Design und Konstruktion
Die S30 ist ein Einrumpfboot mit einem massiven GFK-Rumpf und einem festen GFK-Deck. Sie verfügt über einen Eisenballast von 750 kg bei der Version mit Hubkiel oder 900 bis 1200 kg bei der Variante mit Festkiel. Die Verdrängung liegt je nach Kielwahl zwischen rund 2.950 kg und 3.500 kg, und das Boot wiegt mit dem schwereren der beiden Kielausführungen etwa 3,5 Tonnen. Sie wird mit einem festen „T“-Festkiel mit 1,65 m Tiefgang oder einem Hubkiel in „T“-Form angeboten, dessen Tiefgang zwischen 0,80 m und 1,80 m variiert, sodass der Eigner das Unterwasserprofil an seinen Fahrtenstil anpassen kann. Eine Rezension des Bootes wies darauf hin, dass sich die vordere Kajütaufbautenverbindung zum Vordeck wellig abzeichnete, was wie durchschimmernde innere Verstärkungen aussah, obwohl dies als rein kosmetisches Problem eingestuft wurde. (1)
Rigg und Handhabung
Unter Segeln ist die S30 agil, stabil und reagiert feinfühlig, was Vertrauen in unterschiedlichsten Bedingungen weckt. Das 7/8-Slup-Rigg trägt ein Großsegel mit Standard-Rundhals (22,90 m²) oder mit Top-Square (25,00 m²), kombiniert mit einer Selbstwendefock von 18,30 m² oder 21,50 m² sowie einem Gennaker von 69,00 oder 75,00 m². Zu den Motoroptionen gehören ein 15 PS Saildrive oder ein 15 PS Außenborder, während europäische Basismodelle mit einem 9,1 PS Saildrive für Binnengewässer ausgestattet waren, wobei Upgrades auf 15 PS oder 20 PS verfügbar waren; die britischen Fahrtenversionen hatten typischerweise einen 20 PS Saildrive. Ein Testbericht aus dieser Zeit merkte an, dass sich einige Beschläge und Decksbeschläge um eine Größe kleiner anfühlten als bei einem viel älteren Westerly Fulmar-Anker. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die S30 Platz für sechs Personen und verfügt über ein Innenraumvolumen, das mit anderen 30-Fuß-Booten mithalten kann. Die geformte GFK-Himmel ist hell und pflegeleicht, da sie jedoch fest verklebt ist, können Eigner sie nicht einfach absenken, um neue Verkabelung zu legen – eine kleine Unannehmlichkeit, auf die einige Rezensenten hinweisen. Zur Achterkabine gelangt man auf der Steuerbordseite. Sie ist ungewöhnlich groß mit etwa 8 Fuß Quadrat und bietet im Hafen reichlich Platz. Ein Rezensent wies darauf hin, dass dies bei einer Notlandung auf See ein Risiko darstellen könnte. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die kosmetische Rille im Kajütaufbau hat keine Auswirkungen auf die Struktur. Die feste Deckenverkleidung schränkt zukünftige Kabelführungen ein. Die sehr große Achterkoje ist zwar vor Anker eine große Hilfe, bietet aber wenig Halt in der Welle.
Refits und Eignerschaft
Eigner, die von der Viko S21 aufsteigen, werden eine vertraute Raumaufteilung und einen ähnlichen Konstruktionsansatz vorfinden. Das britische Ausstattungspaket enthielt Heizung, Warmwasser, Lazy-Jacks, ein Ankergeschirr und einen größeren Motor, was die Frage nach der Basisausstattung für viele Käufer erübrigt. Die Flexibilität bei der Kielwahl bedeutet, dass der Tiefgang eines gebrauchten Bootes im Hinblick auf die geplanten Reviere des Käufers überprüft werden sollte.
Das Fazit
Die Viko S30 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht, die etwas mehr Gewicht im Beschlag gegen Volumen, Komfort in der Kabine und einen anpassungsfähigen Kiel eintauscht. Sie ist CE-Kategorie B zertifiziert, was Hochseeeinsätze bis zu 40 Knoten Wind und 4 m Seegang abdeckt, was eine Überquerung des Ärmelkanals oder eine Woche auf den Scillies realistisch im Rahmen des Möglichen hält.
Vorteile
- Wahl zwischen Festkiel oder Hubkiel für tiefgangsbeschränkte Reviere
- Sechs Kojen mit hervorragendem Platzangebot im Achterkajütaufbau
- pflegeleichter GFK-Himmel und helles Interieur
- CE-Kategorie B für Hochseetauglichkeit
Nachteile
- Einige Decksbeschläge wirken für die Größe leichtgängig
- Der feste Deckenverkleidungshimmel erschwert eine neue Verkabelung
- Die überdimensionierte Achterkoje fehlt es an Seetüchtigkeit




