Design und Konstruktion
Rayner bestand darauf, dass seine Boote sicher und solide sein sollten, und der Nomad spiegelt diese Philosophie in seiner Substanz wider. Er wendete zusätzliche eigene Standards auf den Entwurf und die Bauweise an, die über die Mindestanforderungen der Lloyd’s-Zertifizierung hinausgingen, und zeitgenössische Beobachter beschrieben seine Boote als überdimensioniert. Der Rumpf ist aus massivem GFK mit einem festen GFK-Deck, das 1.050 Pfund Eisenballast bei einer Verdrängung von 3.150 Pfund und einer Breite von 7,42 Fuß bei einer Länge über alles von 22,25 Fuß trägt. Eine Kimmkiel-Konfiguration verleiht dem Nomad seinen Charakter als Kimmkieler, und das Profil zeigt eine markante, nach oben gerichtete Nase, die Eigner sofort wiedererkennen. Heutige Eigner dieser frühen Westerly-Yachten sind nach wie vor zuversichtlich in Bezug auf die Festigkeit und Zuverlässigkeit ihrer Boote – ein Beweis für den in die Struktur eingebauten Konservatismus. (2)
Rigg und Handhabung
Die Nomad ist eine Masttoppslup mit einer Segelfläche von 187 Quadratfuß. Rayner entwarf das Boot so, dass das gesamte laufende Gut nach achtern ins Cockpit geführt wurde, was das Einhandsegeln enorm erleichtert – eine Aufteilung, die auch heute noch als modern gilt. Auf dem Wasser ist sie schwer, sicher und berechenbar statt schnell; Eigner berichten, dass sie keine Preise für Geschwindigkeit gewinnen würde. Bei starkem Wind krängt sie jedoch nur bis auf fünfzehn Grad und läuft dann Stunde um Stunde mit leichtem Druck auf der Pinne kursstabil weiter. Diese Kombination macht sie gleichermaßen gut für das Fahrtensegeln auf See, in Flussmündungen und auf Kanälen. Das Kenterungsverhältnis von 2,02 sowie das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 33,33 unterstreichen das stabile, gutmütige Verhalten, das Eigner beschreiben. (2)
Unterbringung
Rayner bestand darauf, dass die Kabinen groß genug sein sollten, um auch großen Männern eine Stehhöhe zu bieten. Der Innenraum der Nomad erfüllt diesen Entwurf mit einer Kabine, die sich über den gesamten Rumpf erstreckt. Eigner beschreiben den Raum als so großzügig, wie man es von einem 26-Fuß-Boot erwarten würde – ein großes Volumen für einen 22-Fuß-Rumpf. Ein Kohleofen kann installiert werden, und wenn er brennt, ist die Kabine bei schlechtem Wetter warm, trocken und komfortabel. Der zusätzliche Platz unter dem Cockpitboden wurde bei Restaurierungen genutzt, um einen Wassertank und eine Pumpe unterzubringen, was zeigt, wie sich der breite Rumpf praktischen Anpassungen für das Wohnen an Bord anpasst. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die aufschlussreichste Dokumentation über Vernachlässigung stammt von einem Eigner, der eine fast verfallene Nomad auf einem Bauernhof in der Normandie wiederbelebte. Die Farbe blätterte ab, das Sperrholz des Hauptschotts war verrottet und die Elektrik funktionierte nicht mehr. Irgendwann in ihrer Geschichte wurden zweifelhafte Modifikationen am Ruder und im Cockpit vorgenommen, und ein vorheriger Eigner hatte den Einbaumotor entfernt und versucht, einen Außenborder zu installieren – eine gute Idee, die jedoch schlecht ausgeführt wurde. Bei genauerer Inspektion zeigte sich, dass das Hauptproblem einfach Schmutz und Vernachlässigung waren und nicht strukturelle Mängel. Das zeigt Käufern, dass diese Boote zwar Strapazen überstehen, aber optisch und bei den weichen Systemen leiden, wenn sie nicht gepflegt werden. (2)
Refits und Unterhalt
Die Restaurierung einer vernachlässigten Nomad ist im Prinzip unkompliziert. Gelb gewordene Gelcoat-Schichten wurden geschliffen, versiegelt und poliert; Luken wurden mit Hartholzleisten auf zwei Lagen von 12 mm Sperrholz neu aufgebaut; und die 12-Volt-Elektrik wurde erneuert. Der schlecht ausgeführte Außenborderschacht wurde überarbeitet, und der Hohlraum unter der Plicht wurde umgebaut, um einen Wassertank und eine Pumpe zu beherbergen. Eigner, die in diese Bereiche investieren, erhalten ein Boot mit nostalgischem Charme und einer extrem robusten Bauweise, deren Pflege sich lohnt. (2)
Das Fazit
Die Nomad 22 ist die Quintessenz von Denys Rayners Konstruktionskompetenz: eine sichere, solide, extrem gut dimensionierte kleine Fahrtenyacht mit einer geräumigen Kabine und einem einhandfreundlichen Rigg. Sie wird keine Regatten gewinnen, bietet jedoch ein berechenbares Seeverhalten, den Zugang zu Flussmündungen und Kanälen dank der Kimmkiele und eine Struktur, der Eigner früherer Westerly-Modelle noch heute vertrauen. Die Schwachstellen sind typisch für jedes alte Kimmkielboot, das vernachlässigt wurde – rottende Luken, defekte Elektrik und improvisierte Motorhauben – und nicht inhärente Mängel des Rumpftyps.
Vorteile
- Sichere, solide, extrem robuste Bauweise unter der Aufsicht von Lloyd's Register
- Kabinenvolumen vergleichbar mit einem 26-Fuß-Boot mit Stehhöhe
- Das gesamte laufende Gut nach achtern geführt für einfaches Einhandsegeln
- Berechenbares, gutmütiges Seeverhalten auf See, Fluss und Kanal
Nachteile
- Kein schnelles Boot nach allen Maßstäben
- Luken und Elektrik sind anfällig für Vernachlässigung
- Improvisierte Umbauten von Außenborderschächten aus entfernten Innenbordern erfordern genaue Prüfung





