Design und Konstruktion
Der Kern der 45.9 ist ein geschweißter Aluminiumrumpf mit Heckspiegel, kombiniert mit einem GFK-Deck und einem Kajütaufbau mit Schaumkern – eine hybride Konstruktion, die die Werft seit langem nutzt, um das Gewicht niedrig zu halten und gleichzeitig die Robustheit eines Metallrumpfs zu bewahren. Ein wasserdichtes Aluminiumschott im Bug und ein großzügiger Segelschrank mit Schlagstufe sorgen für eine echte Aufteilung im Vorschiff. Beim Trockenfall wird das Bootsgewicht vom Bug und einem breiten Kielstummel getragen, nicht von den Rudern – ein Detail, das die beiden Ruderblätter schützt, wenn das Schwert hochgezogen und der Rumpf auf den Strand gesetzt wird. Das Magazin SAIL stellte fest, dass bei diesem Boot jedes Objekt, das schwächer als Granit ist, wahrscheinlich schlechter abschneiden wird als das Boot selbst. Unter der Wasserlinie kann das Standard-Schwert-und-Skeg-Unterwasserschiff durch einen ballastierten Schwenkkiel ersetzt werden. Die Sport-Version verfügt über einen kugeligen Hubkiel, der den Schwerpunkt senkt, während sie fast zwei Tonnen leichter ist als die Version mit Schwert. (1)
Rigg und Handhabung
Die 45.9 segelt als vielseitige Doppelkopf-Slup: Ein zweifach gesalbter, an Deck stehender Mast trägt ein Solent-Rigg mit zwei Rollfocken, und ein verlängerter Bugspriet im Vorschiff dient für die Offwindsegel und beherbergt das Ankergeschirr. Ein stabiler Baumniederholer mit Walder-Baumhemmer bändigt den Mast bei einer Halse, und der Traveller sitzt direkt vor einem großzügigen Sprayhood, während farbcodierte Trimmleinen zu Winschen und Fallstoppern auf beiden Seiten des Kajütaufbaus führen. Bei leichtem Abendwind vor Annapolis zeigte sich das Boot den Testseglern nach guter Kursstabilität und einem angenehmen Rudergefühl. Mit einem Wendewinkel von knapp unter 90 Grad und fast 5 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit meisterte es 7-Knoten-Böen gut. Das Schwert sorgt beim Absinken am Wind für echten Grip, lässt sich aber auch hochziehen, um flache Ankerplätze zu öffnen, die andere Boote dieser Größe nicht betreten können. Der Rezensent von Cruising World schipperte bei 5 Knoten Wind in der Chesapeake Bay mit über 3 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit dahin. Unter Motor lief ein 60 PS starker Volvo Penta D2-60 (ein 75 PS Diesel ist optional) bei 2.000 U/min mit 7 Knoten und auf Vollgas mit 8 Knoten, wobei das Geräusch unter Deck und an Deck angenehm leise war. (1)
Unterbringung
Franck Darnet gestaltete einen weichen, modernen Innenraum in drei Layouts, die um zwei oder drei Kabinen und ein oder zwei Nasszellen herum aufgebaut sind. Die „Eignerversion“ bietet eine geradlinige Pantry an Backbord, wo sich der Koch für Sicherheit gegen den Rücken der Mittellinien-Sitzbank – tatsächlich der Schwertkasten – lehnen kann, wobei ein kleiner Stufenunterschied vom Salon zur Pantry zu beachten ist. An Steuerbord befindet sich eine erhöhte Navigationsecke mit Sitzen vorne und hinten, die auf eine große L-förmige Sitzecke blickt, deren klappbarer Tisch eine riesige Doppelkoje bildet. Jede Version umfasst zudem eine luxuriöse Vorschiffskabine. Anstelle einer dritten Kabine achtern integriert Allures einen echten technischen Bereich, der sowohl von der Plicht als auch über eine Luke im Backbord-Locker zugänglich ist; dort befindet sich der Generator und es ist Platz für eine Waschmaschine vorhanden, wobei auch Kojen als Alternative angeboten werden. Ein zweiteiliger Acryl-Gangspiegel verschwindet im Deck, und ein offener Heckspiegel führt zu einer eingebauten Badeplattform.
Varianten und Ausstattung
Neben der Standard-Version mit Schwert verliert die 45.9/S Sport fast zwei Tonnen Gewicht und kommt mit einem Carbonmast sowie einem Rod-Rigg zum Einsatz, um das Gesamtgewicht weiter zu reduzieren. Zudem ist ab Werk nun North Sails als Segelwerkzeug eingestellt, und neuere Rümpfe werden statt mit Volvo-Motoren mit Nanni-Motoren ausgestattet. Ein praktischer Geräteträger im Heck dient als Antennenhalter, Windgenerator und Solarpaneel und fungiert gleichzeitig als Davits für das Beiboot. Optional kann auch ein selbstaufholbares Rocna-Anker angefordert werden. Für den Entwurf werden durchschnittliche Tagesetappen von über 160 Meilen angegeben, was seine Ausdauer auf Langstrecke unterstreicht.
Das Fazit
Die Allures 45.9 ist eine durchdacht weiterentwickelte Aluminium-Fahrtenyacht, die den Charakter der Marke mit geringem Tiefgang und Trockenfallmöglichkeit beibehält, während sie ein leises, gut isoliertes Innenraumkonzept und eine seetüchtige Kabinenaufteilung mit geteilten Schotten bietet. Ihr Solent-Rigg und das Schwert machen sie ungewöhnlich flexibel für das Segeln am Wind und das Anlanden im Flachwasser, und der technische Spielraum ist ein seltener Zugeständnis an echte Fahrtensegler. Die tiefergelegte Pantry und die schwierige Wiederverkaufsposition einer französischen Aluminium-Schwert-Yacht sind die einzigen Schwachpunkte.
Vorteile
- Gelaserte Aluminiumrümpfe mit wasserdichtem Vorsteven und kollisionsgeschütztem Segelkasten
- Integriertes Schwert für hervorragende Leistung am Wind und gutes Ankerverhalten in flachen Gewässern; Doppelruder ist im Ruhezustand entlastet
- Solent-Doppel-Vorsegel-Rigg mit Bugspriet und gut kontrollierbarem Baumstopper
- Spezieller Technikraum mit Platz für einen Generator, zugänglich von innen und über die Plicht
- Geringer Motorenlärm und gute Durchschnittswerte auf Langstrecke für ein 45-Fuß-Boot
Nachteile
- Der kleine Stufenübergang vom Salon zur Pantry an Backbord ist eine ergonomische Schwachstelle
- Das Aluminium-Schwert-Fahrtenboot bleibt ein Nischenmarkt beim Wiederverkauf


