Design und Konstruktion
Marine Construction baute die Cutlass 27 als massiven GFK-Rumpf mit robuster, aber unkomplizierter Bauweise. Ein erheblicher Teil der Flotte wurde von Eignern selbst fertiggestellt, anstatt ab Werft ausgeliefert zu werden. Das Unterwasserschiff ist als Langkieler ausgelegt, und das Decks-Layout ist einfach gehalten. Mit einer Länge über alles von 27 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 20 Fuß, einer Breite von 7 Fuß 8 Zoll und einem Tiefgang von 4 Fuß 6 Zoll verdrängt sie 6.496 Pfund und trägt einen Eisenballast, der etwas mehr als 50 Prozent dieses Gewichts ausmacht. Die Komfort-Ratio von 30,1 ordnet ihre Bewegungen im Seegang eher einem moderaten Fahrtenyacht für den Hochseebereich als einem leichten Daysailer zu. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,7 qualifiziert sie als solide Kandidatin für Hochseepassagen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Cutlass 27 ist eine Masttoppslup mit 338 Quadratfuß Segelfläche durch Großsegel und Genua sowie einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 13,4. Dieser Wert ordnet sie mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 363 fest in die Kategorie der schweren Verdränger ein, was bedeutet, dass sie eine steife Brise benötigt, um in Fahrt zu kommen. Sobald sie einmal Fahrt aufgenommen hat, sorgt das Ballastverhältnis von 50 Prozent dafür, dass sie bei Starkwind viel Segelfläche tragen kann und sich gut durch die Wellen schiebt. Das im Test gezeigte Verhalten stimmt mit den Zahlen überein: Sie segelt sehr gut mit einer leichten und feinfühligen Ruderlage, zeigt gute Leistung bei allen Windbedingungen und ist ein gutes Seeboot, das recht schnell und leicht zu handhaben ist. Der Langkiel, der ihr diese Seetüchtigkeit verleiht, macht sich in engen Revieren jedoch negativ bemerkbar. Dort ist sie schwerer zu manövrieren, weist mehr Widerstand und weniger Wendigkeit auf als ein Boot mit Flossenkiel. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Cutlass 27 vier Kojen, aufgeteilt auf einen Salon und eine Vorschiffskabine, mit einer Stehhöhe von 5 Fuß 10 Zoll sowie grundlegenden Einrichtungen für Kochen und Navigation. Der Innenraum ist im Vergleich zu moderneren Booten sehr einfach gehalten und klein; nach heutigen Maßstäben wirkt er etwas eng. Das Cockpit hingegen ist geräumig, und das niedrige Kajütdach sowie der einfache Decksplan machen sie an Deck leicht zu bewegen.
Bekannte Schwachstellen
Drei Schwachstellen tauchen immer wieder in den damaligen Rezensionen auf. Die schlichte Ausführung des Innenraums und das geringe Volumen werden am häufigsten als Mangel kritisiert, insbesondere für Segler, die an moderne Layouts gewöhnt sind. Zudem ist das Boot deutlich untertakelt; es trägt weniger Segelfläche als die meisten ähnlichen Segelboote. Dieser Mangel bremst die Geschwindigkeit und Leistung bei leichtem Wind aus und zwingt den Skipper häufiger zum Motorstart, als es ideal wäre. Der Langkiel, der bereits für seine Hantelschwierigkeiten bekannt ist, ist der dritte chronische Kritikpunkt: mehr Widerstand und weniger Agilität als ein Boot mit Flossenkiel in engen oder flachen Gewässern.
Refits und Eignerschaft
Einige Cutlass 27 sind mit einer Windfahnensteuerung ausgestattet, und einige wenige besitzen ein modifiziertes Hauptluke oder andere Anpassungen für lange Offshore-Passagen. Die ersten Boote wurden 1968 einfach als „Cutlass“ vorgestellt, das Design wurde 1974 umfassend aktualisiert und nach diesen Änderungen in „Cutlass 27“ umbenannt; über einen langen Produktionszeitraum, der bis in die Mitte der 1980er Jahre reichte, wurden fast 200 Boote gebaut.
Das Fazit
Die Cutlass 27 ist eine ehrliche, seegütige Langkiel-Fahrtenyacht mit folkbootartigem Aussehen und einem robusten Rumpf. Sie eignet sich am besten für Segler, die Stabilität und Gelassenheit auf See über Geschwindigkeit bei Leichtwind oder einfache Hafenmanöver stellen. Sie belohnt geduldigen Segeltrimm und Akzeptanz für ein schlicht ausgestattetes, kompaktes Innenraumkonzept.
Vorteile
- Trägt viel Segelfläche gut und schiebt sich bei Starkwind durch die Wellen
- Komfort-Ratio und Kenterungsverhältnis zeichnen sie als fähiges Hochseeboot aus
- Geräumige Plicht und einfaches, leicht zu bedienendes Decks-Layout
- Robuste GFK-Konstruktion mit folkboot-inspiriertem Rumpf
Nachteile
- Sehr untertakelt; träge bei leichtem Wind und neigt zum Motorisieren
- Der Langkiel schränkt die Manövrierfähigkeit in engen oder flachen Revieren ein
- Kleiner, schlicht ausgestatteter Innenraum, der nach modernen Maßstäben eng wirkt







