Whitby 55 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Ted Brewer·1982·Whitby Boat Works Ltd.
Whitby 55 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Ketsch
LOA
55' · 16.76 m
Verdr.
54.000 lbs · 24.494 kg
Erstes Baujahr
1982

Die Whitby 55 stellt den Sprung von Ted Brewer in die Klasse der großen Fahrtenyachten von Whitby Boat Works dar. Sie entstand aus einer Linie, die mit der Whitby 42 im Jahr 1971 begann und noch mehr als 250 dieser Rümpfe hervorbrachte, bevor das größere Design anlief. Ursprünglich als 52FußYacht konzipiert, wurde das Projekt erst auf 55 Fuß verlängert, nachdem Brewer und die Werft zu dem Schluss kamen, dass die vorgesehenen Kabinenaufteilungen nicht in den kleineren Rumpf passten. Das erste Boot war für Anfang 1985 fertiggestellt geplant, weitere Produktion sollte im Frühjahr desselben Jahres erfolgen.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
55 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
45 ft
Breite
15,42 ft
Tiefgang
6,58 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
69,58 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
16.000 lbs (Blei)
Verdrängung
54.000 lbs
Wasserkapazität
300 gal
Kraftstoffkapazität
300 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Ketsch
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
1.360 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,23
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
29,63
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
264,55
Komfort-Ratio
45,51
Kenterungsverhältnis
1,63
Rumpfgeschwindigkeit
8,99 kn

Design und Konstruktion

Brewers Handschrift ist unübersehbar an einem Rumpf mit einer Verdrängung von 43.500 Pfund auf 18.000 Pfund Ballast zu erkennen. Mit einer Länge von 55 Fuß und einer Breite von 15 Fuß 5 Zoll vermittelt das Volumen die Präsenz eines großen Bootes. Der Kiel wird als Flossenkiel mit 6 Fuß 10 Zoll Tiefgang oder als Flachkielvariante mit 5 Fuß 7 Zoll Tiefgang angeboten. In einem Artikel für das Canadian Boating bemerkte der Konstrukteur, dass die Verarbeitungsqualität aus der Werft in Whitby in dieser Zeit hervorragend war und die Innenflächen in handpoliertem Teakholz ausgeführt sind. Das Boot wurde für verschiedene Märkte entwickelt und daher mit Mittelcockpit oder Steuerhausdeck sowie mit verschiedenen Innenraumkonzepten statt einer einzigen festen Aufteilung angeboten. (1)

Rigg und Handhabung

Der Segelplan wurde bewusst auf zwei Masten aufgeteilt, um die Handhabung für den an Charter orientierten Markt zu erleichtern, auf den sich der Entwurf richtete. Brewer selbst hatte sich ein einzelnes Kutterrigg erhofft, akzeptierte aber das Ketsch-Kompromiss, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Der Besan ist kurz gehalten, um die Leistung am Wind zu erhalten – eine Slup mit gleicher Segelfläche würde am Wind immer noch besser laufen –, doch der kleinere Besan trägt trotzdem zum Segelfläche bei raumen Kursen bei und ermöglicht es, die Vorsegel auf handliche Größe zu verkleinern. Ein Selbstwendestagsegel kommt bei windigen oder Flaute-Tagen zum Einsatz, wenn das Wenden der Genua unpraktisch ist, und eine Version mit niedrigem Maststand war für Boote verfügbar, die unter Brücken auf Binnengewässern hindurchfahren mussten. Das Standard-Rigg bringt 1.360 Quadratfuß Segelfläche. (1)

Unterbringung

Der Platz wird vom Spiegel bis zum Vorpiek genutzt. Die Achterkabine bietet eine vollwertige Doppelkoje und eine Nasszelle mit einer großzügigen Dusche, sodass der Schlafplatz nur wenige Meter vom Namen auf dem Spiegel entfernt liegt. Im Vorschiff teilen sich zwei separate Gästekabinen eine zweite Nasszelle. Die Aufteilung liest sich wie ein Boot, das für entspanntes Segeln vor Anker und weniger für langsame Ozeanüberquerungen ausgelegt ist: Es gibt nicht viele Seekojen für diese Art von Reise, obwohl die Werft den Innenraum auf Wunsch nachträglich umgestalten könnte, um welche hinzuzufügen. Das glänzende Teakholz und die Trennung der Gästekabinen eignen sich eher für Küstenfahrten und Charter als für das Wachen auf Langstreckentörns. (1)

Refits und Eignerschaft

Da die 55 von Anfang an mit verschiedenen Decks- und Innenraumkonfigurationen angeboten wurde, sind Umbaupläne der Eigner keine Seltenheit – selbst Whitby würde das Interieur auf Wunsch für Seekojen umrüsten. Die Variante mit niedrigem Mast sowie die Wahl zwischen Pilothouse oder Mittelcockpit bedeuten, dass Gebrauchtboote im Profil und in der Brückenfreiheit stark variieren können, was vor dem Kauf an den geplanten Revieren zu prüfen ist.

Das Fazit

Die Whitby 55 ist eine von Brewer entworfene große Fahrtenyacht, die ultimative Am-Wind-Eigenschaften gegen einfache Handhabung mit zwei Masten und einen mit Teakholz ausgestatteten, einladenden Innenraum für Gäste eintauscht. Sie ist eher eine Plattform für Küstenfahrten und den Chartermarkt als eine reine Langstrecken-Fahrtenyacht mit vielen Kojen, bleibt jedoch flexibel genug, dass die Werft sie individuell anpassen könnte.

Vorteile

  • Das zweimastige Split-Rigg erleichtert die Segelbedienung und verkleinert die Größe des Vorsegels
  • Handpoliertes Teak-Innere mit einer Doppelkoje achtern und zwei Gästekabinen im Vorschiff
  • In Mittelcockpit- oder Pilothouse-Version mit optionaler niedriger Takelage für Brückenfreiheit erhältlich
  • Hervorragende Verarbeitungsqualität gemäß der eigenen Aussage des Designers in Canadian Boating

Nachteile

  • Wenige Seekojen als Standard, was den Einsatz auf Langstrecken ohne Umbauten einschränkt
  • Der kurze Besan lässt das Boot am Wind hinter einer Slup zurück, trotz des Segenvorteils auf raumen Kursen
  • Der Konstrukteur bevorzugte ein Kutterrigg, was darauf hindeutet, dass die Ketsch ein Marktkompromiss war

Ähnliche Segelboote

12 vergleichbare Designs · ähnliche LOA, Verdrängung & Rigg