Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus handaufgelegtem GFK mit einer dicken Laminate, gut gestützt durch vollständige und teilweise Schotten, die mit Gewebe und Harz laminiert sind. Das Deck und der Salon bestehen aus einem Balsaholzkern-Komposit. Die Rumpf-Deck-Verbindung nutzt eine nach außen gerichtete Flanschplatte auf beiden Teilen, die mit Bootslackdichtungsmasse verbolzt sind und im Inneren mit Glasfaser verstärkt sowie außen mit einer schweren Aluminiumprofilleiste versehen sind. Der Ballast besteht aus einer internen Blei-Innengussform von 5.800 Pfund, die in den Langkiel einlaminiert ist. Alle Beschläge sind mit Gegenplatten durchgebolt. Der Mast ist an Deck gesteppt und im Innenraum durch einen massiven Holz-Biegestab, der bis in die Bilge reicht, getragen. Die Werft gab an, das Boot sei nach den AAA-Vorschriften der Lloyd’s gebaut worden. Das Kenterungsverhältnis von 1,69 liegt unter dem Grenzwert von 2,00, der für Hochseetauglichkeit herangezogen wird; ein niedrigerer Wert deutet auf ein stabileres Schiff hin. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg teilt sich mit der Ketsch den um etwa einen Fuß nach achtern versetzten Großmast, verfügt jedoch über ein Großsegel mit längerem Unterliek und eine etwas längere Vorsegeldreiecksbasis als die Ketsch; die Gesamtsegelfläche des Kutters liegt leicht unter der des Ketsch-Riggs. Zwei Vorstagen auf beiden Riggs ermöglichen das Setzen zweier Vorlieks auf raumen Kursen. Die Travellerschiene für die Großschot befindet sich auf dem Brückendeck. Das Ruder ist ein großes, „Schuppen-Tür“-Ruder im Stil einer Scheunentür, das an einem langen Kiel hängt. Die Werft bewarb maximale Kursstabilität und überraschende Steifigkeit, gepaart mit schnellen Leichtwindleistungen und guter Am-Wind-Eigenschaft. In der Zeitschrift Practical Sailor stellten Rezensenten fest, dass das Boot aufgrund des Langkiels und des veralteten Ruders beim Wenden etwas träge sein kann, sich jedoch gut schlägt, sobald der scheinbare Wind über acht Knoten steigt. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Vorschiffskabine eine V-Koje, einen Kleiderschrank und eine Waschschüssel, unter der sich Schubladen, Behälter und ein Edelstahl-Fäkalientank befinden. Die Nasszelle ist klein und beherbergt lediglich Toilette und Dusche, während der Salon asymmetrische Sofakojen und einen aus dem vorderen Schott herablassbaren Tisch bietet. Die Pantry befindet sich achtern und verfügt über eine tiefe Spüle, die sowohl mit Druck- als auch mit manuellem Süßwasser versorgt wird, sowie eine mit vier Zoll Isolierung und einem gut abgedichteten Deck versehene Kühlbox. Spätere Rümpfe zeigten die am besten verarbeiteten Innenräume aller alliierten Boote, die die Tester gesehen hatten, und die Stehhöhe beträgt 6'2" (ca. 1,88 m). Bemerkenswerterweise gibt es im Layout keine Navigationsecke.
Bekannte Schwachstellen
Die Ankerrollen liegen so weit außen am massiven Teak-Bugspriet, dass die Ankerleine beim Einsatz dazu neigt, den Relingstütze zu schaben. Einige Eigner haben sich darüber beschwert, dass der im Bilgenbereich eingebaute, geschweißte Aluminium-Kraftstofftank keine Inspektionsluke besitzt. Der Zugang zum Motor ist bestenfalls dürftig: Der Westerbeke 27 Diesel ist unter den Plichtboden gepresst, was bedeutet, dass die Niedergangsstufen und das dahinterliegende Panel entfernt werden müssen, bevor das Öl überprüft werden kann, obwohl eine Ölwanne verhindert, dass auslaufendes Öl in die Bilgen sammelt.
Refits und Eignerschaft
Die Standardsteuerung war ein Edson-Radsteueranlage auf dem Ruderschaft, und eine Cockpit-Dusche mit Süßwasser ist in der Fußwanne eingelassen. Der schmale Niedergang und die durchgebolzten Decksbeschläge mit Bronzeschotten zeugen von einer robusten Originalausstattung; spätere Eigner profitieren von einem breiten Kajütaufbau und Seerelingen, die 30 Zoll über dem Deck stehen. Das Fehlen einer Navigationsecke ist die einzige wiederkehrende Kritik am Innenraum, und der etwas kleinere Segelplan des Kutters im Vergleich zum Ketsch ist ein kleiner Kompromiss für ein einfacheres Rigg.
Das Fazit
Die Seawind Mk II Cutter ist eine durchdacht weiterentwickelte Gillmer-Fahrtenyacht: schwerer und geräumiger als das Original, gebaut mit konservativer GFK-Arbeit des Hudson River und einem Langkieler-Rumpf mit Bleikiel, der bei Stabilitätsmessungen hervorragende Werte erzielt. Sie ist eine leistungsfähige Fahrtenyacht für mäßigen Wind mit einem praktischen, wenn auch ungewöhnlichen Innenraum, die durch schlechten Motorzugang und einige Rigg-/Decksdetails, die Aufmerksamkeit des Eigners erfordern, etwas abgemildert wird.
Vorteile
- Interner Bleiballast, einlaminiert in einem Langkiel; Kenterungsverhältnis unter dem Offshore-Grenzwert
- Deck mit Balsakern, durchgebolzter Beschlag, robuste Rumpf-Deck-Verbindung
- Asymmetrische Salonsofas, Stehhöhe von 1,88 m, gut isolierte Kühlbox, Pantry achtern
- Hohe 76 cm Seereling und solide Fußreling für maximale Sicherheit an Deck
Nachteile
- Langsam bei Wenden unter dem Langkiel und dem riesigen Ruder
- Kraftstofftank ohne Inspektionsluke; Ankerleine scheuert am Relingstütze des Heckkorbs
- Motor unter der Plicht verdeckt mit nur eingeschränktem Zugang für das Vorschiff
- Keine Navigationsecke unter Deck









