Design und Konstruktion
Die 4.4 hält sich eher an das Bali-Konzept als es neu zu erfinden: Ein steifes GFK-Vordeck ersetzt das Trampolin, die klappbare Bali-Tür im Heck öffnet den Salon zur Plicht, und Seitenscheiben sowie eine vordere Tür verbinden Innen- und Außenbereich nahtlos. Probefahrer fanden das Sandwich aus Verbundstoff unter den Füßen sehr steif – ein Zeichen für sorgfältige Bauweise – und das feste Vordeck vergrößert den sozialen Raum spürbar. Die Rumpfform selbst nutzt Kimmkanten außenbords und einen Winkel von 45 Grad an den höheren Überwasserschiffsecken; die Werft behauptet, diese Kombination sorge für maximale Agilität bei gleichzeitig beibehaltener Breite auf der Wasserlinie. Mit einer nutzbaren Decksfläche von fast 88 m² und einem integrierten Vordeck, das in eine erhöhte Achterplattform übergeht, ist das Deck sowohl zum Entspannen als auch für Langstreckenfahrten konzipiert. Die große Heckklappe misst 3,50 m in der Breite und 1,90 m in der Höhe, öffnet sich elektrisch in unter 25 Sekunden, während die vordere Tür Zugang zu diesem steifen Vordeck bietet, das laut Tester komplett mit Sonnenliegen bedeckt ist. (1)
Rigg und Handhabung
Der Standard-Segelplan umfasst 1.248 Quadratfuß, wobei die maximale Segelfläche am Wind auf 1.614 Quadratfuß ansteigt. Ein Selbstwendesolent verkleinert das Vorsegel von 796 auf 452 Quadratfuß, und der vom Hersteller beworbene Code Zero bringt einen spürbaren Geschwindigkeitsvorteil ab etwa 70 Grad Kursabweichung. Das getestete Segelfläche-Gewichts-Verhältnis von 8,68 Quadratmetern pro Tonne ist günstiger als das 7,07 des kleineren 4.2. Auf der Flybridge, die von beiden Seiten zugänglich ist, ist der Steuerstand schräg an Backbord positioniert und liegt neben einer erhöhten L-förmigen Sofakojüte an Steuerbord; achtern davon befindet sich eine Lounge-Ecke mit gepolsterten Relingschienen. Tester beschrieben die Manövrierbarkeit als einfach, da alles über diesen Steuerstand gesteuert wird, was dem 4.4 nach Angaben der Werft einen direkten, seegütigen Charakter verleiht. Das Testboot war mit optionalen zwei 57-PS-Yanmar-Motoren ausgestattet. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die 4.4 ein unverkennbares schwimmendes Zuhause. Der Salon bietet an manchen Stellen eine Stehhöhe von über sieben Fuß und bis zu 7 Fuß 3 Zoll, ergänzt durch zwei Loungesessel an Steuerbord. Die Pantry zeigt eine große, L-förmige Arbeitsplatte, unterstützt durch einen Schrank und einen großzügigen Kühlschrank mit Gefrierfach als Standardausstattung von Bali. Das Eigner-Layout mit drei Kabinen stellt den gesamten Backbordrumpf in die Hände des Eigners: eine große Doppelkoje auf einer Insel, ein Schminktisch, eine riesige Nasszelle, Rumpfscheiben, zwei öffnende Bullaugen und reichlich Stauraum, der sich über fünf Stufen hinab erreichen lässt. An Steuerbord bietet sich eine achtere Nasszelle an, die in den Abmessungen der Backbordkabine entspricht und eine minimale Stehhöhe von 6 Fuß 5 Zoll bietet, sowie eine vordere Nasszelle, deren Koje mit 4 Fuß 9 Zoll Höhe höher liegt – fast drei Fuß über dem Boden, verglichen mit knapp unter zwei Fuß achtern. Ein stabiler Handlauf schützt den Niedergang an Steuerbord, was bei Kabbelwasser sehr nützlich ist. Das Elegance-Interieur des Testbootes umfasste hochwertigere Polsterungen, Clubsessel und eine integrierte Bar. Große Fenster im gesamten Boot erhielten Lob von den Testern, und das hintere Cockpit bietet eine etwa neun Fuß lange Bank vor den Süßwasserschläuchen und der hydraulischen Plattform.
Das Fazit
Die Bali 4.4 verfeinert ein bewährtes Konzept für komfortable Fahrtenyachten, anstatt sich davon zu lösen: eine steife Plattform mit festem Deck und großzügigem Innen- und Außenbereich, einer Flybridge mit vorn liegendem Steuerstand und einem eignergerechten Drei-Kabinen-Layout, das wie eine private Wohnung auf dem Wasser wirkt. Sie ist gebaut für Segler, die das Fahrtensegeln als Wohnen auf dem Wasser betrachten, und die Agilität, die ihr knickriger Rumpf verspricht, zeigt, dass sie sich für ihre Größe nicht träge anfühlen muss. Die CE-Zertifizierung deckt von A:12 bis D:38 Personen ab, was ihre Ausrichtung auf Familienurlaub unterstreicht.
Vorteile
- Starres Vordeck und die 11'6" elektrische Bali-Tür schaffen außergewöhnlich viel sozialen Platz an Deck
- Der Eignerbugrumpf ist eine voll ausgestattete Suite mit Inselbett und großer Nasszelle
- Selbstwendende Solent- und Code 0-Segel erweitern den nutzbaren Windbereich
- Steife Verbundbauweise unter den Füßen
Nachteile
- Die Koje in der Vorschiffskabine ist schmaler und deutlich höher montiert als im Heck
- Der hohe Fokus auf Komfort eignet sich eher für das gemütliche Wohnen an Bord als für reines Regatta-Segeln






