Design und Konstruktion
Britton Chance überwachte die Schleppversuche im Stephens Institute in New York, um die Rumpfform der Chance 37 für hohe Leistung zu optimieren. Das Ergebnis ist ein massiver GFK-Rumpf, dessen benetzte Oberfläche für seine Länge minimal gehalten wurde. Der Flossenkiel mit Spatenruder und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 46,2 Prozent verleihen dem Boot eine belegte „unglaubliche Stabilität“ und hervorragende Segeleigenschaften in kabbeligem Wasser. Eine Verdrängung von rund 15.150 Pfund und eine Wasserlinie von 30 Fuß halten es für die damalige Zeit sehr schlank. Grundberührungen sind bei diesem Entwurf möglich und werden regelmäßig praktiziert – ein aussagekräftiger Hinweis auf eine Regatta-/Fahrtenyacht mit Flossenkiel, die auf offener See ernst genommen und nicht in einer Marina gepflegt werden soll. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup mit einer stark überlappenden Genua getakelt, war die Chance 37 für ihre Zeit raumschots extrem schnell und ist auch heute noch am Wind fast unschlagbar – sie segelt bis auf ca. 20 Grad zum wahren Wind und 25 Grad zum scheinbaren Wind. Michel Malinosky gewann 1975 die La Rochelle Week an Bord eines solchen Bootes, und das Schiff siegte problemlos bei den ersten Regatten, an denen es teilnahm. Bei stärkerem Wind zeigt der Rumpf seine Regatta-Potenz: Unter Spinnaker bei einer Stärke von 7 Beaufort erreichte er 16 Knoten, ohne jemals aus dem Ruder zu laufen. Ein steifes Segelplan hält das Boot trocken, und das einfache, übersichtliche Deck mit großzügigen Beschlägen von Proctor, Barlow, Goiot, Lewmar, Seabord und Gaastra macht das Manövrieren für eine kleine Crew unkompliziert. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Chance 37 sieben komfortable Kojen und eine Stehhöhe von 1,85 Metern, die sich sogar im vorderen Salon halten lässt. Dieser ist eine echte Kabine für sich mit zwei Kojen, Stauraum darunter, Schränken an beiden Seiten, einem eigenen Kleiderschrank mit Schubladen und einem breiten Hauptkleiderschrank achtern davon. Hinter diesem vorderen Salon befindet sich eine große Nasszelle mit Bordtoilette, Waschbecken und Dusche, die durch ein zu öffnendes Bullauge belüftet und über eine Pumpe entwässert wird. Der Salon an Backbord und Steuerbord verfügt über eine U-förmige Sitzecke, die sich zu einer Doppelkoje umbauen lässt, zwei Kojen an Backbord und einen Tisch mit Teleskopbeinen; alle Kojen dort sind zwei Meter lang, und die Sitzecke könnte ohne Aufpreis gegen zwei weitere Kojen ausgetauscht werden. Ein sehr geräumiger Salon mit einer Doppelkoje, eine extrem große Pantry achtern an Steuerbord mit dreiflammiger Kochplatte, Backofen, Kühlschrank, Druckwasseranlage und Edelstahlwaschbecken sowie ein nach vorn gerichteter Kartentisch, der groß genug für ein Radio und die gesamte Navigationsausrüstung ist, runden ein Layout ab, das auf Langstreckenfahrten ausgelegt ist. Die große Plicht bietet problemlos Platz für acht Personen.
Bekannte Schwachstellen
Das Duschwasser wird über eine Pumpe abgeleitet und die Gasflaschen befinden sich in einem separaten, selbstlenzenden Stauraum achtern der Plicht. Beide Systeme sollten nach jahrzehntelangem Gebrauch auf frühere Wassereinbrüche oder Korrosion untersucht werden.
Refits und Eignerschaft
Der 25 PS starke Volvo Penta MD2B Diesel mit Lichtmaschine schiebt das Boot bei 7 Knoten Wind mühelos an und läuft mit einem Tankinhalt von 57 Litern etwa 70 Stunden – eine bescheidene, aber für eine Regatta-/Fahrtenyacht dieser Größe ausreichende Ausstattung. Die Decksbeschläge namhafter Hersteller der damaligen Zeit und eine nach vorn gerichtete Navigationsecke deuten darauf hin, dass das Boot für den Wartungsbereich des Eigners gebaut wurde. Mit nur 95 gebauten Exemplaren ist die Chance 37 ein vergleichsweise seltenes Überlebender, dessen Regatta-Historie und das Layout als Familien-Fahrtenyacht eine sorgfältige Pflege belohnen, anstatt auf billige Modernisierungen zurückzugreifen.
Das Fazit
Die Chance 37 ist ein echtes Boot mit zwei Persönlichkeiten: Ein One-Ton-Regattaboot mit der Kabinen Tiefe einer ernsthaften Fahrtenyacht. Ihr leichter, optimierter Rumpf und ihre hohe Stabilität machen sie schnell und trocken, während sieben Kojen und eine echte Vorschiffskabine das Leben an Bord angenehm machen. Die geringe Kraftstoffkapazität und der regattaorientierte Flossen-und-Spaten-Rumpf erfordern einen Eigner, der Grundberührungen ernst nimmt und die Steueranlagen sowie die Kiel-Rumpf-Verbindung sorgfältig wartet.
Vorteile
- Leistung am Wind bis zu 20 Grad Abstand zum Wind, immer noch konkurrenzfähig
- Unglaubliche Stabilität mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 46,2 Prozent
- Echte Vorschiffskabine plus sieben Kojen und 1,85 m Stehhöhe
- Große Pantry und nach vorn gerichteter Kartentisch für das Fahrtensegeln
Nachteile
- Nur 57 Liter Diesel und eine Reichweite von 70 Betriebsstunden
- Flossenkiel und Spatenruder anfällig für Schäden durch Grundberührung
- Nur 95 Einheiten gebaut, sodass Ersatzteile und Gutachter-Erfahrung begrenzt sind










