Design und Konstruktion
Die 9.50 ist solide und gut gebaut, mit Rumpf und Deck aus hochwertiger Schaumsandwich-Konstruktion unter Verwendung von Coremat-Schaumsandwich (Coremat). Die Struktur trägt einen verzinkten Stahlrahmen und eine Stahl-Streckschot, die unter einer dicken Schicht des Überlacks fast unsichtbar sind. Unter den Decksbeschlägen befinden sich Aluminiumplatten, und Aluminiumverstärkungen sind in das Deck eingearbeitet, während der Kiel aus Gusseisen besteht und mit einem Ballastanteil von 41 Prozent 1,45 Tonnen Ballast aufweist. Bei einer Verdrängung von 3,5 Tonnen, einer Breite von 3,10 Metern und einem Tiefgang von 1,70 Metern (oder alternativ 1,30 Meter) bietet die Yacht eine optimale Balance zwischen den Abmessungen einer Familien-Fahrtenyacht und einem ballastreichen, leicht anspringenden Rumpf. (1)
Rigg und Handhabung
Unter Segeln ist die 9.50 agil und direkt, läuft schnell hoch und bietet ein sportliches, schnelles Segelgefühl, das sowohl für den Urlaub als auch für Clubregatten geeignet ist. Die 7/8-Slup trägt 48,3 Quadratmeter Segelfläche bei einer Verhältniszahl von 4,6, und die Pinne ist mit guten Lagern ausgestattet, die eine direkte, kraftsparende Kontrolle ermöglichen. Das Boot liest sich als vielseitige Familien-Fahrtenyacht, mit der man auch Regatten gewinnen kann – eine Behauptung, die durch ihr schnelles, reaktionsschnelles Gefühl bestätigt wird, wie es auf dem Gebrauchtboottest von YACHT berichtet wird. (1)
Unterbringung
Im Inneren ist die Winner schön, geräumig und hell, mit akkurat verarbeitetem Holz und guten Sitzgelegenheiten im gesamten Salon. Das Besondere ist der offene Achterbereich: Durch den Verzicht auf ein Schott und eine Tür entsteht im Layout zusätzlicher Platz an Bord, die Pantry kann vergrößert werden und es gibt Zugang zum Schlafbereich achtern über die Navigationsecke. Die Achterkoje misst 1,34 Meter, was für einen erholsamen Nachtschlaf für zwei Personen nicht ausreicht, aber Seekojen im Salon und reichlich Stauraum gleichen einen kleinen vorderen Nassraum aus, der den Salon vom Vordeck trennt. Eine große Plicht und das offene Achtervolumen lassen den Innenraum größer wirken, als es die Rumpflänge von 9,50 Metern vermuten lässt.
Bekannte Schwachstellen
Die ersten Modelle hatten eine rechteckige Öffnung zum Vordeck, unter der sich unter Riggbelastung manchmal Risse bildeten; spätere Rümpfe wurden mit einem runden Durchgang ins Vorsteven ausgestattet, sodass die Kräfte besser gelenkt werden. Die unsichtbare, verzinnte Stahlstruktur sollte sorgfältig auf Risse untersucht werden, und wenn überall Rost auftaucht, muss die Kielnaht von außen kontrolliert werden. Die Decksbeschläge – Hebelklammern, Winschen und Blöcke am Mastfuß – neigen bei älteren Booten dazu, das Ende ihrer Lebensdauer zu erreichen, und dunkle Gelcoat-Oberflächen, die der Sonne ausgesetzt sind, schwinden im Laufe der Zeit. Bei dem Testboot der YACHT brach das Vorstag bereits beim allerersten Ausflug, was weitere Segeltests beendete.
Refits und Unterhalt
Die Modellgeschichte ist bescheiden: Die einzigen Änderungen betrafen den Umstieg von eingleisig auf zweikreisgekühlte Yanmar-Motoren (15 kW / 21 PS) sowie die oben erwähnte spätere Rundung des Durchgangs zum Vordeck. Ein sorgfältiges Gutachten der Stahlrahmen und der Kiel-Rumpf-Verbindung ist das zentrale Thema für Eigner, nicht jedoch ein umfangreiches Refit des Rumpfes.
Das Fazit
Die Winner 9.50 ist eine gut durchdachte, holländische Renn- und Fahrtenyacht, deren offener Achterkajütaufbau und Sandwichbauweise ihr mehr Wohnraum und Steifigkeit unter Segeln bieten, als ihre Länge vermuten lässt – auf Kosten einer schmalen Achterkoje und einiger alternder Komponenten, die im Auge behalten werden sollten.
Vorteile
- Agiles, direktes, sportliches Segelverhalten mit Regattapotenzial
- Helliger, geräumiger, hochwertig ausgestatteter Innenraum mit vergrößerter Pantry und offener Achterkabine
- Solide Schaumsandwich-Konstruktion mit verdecktem Stahlrahmen und aluminiumverstärktem Deck
Nachteile
- Die 1,34 Meter lange Achterkoje ist zu schmal für zwei Personen, um gut zu schlafen
- Frühe Rümpfe neigen zu Rissen im Vordeck; der Stahlrahmen und die Kiel-Rumpf-Verbindung müssen sorgfältig inspiziert werden
- Decksausrüstung und Vorstag bei älteren Exemplaren können am Ende ihrer Lebensdauer sein







