Design und Konstruktion
Der Rumpf der X-95 ist aus handaufgelegtem GFK gefertigt, während das Deck ebenfalls aus GFK besteht. Beide sind in Sandwichbauweise ausgeführt, was das Kabinenklima verbessert und Kondenswasserbildung begrenzt, wenn das Wasser kälter ist als die Luft im Innenraum. Dieses Sandwich-Verfahren hält die Wartung über eine Segelsaison hinweg auf ein Minimum. Der Kiel selbst ist aus Eisen und mit einem Flossenprofil verbolzt, das je nach Beladung zwischen 5,68 und 5,98 Fuß Tiefgang hat, sodass das Boot in den meisten Marinas problemlos liegen kann. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 2,85 ist die X-95 geräumiger als 76 Prozent vergleichbarer Konstruktionen, und ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48 Prozent liegt höher als bei 86 Prozent ähnlicher Boote – ein Wert, der auf eine sehr hohe Krängungsstabilität hindeutet. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 180 ordnet sie zu den leichten Regattayachten ein, da 82 Prozent ihrer Konkurrenz schwerer eingestuft sind. (1)
Rigg und Handhabung
Käufer konnten sich für ein Masttopp- oder ein 7/8-Rigg entscheiden. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 19,2 unter dem ISO-Referenzsegel und steigt auf 21,9 mit einer 135-prozentigen Genua. Damit ist die X-95 bei leichtem Wind schneller als 85 Prozent ähnlicher Konstruktionen, und das Boot trägt mehr Rigg als 69 Prozent ihrer Klasse, was sie als leicht übertakelt kennzeichnet. Unter Motor schiebt ein Yanmar-Diesel sie auf 7,0 Knoten – knapp unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 6,9 Knoten für einen Verdrängerrumpf dieser Länge. Das Kenterungsverhältnis von 2,20 bedeutet, dass sie nicht für Hochseeregatten zugelassen wäre – eine nützliche Grenze für alle, die sich langfristige Offshore-Aktivitäten vorstellen.
Unterbringung
Die Stehhöhe liegt über dem Durchschnitt für diese Größe, und der Innenraum ist aus Mahagoni – einem Hartholz, das wasserabweisend und widerstandsfähig gegen Fäulnis ist, was es ideal für eine feuchte Kabine macht. Der breite Rumpf, der ihr das großzügige Raumgefühl im Innenraum verleiht, sorgt auch dafür, dass das Volumen unter Deck großzügiger ist als bei den meisten Konkurrenten. Obwohl das Komfort-Ratio von 17,4 bedeutet, dass sie nur für 18 Prozent ähnlicher Konstruktionen komfortabler ist, ist die Bewegung im Seegang eher fest als weich.
Bekannte Schwachstellen
Die X-95 wurde auch als Bausatz für den Selbstbau angeboten, weshalb die Qualität der fertigen Boote von Exemplar zu Exemplar variiert. Ein Käufer oder Eigner sollte jeden Rumpf als Einzelstück betrachten, da Werft- und Amateurbauten nicht immer denselben Montagestandard aufweisen. (1)
Das Fazit
Die X-95 ist ein markant gestaltetes Entwurf aus der frühen X-Yachts-Ära, der Seglern, die eine leichte, steife, breite Küstenregattayacht mit einfachem Hafenzugang und geringen saisonalen Wartungskosten suchen, perfekt entspricht. Der Sandwich-Rumpf und das Sandwich-Deck sorgen für einen trockeneren Salon, und das hohe Ballastverhältnis hält sie aufrecht. Die moderate Komfort-Ratio und die Ausschlusskriterien für Hochseeregatten positionieren sie jedoch eher als Boot für Tagestouren und Wochenenden als als Weltumsegler. Die Option des Selbstbaus bringt zusätzliche Variablen mit sich, die eine sorgfältige Inspektion erfordern.
Vorteile
- Hohes Ballastverhältnis sorgt für hohe Krängungsfestigkeit
- Breiter und geräumiger als die meisten ähnlichen 30-Fuß-Boote
- Sandwich-Konstruktion begrenzt Kondenswasser und erleichtert die Wartung
- Flach genug angeordneter Flossenkiel für die meisten Marinas
Nachteile
- Festes Seeverhalten; Komfort-Ratio unter der von den meisten Konkurrenzbooten
- Kenterungsverhältnisse schließen Hochseeregatten aus
- Selbstbausätze führen zu einer ungleichmäßigen Bauqualität





