Design und Konstruktion
Der Rumpf der 860 ist aus massivem GFK gefertigt und trägt einen eisernen Flossenkiel sowie ein Spatenruder. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 2,95 ist sie breiter als 62 Prozent vergleichbarer Konstruktionen, und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39 Prozent liegt über dem Wert von 42 Prozent ähnlicher Boote – Zahlen, die zusammen mit ihrer bekannten Stabilität ihren Charakter erklären, ohne eine Hochseetauglichkeit zu implizieren. Das Kenterungsverhältnis von 2,14 liegt außerhalb des Grenzwerts, der für Hochseeregatten akzeptiert wird, was eine nützliche Grenze für ein Boot darstellt, dessen 21 m² benetzte Fläche und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 266 es eher zu einer „moderaten Regattayacht“ als zu einer Blauwasser-Fahrtenyacht machen. (1)
Rigg und Handhabung
Was die 860 auf dem Papier auszeichnet, ist ihr Segelplan. Sie trägt deutlich mehr Rigg als 85 Prozent ähnlicher Segelboote, was für ihre Größe überladen wirkt – die Werte für Segelfläche zu Verdrängung bestätigen dies: 16,6 mit dem Referenzsegel, steigend auf 19,3 mit einer 135-prozentigen Genua. Dieser Überdruck übersetzt sich in echte Geschwindigkeit bei leichtem Wind – sie ist bei leichtem Wind nach der Kennzahl SA/D schneller als 58 Prozent ähnlicher Konstruktionen, obwohl ihre relative Geschwindigkeitsleistung von 34 bedeutet, dass sie nur 34 Prozent ihrer Altersgenossen auf diesem breiteren Maßstab hinter sich lässt. Das 7/8-Rigg wird mit einem Flossenkiel kombiniert, der je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 1,5 bis 1,6 Metern hat, was das Einlaufen in die meisten Marinas ermöglicht und gleichzeitig die Geschwindigkeit erhalten bleibt. Unter dem optionalen Volvo Penta 2001 Diesel erreicht sie unter Motor etwa 4,3 Knoten Höchstgeschwindigkeit, gegenüber einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 6,2 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die 860 für vier Kojen ausgelegt. Der breite Rumpf, der sie geräumiger macht als fast zwei Drittel ähnlicher Entwürfe, ist hier der entscheidende Faktor; das L/B-Verhältnis ist kein rein optisches Detail, sondern der Grund, warum sich das Innenraumgefühl größer anfühlt, als es ihre Länge von 28 Fuß vermuten lässt. Keine Quelle gibt Details zur Aufteilung abgesehen von der Anzahl der Kojen, sodass der Plan allein nach diesem Verhältnis beurteilt werden muss.
Leistungsumfang
Die Komfort-Ratio von 18,6 sorgt für mehr Komfort als bei 31 Prozent ähnlicher Konstruktionen – ein ehrliches, durchschnittliches Verhalten für eine moderate Regattayacht, nicht für eine weich segelnde Fahrtenyacht. Ihr Tiefgangsverhältnis von etwa 709 lbs pro Zoll bedeutet, dass Laständerungen schnell an der Wasserlinie sichtbar werden, und der variable Tiefgang, der je nach Beladung angegeben wird, ist eine direkte Folge dieser Empfindlichkeit und keine Toleranz eines Festkiels.
Das Fazit
Die Winga 860 ist eine spezialisierte kleine schwedische Regatta-/Fahrtenyacht: breit gebaut, extrem überriggt für spritzige Leichtwindleistungen und in geringer Stückzahl von Winga Marin AB nach den Entwürfen von Rolf Eliasson aus den späten siebziger Jahren gebaut. Sie ist ein Boot für Küstenfahrten und Clubregatten, deren Kennzahlen sie eindeutig außerhalb der Regattaklassen für Hochseeregatten positionieren.
Vorteile
- Der breite Rumpf bietet mehr Platz als bei 62 % ähnlicher Konstruktionen
- Das hochgradig überriggte Segelplan sorgt für hohe Geschwindigkeit bei leichtem Wind
- Der Flossenkiel aus Eisen und der geringe Tiefgang erleichtern den Hafen-Zugang
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis schließt sie vom Hochseeregattasegeln aus
- Die Komfort-Ratio liegt unter der von den meisten ähnlichen Konstruktionen
- Weniger als 200 gebaut, was Ersatzteile und Community-Support einschränkt








