Beneteau 373 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Berret/Racoupeau·2004·Beneteau
Beneteau 373 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
36.92' · 11.25 m
Verdr.
14.617 lbs · 6.630 kg
Erstes Baujahr
2004

Die Beneteau Oceanis 373 kam als durch und durch moderne Fahrtenyacht auf den Markt, die von Jean Berret und Olivier Racoupeau als reine Fahrtenyacht für die Werft Beneteau konzipiert wurde. BerretRacoupeau Design zeichnete einen 36 Fuß 11 Zoll langen Rumpf bei einer Wasserlinienlänge von 32 Fuß 10 Zoll, wobei eine Breite von 12 Fuß 4 Zoll das Volumen nach achtern trägt, das das moderne EinrumpfFahrtenboot auszeichnet. Mit einer Verdrängung von 14.550 lb und 3.871 lb Eisenballast in einem tiefen Flossenkiel liest sich die 373 eher als Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung für Küsten und Hochseeeinsätze denn als leichtgewichtige Regattayacht, und ihre RCDKategorie A bestätigt, dass das Designkonzept auf hochseetaugliche Langstreckenpassagen und nicht auf Tagestouren in geschützten Gewässern ausgerichtet war.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
36,92 ft
Länge an Deck
36,08 ft
Länge in der Wasserlinie
32,8 ft
Breite
12,3 ft
Tiefgang
6,07 ft
Maximale Stehhöhe
6,58 ft
Durchfahrtshöhe
50,85 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
3.867 lbs (Eisen)
Verdrängung
14.617 lbs
Wasserkapazität
99 gal
Kraftstoffkapazität
33 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
41 ft
Unterliek Großsegel
14,42 ft
Vorsegeldreieck Höhe
44,72 ft
Vorsegeldreieck Basis
13,92 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
46,84 ft
Segelfläche
716 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
19,16
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
26,46
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
184,92
Komfort-Ratio
23,47
Kenterungsverhältnis
2,01
Rumpfgeschwindigkeit
7,67 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf der 373 ist aus massivem GFK mit einem festen GFK-Deck gefertigt. Der Standardkiel ist ein tiefer Flossenkiel mit 6 Fuß 3 Zoll Tiefgang, wobei eine flachere Flosse mit 5 Fuß 1 Zoll Tiefe als Option angeboten wird. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 184 ordnet das Boot fest im Bereich der Fahrtenyachten ein, während ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17 auf ein moderates Segelverhältnis zum Gewicht hinweist. Beneteau baute das Boot mit einer klappbaren Niedergangsstufe, die angehoben werden kann, um den Volvo 2040 Diesel mit 40 PS freizulegen. Tester stellten ein übersichtlicheres und zugänglicheres Schaltpanel als bei früheren Layouts fest. Die Struktur basiert auf konventionellem Massivlaminat.

Rigg und Handhabung

Berret und Racoupeau widersetzten sich bewusst dem Trend zu größeren Großsegeln, indem sie der 373 ein Vorsegel gab, das größer war als das Großsegel selbst. Es handelt sich um eine 7/8-Slup mit doppeltem Achterstag und einer Genua, deren Schot außerhalb des stehenden Guts gefahren wird. Die unteren Salingen sind drei Viertel lang, und Reffblöcke sind sowohl in die Vorliek- als auch in die Achterliek des Großsegels eingenäht. Ordentliche Blöcke auf der Aluminium-Fußreling führen die Reffleine des Vorsegels nach achtern. Selbstholende Lewmar 44 Primärsegel sitzen weit hinten, und das Rad ist groß genug, um dem Steuermann einen guten Überblick über die Vorliek des Vorsegels zu bieten. (1)

Unter Segeln ist das Bild weniger schmeichelhaft. Die Testcrew von Yachting World stellte fest, dass sie am Wind zu kämpfen hatte, leicht krängte und häufig ins Sonnenschuss rutschte. Zudem fehlte es sowohl quer als auch längs an Riggspannung. Das Vorstag hing enorm durch, der Mast bog sich seitlich, das Leesegel wippte im Wind und die Genua blieb hoffnungslos voll. Sie benötigte eine erhebliche Portante, um Kurs zu halten, und da die Ruderanlage bei zunehmender Krängung sehr leichtgängig war, war die Warnung vor einem Sonnenschuss kaum spürbar. Ihr Verhalten deutete auf eine gewisse Unruhe hin. Auf raumen Kursen lief es besser – sie ging gut vor dem Wind, hatte keine Probleme beim Setzen zum Halten des Windes und konnte mit festgepinnten Schoten gieren, um weiterzusegeln, ohne das Vorsegel zu kreuzen. Unter Motor war das Boot jedoch weitaus beeindruckender: Der dreiflügelige Propeller trieb sie bei 2.000 U/min über 6 Knoten und weit offen auf bis zu 8 Knoten, und im Rückwärtsgang kam sie innerhalb von Sekunden zum Stehen, was sie nach einem kurzen Ausreiten nach Backbord in engen Häfen berechenbar und manövrierfähig machte. (1)

Unterbringung

Beneteau bot die 373 in zwei Layouts an: mit einer einzelnen Doppelkoje achtern oder mit zwei Doppelkojen achtern. Die Zwei-Kabinen-Version opfert Platz in den Nasszellen, der Pantry und am Kartentisch zugunsten der zusätzlichen Kojen und verkürzt die Sofakoje im Salon an Backbord. Der Stauraum in der Plicht ist praktisch gestaltet, mit halbhohen Schränken an Backbord und Steuerbord sowie einem vollhohen Heckschrank, auf den man von beiden Seiten über Klappen des klappbaren Mittelsitzes zugreift. Drei Luken vor dem Mast und ein einzelner Lüfterüberhang über dem Salon sorgen für Licht und Luft, und die Stehhöhe erreicht 6 Fuß 10 Zoll. Der Salon und die Vorschiffsaufteilung sind um die breite Mittelsektion herum geformt.

Bekannte Schwachstellen

Die Segeleigenschaften – ausgeprägter Vorstagspann, wandernde Leesegel und eine Neigung zum Sonnenschuss – sind typische Merkmale des getesteten Rigg-Tuns als solches und keine gemeldeten Konstruktionsfehler. Die kurze Notiz zur Aufteilung bestätigt lediglich, dass das Layout mit zwei Kabinen die Wartungsflächen verringert.

Refits und Unterhalt

Der Unterhalt konzentriert sich auf den leicht zugänglichen Motorraum, in dem klappbare Stufen den Volvo 2040 für Wartungsarbeiten freilegen, und das übersichtliche Schaltpanel, das die Elektrik vereinfacht. Die Details der Reff- und Vorsegelführung sind ab Werk bereits seglerfreundlich ausgelegt, sodass Segel und Elektronik eher als übliche Upgrade-Pfade denn als strukturelle Korrekturen gelten.

Das Fazit

Die Oceanis 373 ist eine breite, kraftvolle Fahrtenyacht, deren Segeleigenschaften vor dem Wind und ihre Leistung unter Motor das nervöse Profil am Wind mit einer weichen Rigg-Tuning überstrahlen. Sie eignet sich für ein Paar oder eine Familie, die Volumen, einfachen Zugang zu den Systemen und ein berechenbares Anlegen über sportliche Regatta-Eigenschaften stellen.

Vorteile

  • Großzügige Breite und 6 Fuß 10 Zoll Stehhöhe mit zwei Kabinenaufteilungen
  • Starkes, manövrierfreudiges Antriebshandling mit schnellem Stoppen rückwärts
  • Zugänglicher Motor und Schalterpanel für einfache Wartung
  • Gute Leistung vor dem Wind und gutmütig beim Beidrehen

Nachteile

  • Am-Wind-Leistung durch durchhängendes Vorstag und leichtes Leermachen beeinträchtigt
  • Tendenz zum Sonnenschuss erfordert bei Böen aufmerksames Steuern
  • Zwei-Kabinen-Layout verkleinert Pantry, Nasszellen und Kartentisch

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