Design und Konstruktion
Der Rumpf der 373 ist aus massivem GFK mit einem festen GFK-Deck gefertigt. Der Standardkiel ist ein tiefer Flossenkiel mit 6 Fuß 3 Zoll Tiefgang, wobei eine flachere Flosse mit 5 Fuß 1 Zoll Tiefe als Option angeboten wird. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 184 ordnet das Boot fest im Bereich der Fahrtenyachten ein, während ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17 auf ein moderates Segelverhältnis zum Gewicht hinweist. Beneteau baute das Boot mit einer klappbaren Niedergangsstufe, die angehoben werden kann, um den Volvo 2040 Diesel mit 40 PS freizulegen. Tester stellten ein übersichtlicheres und zugänglicheres Schaltpanel als bei früheren Layouts fest. Die Struktur basiert auf konventionellem Massivlaminat.
Rigg und Handhabung
Berret und Racoupeau widersetzten sich bewusst dem Trend zu größeren Großsegeln, indem sie der 373 ein Vorsegel gab, das größer war als das Großsegel selbst. Es handelt sich um eine 7/8-Slup mit doppeltem Achterstag und einer Genua, deren Schot außerhalb des stehenden Guts gefahren wird. Die unteren Salingen sind drei Viertel lang, und Reffblöcke sind sowohl in die Vorliek- als auch in die Achterliek des Großsegels eingenäht. Ordentliche Blöcke auf der Aluminium-Fußreling führen die Reffleine des Vorsegels nach achtern. Selbstholende Lewmar 44 Primärsegel sitzen weit hinten, und das Rad ist groß genug, um dem Steuermann einen guten Überblick über die Vorliek des Vorsegels zu bieten. (1)
Unter Segeln ist das Bild weniger schmeichelhaft. Die Testcrew von Yachting World stellte fest, dass sie am Wind zu kämpfen hatte, leicht krängte und häufig ins Sonnenschuss rutschte. Zudem fehlte es sowohl quer als auch längs an Riggspannung. Das Vorstag hing enorm durch, der Mast bog sich seitlich, das Leesegel wippte im Wind und die Genua blieb hoffnungslos voll. Sie benötigte eine erhebliche Portante, um Kurs zu halten, und da die Ruderanlage bei zunehmender Krängung sehr leichtgängig war, war die Warnung vor einem Sonnenschuss kaum spürbar. Ihr Verhalten deutete auf eine gewisse Unruhe hin. Auf raumen Kursen lief es besser – sie ging gut vor dem Wind, hatte keine Probleme beim Setzen zum Halten des Windes und konnte mit festgepinnten Schoten gieren, um weiterzusegeln, ohne das Vorsegel zu kreuzen. Unter Motor war das Boot jedoch weitaus beeindruckender: Der dreiflügelige Propeller trieb sie bei 2.000 U/min über 6 Knoten und weit offen auf bis zu 8 Knoten, und im Rückwärtsgang kam sie innerhalb von Sekunden zum Stehen, was sie nach einem kurzen Ausreiten nach Backbord in engen Häfen berechenbar und manövrierfähig machte. (1)
Unterbringung
Beneteau bot die 373 in zwei Layouts an: mit einer einzelnen Doppelkoje achtern oder mit zwei Doppelkojen achtern. Die Zwei-Kabinen-Version opfert Platz in den Nasszellen, der Pantry und am Kartentisch zugunsten der zusätzlichen Kojen und verkürzt die Sofakoje im Salon an Backbord. Der Stauraum in der Plicht ist praktisch gestaltet, mit halbhohen Schränken an Backbord und Steuerbord sowie einem vollhohen Heckschrank, auf den man von beiden Seiten über Klappen des klappbaren Mittelsitzes zugreift. Drei Luken vor dem Mast und ein einzelner Lüfterüberhang über dem Salon sorgen für Licht und Luft, und die Stehhöhe erreicht 6 Fuß 10 Zoll. Der Salon und die Vorschiffsaufteilung sind um die breite Mittelsektion herum geformt.
Bekannte Schwachstellen
Die Segeleigenschaften – ausgeprägter Vorstagspann, wandernde Leesegel und eine Neigung zum Sonnenschuss – sind typische Merkmale des getesteten Rigg-Tuns als solches und keine gemeldeten Konstruktionsfehler. Die kurze Notiz zur Aufteilung bestätigt lediglich, dass das Layout mit zwei Kabinen die Wartungsflächen verringert.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt konzentriert sich auf den leicht zugänglichen Motorraum, in dem klappbare Stufen den Volvo 2040 für Wartungsarbeiten freilegen, und das übersichtliche Schaltpanel, das die Elektrik vereinfacht. Die Details der Reff- und Vorsegelführung sind ab Werk bereits seglerfreundlich ausgelegt, sodass Segel und Elektronik eher als übliche Upgrade-Pfade denn als strukturelle Korrekturen gelten.
Das Fazit
Die Oceanis 373 ist eine breite, kraftvolle Fahrtenyacht, deren Segeleigenschaften vor dem Wind und ihre Leistung unter Motor das nervöse Profil am Wind mit einer weichen Rigg-Tuning überstrahlen. Sie eignet sich für ein Paar oder eine Familie, die Volumen, einfachen Zugang zu den Systemen und ein berechenbares Anlegen über sportliche Regatta-Eigenschaften stellen.
Vorteile
- Großzügige Breite und 6 Fuß 10 Zoll Stehhöhe mit zwei Kabinenaufteilungen
- Starkes, manövrierfreudiges Antriebshandling mit schnellem Stoppen rückwärts
- Zugänglicher Motor und Schalterpanel für einfache Wartung
- Gute Leistung vor dem Wind und gutmütig beim Beidrehen
Nachteile
- Am-Wind-Leistung durch durchhängendes Vorstag und leichtes Leermachen beeinträchtigt
- Tendenz zum Sonnenschuss erfordert bei Böen aufmerksames Steuern
- Zwei-Kabinen-Layout verkleinert Pantry, Nasszellen und Kartentisch







