Design und Konstruktion
Die Renown war eine Flossenkiel-Slup oder Ketsch mit Mittelcockpit; die Ketsch-Version besaß ein kurzes Bugspriet, das den ursprünglichen 31-Fuß-Rumpf auf 32 Fuß 6 Zoll verlängerte. Die Rümpfe wurden nach den Lloyds-Standards laminiert, und jeder Rumpf erhielt ein Lloyds-Zertifikat – eine Disziplin, die die Werft seit ihrer Gründung beibehielt. Spätere Modelle waren die ersten Westerlys, die mit einem vollholzinnernen Interieur ausgestattet wurden. Die 31-Familie wurde im Layout mit Achter- oder Mittelcockpit mit Flossen- oder Kimmkiel sowie als Slup oder Ketsch angeboten. Der eiserne Flossenkiel lag unter einem Ruder an einem Halbskeg, und das Cockpit selbst war durch die Radsteuerung und den Traveller der Großschot geteilt, der auch den Besanmast trug.
Rigg und Handhabung
Das Ketsch-Rigg verleiht der Renown ein praktisches Offshore-Temperament. Der Baum steht weit außerhalb der Plicht, was selbst für große Crewmitglieder eine gute Kopfhöhe im Cockpit gewährleistet. Da die Genua auf einer Rollanlage und der Besan tatsächlich im Cockpit montiert sind, ist das Segelhandling sehr einfach. Viele Eigner betrachten das vollständige Bergen des Großsegels als erstes Reff, wodurch sie dann nur unter Vorsegel und Besan segeln – ein typisch für Ketschen und vereinfachendes Vorgehen bei Schlägen mit kleiner Crew. Unter Segeln liegt die theoretische Rumpfgeschwindigkeit bei 7,5 Knoten, unter Motor etwa 6,5 Knoten. Eine Periodische Überprüfung ergab eine Segelleistung, die sich als besser erwies, als es allein die Rumpfform vermuten ließe. Das Magazin Yachting Monthly beschrieb den Typ als sicher, stabil und als Allwetter-Fahrtenyacht. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Renown Platz für fünf oder sechs Personen in drei Kabinen. Der Salon verfügt über eine lange Sofakoje an Backbord, die Pantry an Steuerbord sowie eine Koje und einen Kartentisch achtern davon; der Salontisch war ursprünglich so konzipiert, dass er auf kürzere Stahlbeine abgesenkt werden konnte, um eine Doppelkoje zu bilden. Die Stehhöhe beträgt etwa 1,88 m (6 Fuß 2 Zoll). Im Vorschiff befindet sich eine V-Koje, die zu einer Doppelkoje umbaubar ist, rechts davon ein Hängeschrank und links davon eine separate Nasszelle. Zur Achterkabine gelangt man vom Cockpit aus; sie bietet zwei Einzelkojen, ist jedoch etwas kompakt und verliert ihre Stehhöhe vollständig, wenn das Heckluke geschlossen ist. In späteren Produktionsjahren wurde die Pantry nach achtern verlegt und der Kartentisch von Steuerbord auf Backbord verschoben. Das Cockpit selbst bietet reichlich Platz für sechs Erwachsene und tiefe Schränke an beiden Seiten.
Motor und Zugang
Die übliche Ausstattung bei Neubauten war ein Volvo MD2B-Diesel, der eine dreiflügelige Festpropelleranlage auf einem herkömmlichen Heckwellenantrieb antrieb, obwohl viele Motoren inzwischen ersetzt wurden. Der Motorraum ist geräumig und sowohl über die Plichtklappe als auch vom Hauptsalon aus gut zugänglich; ein großer Teil des Bodens im vorderen Cockpit lässt sich anheben, um vollständigen Zugang zu gewährleisten, während der normale Wartungszugang durch das vordere Panel unter den Niedergangsstufen erfolgt. Eine Reihe von Renowns wurde seitdem mit festen Radhausdeckeln in verschiedenen Designs ausgestattet. (1)
Das Fazit
Die Renown ist ein sehr sicheres, komfortables und trockenes Boot, das sich hervorragend für das Fahrtensegeln mit der Familie eignet und als fähige Blauwasser-Fahrtenyacht gilt. Das Mittelcockpit-Ketsch-Layout, die zertifizierte Rumpfkonstruktion und der gutmütige Segelplan machen sie zu einem vernünftigen Kandidaten unter den klassischen Gebrauchtbooten, wobei die geringe Stehhöhe im Achterkabinenbereich und die Kosten für einen eventuellen Motoreinbau die größten Punkte sind, auf die man achten muss.
Vorteile
- Mittelcockpit-Ketsch mit einfachem Handling bei reduziertem Segel unter Vorsegel und Besan
- Rümpfe nach Lloyd’s-Standards laminiert mit individuellen Zertifikaten
- Geräumiger Motorraum mit Doppelzugang
- Komfortables Layout mit drei Kabinen, sechs Kojen und einer Stehhöhe von 1,88 m im Salon
- Stabiler, trockener Allwetter-Fahrtencharakter
Nachteile
- Die Achterkabine ist kompakt und bietet bei geschlossenem Luk keine Stehhöhe
- Der originale Volvo MD2B wurde oft schon vor langer Zeit ausgetauscht
- Im Vergleich zu modernen Verdrängern recht schwer











