Artekno H-35 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Hans Groop·1975 – 1986·~280 hulls·Artekno
Artekno H-35 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
35' · 10.67 m
Verdr.
7.716 lbs · 3.500 kg
Erstes Baujahr
1975

Die Artekno H35 ist eine finnische 35FußSlup, die Mitte der siebziger Jahre vom Konstrukteur Hans Groop entworfen und von der finnischen Werft Artekno OY gebaut wurde. Es wurden nur einige hundert Exemplare gebaut, was den Entwurf zu einer der zahlreichen skandinavischen Regatta/Fahrtenyachten ihrer Ära macht. Es handelt sich um ein Einrumpfboot mit Flossenkiel und moderater Verdrängung, einem Bleiballastanteil von fast 43 Prozent und einem LängenBreitenVerhältnis (L/B) von 4,04, was für einen relativ breiten Rumpf seiner Länge spricht.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
35 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
26,58 ft
Breite
8,53 ft
Tiefgang
4,92 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
3.351 lbs (Blei)
Verdrängung
7.716 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
36 ft
Unterliek Großsegel
11,1 ft
Vorsegeldreieck Höhe
33,2 ft
Vorsegeldreieck Basis
11,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
35,14 ft
Segelfläche
391 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,02
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
43,43
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
183,43
Komfort-Ratio
23,57
Kenterungsverhältnis
1,73
Rumpfgeschwindigkeit
6,91 kn

Design und Konstruktion

Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus handaufgelegtem GFK gefertigt, das Deck allein ist jedoch ein Sandwich mit Balsaholzkern. Dieses Sandwich ist nicht nur eine Maßnahme zur Gewichtseinsparung; die Werft nutzte es, um die Kabine gegen kaltes Wasser zu isolieren und Kondenswasser zu vermeiden, wenn das Meer kälter ist als die Luft darunter. Der Balsakern erfordert jedoch Sorgfalt: Jede Modifikation durch das Deck muss sorgfältig abgedichtet werden, da Wassereintritt in den Kern Fäulnis begünstigt. Der Kiel ist ein Blei-Flossenkiel, und das Boot hat je nach Beladung einen Tiefgang von 1,50 bis 1,59 Metern. Bei einer Verdrängung von 3.500 kg (7.716 Pfund) und einem Ballast von 1.520 kg (3.351 Pfund) liegt die H-35 im Bereich der moderaten Regattayachten mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 184. (1)

Rigg und Handhabung

Die H-35 wurde mit mehr als einem Rigg angeboten, jeweils als 7/8-Slup. Das Standard-Fractional-Rigg trägt ein Großsegel und eine Fock mit 390,7 Quadratfuß Segelfläche, während ein alternatives Fractional-Rigg diese auf 355,2 Quadratfuß reduziert. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 16,0 für das ISO-Referenzsegel und steigt auf 18,8 mit einer 135-prozentigen Genua. Das Boot ist bekannt dafür, mehr Rigg zu tragen als 82 Prozent vergleichbarer Segelboote – was für seine Größe deutlich überzügelt ist. Mit einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 6,9 Knoten und einem Kenterungsverhältnis von 1,73 ist der Rumpf nach modernen Maßstäben eher ein stabiler Begleiter für Küstenreviere als ein Überlebenskünstler auf hoher See. Die Komfort-Ratio von 23,6 und ein Immersionsverhältnis von etwa 790 Pfund pro Zoll vervollständigen das Bild eines steifen Rumpfes mit moderatem Volumen und einer benetzten Fläche von fast 269 Quadratfuß.

Unterbringung

Unter Deck bietet die H-35 Platz für fünf Personen in einem Teak-Innenausbau und verfügt über eine Pantry sowie eine Toilette. Das Frischwasservolumen ist auf 60 Liter begrenzt – ein bescheidener Wert für ein Boot mit dieser Anzahl an Kojen und eine echte Einschränkung bei längeren Törns ohne Nachfüllung. Das Kabinenklima profitiert vom oben beschriebenen isolierten Deck, was den Raum unter Deck beim Fahrtensegeln in kalten Gewässern deutlich angenehmer macht als es ein festes Laminatdeck zuließe.

Ausrüstung und Antrieb

Die Motorisierung variierte je nach Rumpf, aber die Optionen konzentrieren sich auf Yanmar-Diesel – den Innenborder YS8M oder eine Yanmar-Einheit mit 8 PS –, die über einen Wellenantrieb verfügen. Mit dem 8-PS-Yanmar erreicht das Boot 6,0 Knoten. Der Kraftstofftank ist aus Stahl und fasst 30 Liter, was für Tagestouren und kurze Törns besser geeignet ist als für lange Motorenetappen.

Bekannte Schwachstellen

Das größte strukturelle Risiko ist das Deck mit Balsaholzkern. Da Balsa als Sandwichkern verwendet wird, muss bei jedem Loch im Deck besondere Sorgfalt darauf verwendet werden, dass kein Wasser in den Kern gelangt. Ein Käufer oder Eigner sollte Decksbeschläge, Winschenbolzen und Durchführungen im Deck als potenzielle Einstiegspunkte für Feuchtigkeit betrachten. (1)

Das Fazit

Die H-35 ist eine durchdacht konstruierte skandinavische Regatta-/Fahrtenyacht: Groops Rumpf kombiniert eine breite, gut ballastierte Flossenkiel-Form mit einem ungewöhnlich großzügigen Segelplan, und das Deck mit Balsakern ist ein echtes Komfortmerkmal für kalte Wetterbedingungen und keine bloße Marketingidee. Der Kompromiss liegt in einer geringen Kraftstoff- und Wasserkapazität sowie einem Sandwichdeck, das nachlässige Modifikationen hart bestraft. Für Segler, die eine steife Handhabung und eine warme Kabine über langfristige Autarkie stellen, bleibt sie eine seriöse Wahl auf dem Gebrauchtbootmarkt.

Vorteile

  • Das Deck mit Balsakern schützt vor kaltem Wasser und reduziert die Kondenswasserbildung in der Kabine
  • Bleiflossenkiel mit 43 Prozent Ballastanteil für einen steifen, berechenbaren Rumpf
  • Sehr hoch aufliegendes Rigg für diese Klasse mit mehreren Optionen für den 7/8-Rigg-Typ

Nachteile

  • Der Balsaholz-Deckskern erfordert eine disziplinierte Abdichtung bei allen Durchführungen
  • Nur 60 Liter Frischwasser und 30 Liter Kraftstoffkapazität im Stahltank
  • Die bescheidene Motorisierung mit 8 PS liefert unter Motor nur 6,0 Knoten

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