Design und Konstruktion
Ed Dubois zeichnete die Sealord als Flossenkiel-Einrumpfboot mit Mittelcockpit, und der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt. Die eigene Modellreihe von Westerly platzierte dieses Boot gegen Ende der unabhängigen Ära der Werft: Das Unternehmen hatte bis 1982 eine Liquidation und Neugründung hinter sich, und die Sealord gehörte zu den 17 von Dubois entworfenen Modellen, die zwischen 1979 und 2000 für die Marke produziert wurden. Das Deck ist aus massivem GFK und mit rutschfestem Belag versehen. Das Decks-Layout wurde von einem späteren Eigner gelobt, der fand, dass das Steuerrad so positioniert sei, dass der Rudergänger auf dem Achterkajütaufbau sitzen, das Rad halten und dennoch hervorragend nach vorn sehen könne. Eine Cockpitsitzbank lässt sich anheben, um einen sehr tiefen Backskistenbereich freizulegen. Mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 43 Prozent und einem Kenterungsverhältnis von 1,99 beschreiben die Zahlen einen steifen, seetüchtigen Rumpf und nicht ein leichtes Regattaboot. (2)
Rigg und Handhabung
Das Standardrigg ist eine einfache Masttoppslup mit einem einlamigen Mast und einer einzigen Saling – eine Konfiguration, die die Werft als nahezu unverwüstlich und unverändert seit dem ersten einfachen Slup-Rigg beschrieb. Auch eine Ketsch-Version wurde angeboten, bei der das 352 Quadratfuß große Slup-Großsegel durch ein 274 Quadratfuß großes Großsegel und eine 108 Quadratfuß große Besan ersetzt wurde, wobei sich die Genuafläche nur leicht verringerte. Zumindest ein Eigner rüstete sein Boot auf Kutter um, obwohl das Serienboot dies nicht ist. Die Travellerschiene befindet sich achtern des Steuermanns, was die Bedienung des Großsegels vom Steuerstand aus erleichtert. Unter Segeln ist der Charakter der Sealord unmissverständlich: Sie liebt schweres Wetter und lässt sich sehr hart anfahren. Sie nimmt Böen gelassen hin und wirkt steif, gut beherrschbar und wunderbar kraftvoll, wenn der Wind zunimmt. Bei leichtem Wind ist sie vermutlich etwas träge, ein Manko, das ein Rezensent darauf hinwies, dass es mit dem richtigen Segelplan abgemildert werden könnte. Unter Motor begann die Entwicklung mit einem 36 PS starken Volvo MD17D, der schnell gegen einen 28 PS starken Volvo 2003 ausgetauscht wurde, später dann gegen einen 42 PS starken 2003T mit Turbolader, als sich der schwächere Motor als unpopulär erwies. Ein dreiflügeliger Propeller sorgte für gute Beschleunigung und Bremswirkung, und die Höchstgeschwindigkeit unter Motor lag weit über 7 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Sealord für den Transport von Menschen und Ausrüstung über Ozeane gebaut. Der Hersteller gibt 10 Kojen und zwei Nasszellen an, während eine spätere Gutachterprüfung acht Kojen zählte; in jedem Fall ist das Layout für die Bootslänge großzügig bemessen. Es gibt eine gut dimensionierte V-Koje im Vorschiff mit eigener Nasszelle und reichlich Stauraum, eine U-förmige Pantry mit zwei tiefen Spülbecken, Schrankplatz, einer großen Kühlschrank-Gefrierkombination und einer eingebauten Mikrowelle sowie einen vollwertigen Navigationstisch gegenüber mit Stauraum und Seekojen dahinter. Die Hauptkabine nimmt das äußerste Heck ein, direkt daneben befindet sich eine vollwertige Nasszelle mit Schränken und einem Kleiderschrank; ein Eigner beschrieb die Achterkoje als gut umbaubares Doppelbett durch einfaches Aufschäumen und die Salonsofakojen selbst als zwei solide Seekojen. Die Rückenlehnen der Sofas lassen sich abnehmen, um den Wohnraum zu vergrößern, und der Stauraum erstreckt sich sowohl oberhalb als auch unterhalb des Decks. Das Deck hinter der Plicht eignet sich hervorragend zum Unterbringen eines kleineren Beiboots. Mit anderen Worten eines Eigners: Als Lastenträger ist sie brillant.
Bekannte Schwachstellen
Die Sealord ist nicht frei von Mängeln, die ein Käufer oder Eigner kennen sollte. Ein dokumentierter Fall zeigte eine undichte Stelle in der vorderen Nasszelle mit erheblichen Wasserschäden am Holzverkleidung, vermutlich bedingt durch einen Riss im Deck an der Basis des Vorstags. In demselben Boot traten Bilgen mit stehendem Wasser und ein feuchter Motorraum auf, dazu durchnässte Polster in allen Kabinen und Schimmelbildung auf feuchtem Holz – die Art von chronischen Leckagen, die den Innenausbau ruinieren. Mehrere Aluminium-Stützen waren gesprungen, und das Kajütdach wackelte dort, wo es das nicht sollte. Ein Bericht eines Eigners führte eine zu straff gespannte Babystag zurück, die das Deck und das Schott nach oben zog, weil das Schott nicht fest genug am Rumpf befestigt war, was eine Lücke von etwa einem halben Zoll Breite am Boden hinterließ. Alle Backskisten- und Lukenscheiben mussten ausgetauscht werden, und das laufende Gut war verschlissen. Dies sind konkrete Mängel aus der Betriebsgeschichte, keine abstrakten Gefahren.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft einer Sealord erfordert Aufmerksamkeit für die oben genannten Punkte sowie für den Zustand des Antriebs. Der MD17D mag landwirtschaftlich wirken, aber ein Eigner bezeichnete ihn als nahezu unzerstörbar, und ein besichtigtes Exemplar zeigte nur 1.733 Betriebsstunden. Die Fäkalientanks sind aus Metall, und ein besichtigtes Boot war mit einem Propanbrenner für den Herd statt eines vollwertigen Backofens ausgestattet. Zur Standardausrüstung gehörten eine vollständige Sprayhood und ein Bimini, große Einheitswinschen für die Hauptleinen und eine brauchbare Ankerwinde. Da nur 42 Boote gebaut wurden, ist jeder Rumpf ein kleiner Teil einer kurzen Produktionszeit, die fast vorzeitig endete; der von einem Eigner wiederholt geäußerte Satz über das beste Westerly-Design spricht mehr von Zuneigung als von Quantität.
Das Fazit
Die Sealord 39 ist ein Flaggschiff von Dubois, das unter dem Preisdruck der Corsair fast verschwunden wäre, sich jedoch durch einen steifen, schweren Rumpf und ein gutmütiges Temperament bei schwerem Wetter seine Blauwasserqualitäten erarbeitet hat. Sie ist geräumig, eine hervorragende Lastenträgerin und strukturell einfach aufgetakelt, leidet bei den überlebenden Exemplaren jedoch unter Decksundichtigkeiten, schwachen Schottenverbindungen und verschlissenen Verschleißteilen.
Vorteile
- Steif und kraftvoll bei schwerem Wetter, lässt sich leicht hart anlaufen
- Mittschiffs-Konzept mit tiefer Backskiste und hervorragendem Stauraum im Achterschiff
- Großzügige Aufteilung mit zwei Nasszellen und umbaubaren Kojen
- Einfaches, robustes Slup-Rigg mit einer Saling
Nachteile
- Allgegenwärtige Leckagen (vorne im Nassbereich, Riss im Vorstag-Deck, durchnässte Polster)
- Das Schott ist nicht gut mit dem Rumpf verbunden; das Babystag kann das Deck anheben
- Berichtete gerissene Aluminium-Stützen und lose Kajütlehne
- Träge bei leichtem Wind laut Beobachtung in Eignergutachten






