Design und Konstruktion
Der Rumpf ist als GFK-Einbaurumpf im klassischen Handauflegeverfahren (Roving-Matten) laminiert, während die horizontalen Decksbereiche mit Balsaholzkern und Sperrholz-Inserts dort versehen sind, wo Decksbeschläge montiert sind. Ein langer Kiel bildet eine direkte Fortsetzung der Rumpfform, in den ein gusseiserner Bleiballast eingesetzt wird; auf diesem Ballast ruht ein riesiger Bilgenraum, in dem die Edelstahl-Kraftstoff- und Wassertanks untergebracht sind. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist über eine einfache, perforierte Fußreling verbolzt, und die Püttinge liegen etwas weiter innen und sind entweder an das Hauptschott oder an an den Rumpf einlaminierte Stützen befestigt. Die Steifigkeit des Bootes resultiert nicht aus einem Trick mit einer einzigen Innenschale, sondern aus einer ungewöhnlich großen Anzahl von vollständigen und teilweisen Schotten, die an den Rumpf laminiert sind. Ergänzt wird dies durch eine einlaminierte strukturelle Rumpfinnenschale und eine GFK-Innenschale für die Nasszelle, wobei die Kammern der Innenschale die Teakholz-Innenschalen in den Kajüten aufnehmen. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist mit einem Kutterrigg auf Isomat-Spargen ausgestattet, wobei der Mast direkt auf dem Innenschalen-Ballastkern positioniert ist. Drei zweistufige Lewmar 16 Fallwinschen sind am Mast montiert, und Unterliekstrecker sowie Bindereffen werden an der Mastspur mit einer kleinen Winsch unter dem Lümmelbeschlag und integrierten Lockoffs am Vorliek bedient. An Deck bieten vier Lewmar 40 zweistufige Primärwinschen, zwei 16er Großschotwinschen auf dem Kajütdach und eine doppelte Harken Großschot-Talje mit Ratschenblöcken der Crew reichlich Hebelarm. Ein niedriger, schräger Heckkorb und Sand, der in den Gelcoat des Decks eingearbeitet ist, anstelle eines formgepressten Musters, sorgen für sicheren Halt und Grip unter den Füßen. Der Segelplan umfasst 738 Quadratfuß in der Standard-Kutter-Konfiguration oder 870 Quadratfuß bei drei Arbeitssegeln.
Unterbringung
Unter Deck ist der Raum in mehrere gemütliche Abteile unterteilt, anstatt einen großen zentralen Salon zu haben. Die traditionelle Atmosphäre wird durch lackierte Teakholzstützen und Jalousiedecken auf hochwertigen, gut verarbeiteten Holzarbeiten getragen. Der Hauptsalon verfügt über eine halbe Dinette an Backbord sowie zwei gut isolierte, geschlossene Kabinen, die jeweils eine Doppelkoje, einen Kleiderschrank und einen Kleiderständer bieten, wobei eine größere Garderobe neben dem Navigationstisch steht. Die Pantry befindet sich direkt neben dem Niedergang und verfügt über eine gut dimensionierte Kühlbox mit Standard-12-Volt-Kühlsystem sowie einen zweiflammigen Origo-Alkoholkocher mit Backofen – eine Einheit, die viele Käufer gegen den Rat von Bayfield durch einen Propanherd ersetzen. Die Sanitärtechnik umfasst eine Bordtoilette mit Fäkalientank und Druckwarmwasser/Seewasser für Pantry, Nasszelle und eine Dusche/Badewanne, ergänzt durch eine Handpumpe aus Bronze für Badezellanlagen am See und eine leistungsstarke manuelle Bilgenpumpe.
Maschinen und Systeme
Ein Yanmar 4JHE Vierzylinder-Diesel mit 44 PS ist gut aufgehängt und läuft seidenweich; es ist keine Schalldämmung installiert, dennoch lief der Motor bei der Besichtigung sehr leise. Überall werden Bronze-Borddurchlässe verwendet, und die Elektrik sowie die Sanitäranlagen entsprechen denen einer Serienyacht, die für ausgedehnte Törns und nicht für Regatten am Wochenende gebaut wurde.
Bekannte Schwachstellen
Die Langkiel-Konstruktion, die der Bayfield ihr seetüchtiges Profil verleiht, kann Probleme verursachen, wenn nach einem Grundberührungsschaden Wasser in eine poröse Zone zwischen der Außenhaut und dem Blei eindringt. Käufer und Gutachter sollten jede Vorgeschichte von Grundberührungen als Anlass für eine genaue Inspektion dieser Verbindung betrachten und nicht nur als rein kosmetisches Problem abtun. (1)
Das Fazit
Die Bayfield 36 ist eine durchdachte moderne Interpretation einer traditionellen Fahrtenyacht: Ihr handaufgelegter Rumpf, das einlaminierte Schottennetz und der durchgesteckte Mast zeugen von struktureller Solidität, während das gut abgeteilte Innenraumkonzept und das gut ausgestattete Deck sie zu einem komfortablen Boot für das Leben an Bord mit zwei Personen und gelegentlichen Gästen machen. Die wichtigsten Punkte, auf die man achten muss, sind der nach einer Grundberührung möglich gewordene Wassereintrittsweg vom Kiel zum Blei und der häufige, aber vom Hersteller nicht empfohlene Austausch des Herdes.
Vorteile
- Bleiballast mit Langkiel, Sumpftanks und einem durchgesteckten Mast für hohe strukturelle Kontinuität
- Zahlreiche einlaminierte Schotten und Innenschalen sorgen für einen steifen, leisen Rumpf
- Komplettes Winschpaket und Mastfuß-Reffen für einfaches Segeln mit kleiner Crew
- Traditionelles, gut abgetrenntes Innenraumkonzept mit zwei separaten Doppelkabinen und edlem Teak-Innenausbau
Nachteile
- Die poröse Verbindung zwischen Haut und Blei kann nach Grundberührungsschäden Wasser aufnehmen
- Der Standard-Alkoholherd wird häufig gegen den Rat der Werft durch einen Propanherd ersetzt








