Design und Konstruktion
Die 43 trägt den typischen Langkiel und das Kanuheck von Hans Christian, eine Rumpfform, bei der Kursstabilität und Schutz des Ruders im Vordergrund stehen. Der massive GFK-Rumpf und 12.300 lb Ballast bei einer Verdrängung von 31.500 lb verleihen ihr ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 39 Prozent und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis von rund 281 – Werte, die sie fest im Lager der schweren, stabilen Fahrtenyachten positionieren. Spätere traditionelle Rümpfe wurden mit einem modifizierten Telstar-Kiel angeboten – einem abgeschnittenen Profil des Langkiels, das die benetzte Fläche verringerte, um das Manövrieren in engen Häfen und das Handling bei leichtem Wind zu erleichtern. Die robuste GFK-Bauweise und die reichlich vorhandene Teakholz-Ausbauten definieren den traditionellen Charakter des Bootes, und der tiefe Rumpf bietet großzügige Stehhöhe sowie reichlich Stauraum für Proviant und Ausrüstung. (1)
Rigg und Handhabung
Die meisten Exemplare verließen die Werft als Stagsegel-Ketschen, obwohl auch Kutter- und Slup-Konfigurationen gebaut wurden. Die Kutter-Ketsch-Konstruktion ist vielseitig und hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew geeignet, da ein einzelner Wachhabender die Segel schrittweise bedienen kann. Ihre Segelfläche von 894 Quadratfuß bei dieser Verdrängung erzeugt ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von etwa 14,4, sodass sie eher für Komfort, Stabilität und Schwerwettertauglichkeit als für Geschwindigkeit gebaut ist. Der Langkiel erzeugt eine beträchtliche benetzte Fläche und einen hohen Widerstand, weshalb sie nicht für herausragende Leistung am Wind bekannt ist. Am besten segelt sie auf Halbwind- oder raumen Kursen, was der typische Modus für Langstreckenfahrten ist. Die später entworfene Christina 43 von Scott Sprague aus den Mitte der 1980er Jahre wechselte zu einem Flossenkiel mit Skeg-Profil und legte mehr Wert auf Geschwindigkeit, während die Bauqualität und der Komfort im Innenraum beibehalten wurden.
Unterbringung
Unter Deck schafft der hochwertige, warme Teak-Innenausbau eine gemütliche, fast schon schiffsähnliche Atmosphäre. Die hohe Verdrängung sorgt für ein angenehmes, stabiles Seeverhalten, selbst in unruhigen Ankerbuchten oder auf See. Eigner und Rezensenten schätzen die 43 als hervorragende Fahrtenyacht für das Wohnen an Bord – gerade weil der tiefe Rumpf eine großzügige Stehhöhe und reichlich Stauraum für längere Törns bietet. Der umfangreiche Teak-Aufbau und die Innenausbauten sind der Kern des Bootes und verleihen ihm ein traditionelles Flair, dem neuere Serien-Fahrtenyachten selten das Wasser reichen können.
Bekannte Schwachstellen
Die größte Wartungsaufgabe stellt der umfangreiche Außenbereich aus Teakholz dar, der die traditionelle Ästhetik prägt. Er erfordert regelmäßiges Ölen oder Lackieren, um intakt und gepflegt zu bleiben.
Das Fazit
Die Hans Christian 43 ist eine zweckmäßige Blauwasser-Fahrtenyacht für Segler, die traditionelle Handwerkskunst, ein ruhiges Seeverhalten und bewährte Langstreckeneigenschaften über Regatta-Leistung stellen. Ihre schwere Verdrängung und ihr langer Kiel machen sie zu einem sicheren Zuhause auf See, während die späteren Varianten Telstar und Christina zeigen, dass die Werft bereit war, das Handling zu verfeinern, ohne den Charakter des Typs aufzugeben.
Vorteile
- Außergewöhnliche Seetüchtigkeit mit vielen Weltumsegelungen und bewährter Geschichte des Wohnens an Bord
- Solider GFK-Rumpf mit 39 % Ballastanteil und stabilen Bewegungen bei schwerer Verdrängung
- Vielseitiges Stagsegel-Ketsch-Rigg, ideal für das Segeln mit kleiner Crew
- Großzügiger Teak-Innenraum und Stehhöhe für komfortables Wohnen an Bord
Nachteile
- Erheblicher Pflegeaufwand für das externe Teakholz erforderlich
- Träges Leistung am Wind und hoher Widerstand durch die große benetzte Fläche des Langkiels










