dem Anker. Breite Seitendecks und sichere Handläufe ermöglichen sicheres Bewegen an Deck – was wichtig ist, wenn das Segelhandling mit kleiner Crew einen Crewmitglied nach vorn schickt. Das Decks-Layout unterstützt die Philosophie der nach achtern verlegten Bedienelemente: Nichts im Cockpit deutet auf ein Boot hin, das ein Paar bestraft, wenn es das Steuer abgibt, um zu trimmen. (2)
Bekannte Schwachstellen
Gutachten weisen auf Wassereintritt im Ruderblatt hin, was im Laufe der Zeit zu internen Delaminationen oder Aufquellen führen kann. Ein weiteres bekanntes Problem betrifft die Kielbolzen; es können Anzeichen von Undichtigkeiten oder leichtem Spiel an der Kiel-Rumpf-Verbindung – dem sogenannten Lächelfuge-Riss – auftreten. Die Elektrik, insbesondere bei frühen Modellen, ist relativ einfach gehalten und anfällig für Korrosion oder veraltete Kabelkonfigurationen. An Deck können die originalen Bullaugen und Luken im Laufe der Zeit undicht werden, insbesondere wenn die Dichtungen nicht ausgetauscht wurden. Einige Eigner berichten über eine begrenzte Fäkalientankkapazität und ein rudimentäres Grauwassermanagement. (2)
Das Fazit
Die First 310 ist eine von Finot entworfene Regatta-/Fahrtenyacht, die echte Leistung liefert, ohne die Wohnlichkeit für Wochenendtörns zu opfern. Sie beschleunigt schnell, läuft gut Höhe und bleibt ausgewogen, bietet aber dennoch ein praktisches Vier-Koje-Innereinrichtung in einem breiten, modernen Rumpf. Die bekannten strukturellen und systemtechnischen Schwachstellen sind typisch für ihre Epoche und lassen sich bei sorgfältiger Gutachtenprüfung problemlos beheben.
Vorteile
- Hervorragende Manövrierbarkeit und Agilität durch Flossenkiel und Spatenruder
- 7/8-Rigg mit allen Leinen nach achtern geführt für das Segeln mit kleiner Crew
- Breite Achtersektionen sorgen für Formstabilität und zusätzlichen Platz unter Deck
- Praktischer Innenraum von Finot mit einer großen Doppelkabine achtern und guten Nasszellen
Nachteile
- Risiko von Wassereintritt in das Ruderblatt bei Delamination oder Quellung
- Probleme mit Undichtigkeiten an den Kielbolzen und der Kiel-Rumpf-Verbindung
- Einfache elektrische Systeme früher Baujahre, die anfällig für Korrosion sind
- Schlichter Kunststoff-Innenraum mit störenden Stahl-Tischstützen






