Design und Konstruktion
Cheoy Lee war Mitte der 1960er Jahre vollständig auf GFK umgestiegen, und die Pedrick 55 spiegelt diese reife Ära des Verbundwerkstoffs in einer soliden GFK-Rumpf- und Decksbauweise wider. Sie ist ein schweres Boot mit einem robusten, gut gebauten Rigg, und Eigner beschreiben einen tiefen, zehn Tonnen schweren Kiel, der sie tief im Wasser verankert. Die Wasserlinienlänge von 46 Fuß und die Breite von 16 Fuß sorgen für viel Volumen, während ein Kenterungsverhältnis nahe 1,76 und eine Komfort-Ratio von 37,65 sie als stabile Langstrecken-Fahrtenyacht und nicht als Leichtdeplacement-Regattaboot kennzeichnen.
Rigg und Handhabung
Das Slup-Rigg basiert auf einem Aluminiummast von ForeSpar mit einem als wenig beansprucht geltenden stehenden Gut aus SS Dyform, kombiniert mit einem überholten hydraulischen Navtec-Achterstag und -Baum. Ein Leisure Furl-Baum und das Schaefer 2100-Fockfurlungssystem vereinfachen die Segelhandhabung, und große elektrische Primärwinschen sowie eine elektrische Mastwinsche machen das Setzen und Bergen des Großsegels zu einer mühelosen Aufgabe. Am Wind läuft sie wie ein Güterzug nach Luv und läuft hervorragend kursstabil, unabhängig vom Winkel oder den Bedingungen, wobei ihre beste Leistung im Windbereich von 12 bis 20 Knoten erzielt wird. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Boot drei Kabinen und zwei Nasszellen mit insgesamt acht Kojen. Der Innenraum ist im Mahagoni-Ausbau mit lackierten Teak- und Holzdecks gehalten, kombiniert mit weißen Oberflächen und einem Deckenhimmel für eine zurückhaltende, traditionelle Atmosphäre. Diese Aufteilung ermöglicht sowohl das Fahrtensegeln im privaten Rahmen als auch – was für einen ausländischen Rumpf einzigartig ist – eine MARAD-Befreiung für mindestens ein Exemplar. Dieses seltene Privileg erlaubt es, bis zu 12 Passagiere gleichzeitig an Bord zu haben.
Refit und Eignergeschichte
Ein umfassendes Refit im Zeitraum von 2005 bis 2009 verwandelte den 1986 gebauten Rumpf; die Eigner berichten, dass das Boot als weitaus bessere, robustere und besser ausgestattete Yacht wieder zu Wasser gelassen wurde als beim Kauf. Die Elektrik an Bord zeigt den Weg der Modernisierung: Ein Victron Wechselrichter/Ladegerät mit 3000 W, ein Victron Solarregler für 340 W SunPower-Paneele und ein vollständiges LifePO4-12V-Batteriesystem. Eine solche systematische Modernisierung ist das typische Merkmal einer gepflegten Pedrick 55.
Das Fazit
Die Pedrick 55 ist eine robust gebaute Slup mit ausreichend Ballast und Rigg-Stabilität für anspruchsvolle Offshore-Einsätze. Ihr Rollfock-Antrieb und die elektrische Winsch machen diese Fähigkeiten auch für eine kleine Crew zugänglich. Der Innenraum mit drei Kabinen und acht Kojen ist eher traditionell als geräumig, aber die Refit-Historien zeigen, dass diese Rümpfe gut auf Modernisierungen reagieren. Eine seltene MARAD-Befreiung bei einigen Booten erweitert ihr Charterpotenzial.
Vorteile
- Tiefer Zehnton-Kiel und 20.000 Pfund Bleiballast für ein stabiles Verhalten auf See
- Robustes Rigg mit hydraulischem Baumniederholer/Achterstag und selten genutzten Dyform-Stagen
- Elektrische Winschen und Rollbaum erleichtern das Segelhandling mit kleiner Crew
- Bewährte Weltumsegelungen und Refit-Historie bei dokumentierten Booten
Nachteile
- Die schwere Verdrängung schränkt die Leichtwindleistung außerhalb von 12–20 Knoten ein
- Der traditionelle Innenraum mit drei Kabinen ist für die Bootslänge nicht besonders geräumig







