Design und Konstruktion
Pogo Structures baute die 30 als leichte Yacht aus Schaumkern-Komposit mit Glasfaser und Polyester- oder Vinylesterharz über einem PVC-Schaumkern-Sandwich. Diese Methode erzeugt eine steife, klare Struktur ohne übermäßiges Gewicht. Der Rumpf ist eine kraftvolle Form der neuesten Generation, die in ihrer Philosophie mit der Pogo 40S² und der Pogo 50 übereinstimmt. Er zeichnet sich durch ausgeprägte Knickspante, einen relativ flachen Boden und die weit nach achtern getragene größte Breite aus – je nach Beschreibung direkt vor dem Spiegel oder, wie bei einer Probefahrt beobachtet, weit hinten. Ein eingebauter Schaumstoffauftrieb macht den Rumpf unsinkbar, und die Struktur wurde gezielt für harte Bedingungen auf See entwickelt. Pogos Erfahrung im Bereich leichter Hochsee-Regattayachten, einschließlich eines großen Anteils an Serienbooten der Klassen Mini Transat und Class 40, prägte den Bau. Dabei gingen die meisten Anstrengungen und Kosten in die harzinfundierte, unsinkbare Außenhülle statt in den Innenraumkomfort. Der Standardkiel ist ein fester Flossenkiel mit einem Tiefgang von etwa 1,90 Metern, während der optionale hydraulisch betriebene Hubkiel ein 8-Fuß-Ballastkiel ist, der sich in flachem Wasser wieder unter den Rumpf dreht. Dies ermöglicht einen minimalen Tiefgang von fast 3 Fuß und lässt sich das Boot auf optionalen Aluminiumbeinen trockenfallen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Pogo 30 ist eine fraktional getakelte Regatta-/Fahrtenyacht mit einer T-förmigen Plicht und Doppelpinne, wodurch ein offener Spiegel und viel freie Fläche im Zentrum entstehen. Die Großschot verläuft vom Spiegel bis zum Ende des Baums und wird mittschiffs geschotholt. Gezogene Salingen und Winschen sind auf beiden Seiten der Niedergangsschleuse montiert. Käufer konnten zwischen einem Aluminiummast mit Achterstag oder einem Carbonmast ohne Achterstag wählen. Das Standard-Aluminium-Rigg bietet 51 Quadratmeter Segelfläche am Wind mit einem 25-Quadratmeter-Großsegel und einer 26-Quadratmeter-Fock, während das EVO-Carbon-Rigg mit einem Squaretop-Großsegel von 37 Quadratmetern auf 65 Quadratmeter am Wind aufgerüstet werden kann. Doppelruder kontrollieren den breiten Rumpf, und große, angeformte Fußstützen bieten der Crew sicheren Halt beim Ausreiten. Bei Tests zeigte sich, dass das Boot bereits unter weißer Flagge bei viel Wind flach segeln konnte. Mit dem asymmetrischen Spinnaker ging sie fast ununterbrochen ins Gleiten über, erreichte durchschnittlich acht bis zehn Knoten und stand hoch am Wind mit einem Winkel von 90–100 Grad zur wahren Windrichtung. Am Wind lief sie im Durchschnitt sechs Knoten und drehte sich innerhalb von 90 Grad um. Eigner berichten, dass alles extrem leise wird, wenn man im Gleitflug ist, die Heckwelle sich bei acht Knoten vom Spiegel löst, die Ruderblätter bei elf Knoten pfeifen und der Kiel bei fünfzehn Knoten zu hören ist. Ein Mangel, der von Testseglern bemängelt wurde, war, dass die Doppelruder wenig Rückmeldung für das manuelle Steuern gaben; die Werft hat angekündigt, dieses Problem anzugehen. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Pogo 30 einen ungewöhnlich geräumigen Innenraum für eine 30-Fuß-Yacht, der durch die Breite und die Rumpfform ein bemerkenswertes Volumen schafft, auch wenn der Ausbau im Vergleich dazu spartanisch ist. Der Salon ist hell, mit Kajütaufbauten und Rumpfluken, sodass man stehend oder sitzend nach außen und nach vorn blicken kann. Europäische Holzfurniere sorgen für Gemütlichkeit, und ein großer Klapp-Tisch verläuft längs in der Mitte. Für sechs enge Freunde sind Schlafplätze über 4 + 2 Kojen möglich. Die Navigationsecke hat ihren eigenen Sitzplatz gegenüber einer Einbaugaskochzeile, und die Luken der Pantry sowie der Nasszelle lassen sich zur Belüftung öffnen. Eine große vordere Luke erleichtert den Luftstrom oder das Übergeben von Spinnakern an Deck. Das Cockpit ist vielseitig genug für den Familiengebrauch und einfache Manöver mit kleiner Crew gleichermaßen. (1)
Bekannte Schwachstellen
Der Hauptkritikpunkt bei der Handhabung ist das fehlende Feedback der Doppelruder beim Steuern mit der Hand, was auch bei professionellen Tests festgestellt wurde. Pogo hat angegeben, dass dies im Design berücksichtigt wird.
Das Fazit
Die Pogo 30 ist eine seltene Mischung: ein echtes Leichtboot mit Hochsee-Tauglichkeit, Rennboot-Leistung im Rumpf und einem familiären, wenn auch minimalistischen Innenraum. Sie belohnt Segler, die Geschwindigkeit und Einfachheit über Komfort stellen, und ihr Hubkiel öffnet flache Reviere, die eine 30-Fuß-Yacht mit Festkiel nicht erreichen kann.
Vorteile
- Gleitet unter weißen Segeln und erreicht raumschots durchschnittlich bis zu 10 Knoten Geschwindigkeit
- Unsinkbare Schaumkern-Bauweise mit CE-Zertifizierung für das Fahrtensegeln auf See (Klasse A)
- Option zum Aufholen des Kiels für das Trockenfallen am Strand und geringen Tiefgang
- Bemerkenswert geräumig unter Deck für ein 30-Fuß-Boot
Nachteile
- Doppelruder bieten kaum Rückmeldung beim Handsteuern
- Spartanischer Innenraum und minimale Pantry für längere Törns







