Design und Konstruktion
Die Konstruktion entspricht den Vorschriften von Lloyd’s, wobei ein optionales ABS-Zertifikat gegen Aufpreis erhältlich ist. Der Rumpf besteht aus massivem, handaufgelegtem GFK, das durch zehn mit Schaumstoff gefüllte Längsträger und zehn hochdichte Querwände mit PVC-Schaumkern für hohe Steifigkeit laminiert wurde, ergänzt durch einlagiges Tapes. Die drei äußersten Laminatschichten verwenden Vinylesterharz zur Osmoseverhinderung. Decks und Kajütaufbau sind mit Balsaholzkern (Endgrain) ausgeführt, um leicht und steif zu bleiben; an den Stellen, an denen Beschläge befestigt werden, kommt Marinesperrholz zum Einsatz. Das Deck ist mit 3M 5200 und Edelstahl-Durchgangsbolzen auf die eingezogene Flanschplatte des Rumpfes einlaminiert. Über der Wasserlinie wirkt das Boot edel: reichhaltige Teakdecks und beim gezeigten Exemplar ausgeprägte Teak-Fußrelingen anstelle der Standard-Aluminium-Version. Das Kajütdach ist angehoben, um mehr Volumen unter Deck zu gewinnen und eine voll geschützte zweite Steuerzentrale unterzubringen, bleibt jedoch nach hinten zurückgepfeilt, um ein elegantes, flaches Profil zu erhalten.
Rumpfform und Rigg
Dixons Rumpfform zeigt einen feinen Vorschiffseintritt, sanft abgerundete Sektionen achtern, einen relativ langen außenliegenden Scheel-Kiel und ein großes Skeg-aufgehängtes Ruder. Der Segelplan platziert den Mast weit vorn über ein großes, hochgezogenes Großsegel mit einem verkleinerten Vorsegeldreieck und einem mittleren Stagsegelstag für Kutter-Eigenschaften. Alle Fallen und Reffleinen laufen nach achtern über das Kajütdach; die Großschot geht zu einer Travellerschiene direkt hinter dem Cockpitrand, und die Primärschoten liegen im Reichweitenbereich des Rudergängers. Das Boot ist dafür konzipiert, am Wind entschlossen zu stampfen und dabei ein berechenbares, gutmütiges Verhalten auf See zu zeigen. In einer Testbericht in der Zeitschrift Cruising World fanden Segler sie feinfühlig und kursstabil, selbst bei leichtem bis mäßigem Wind, mit einem direkten, kräftigen Ruderanker. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum luxuriös, ohne überladen zu wirken. Die Schotten sind aus honigfarbenem Teakholz, die Decke besteht aus perlweißem Majilite-Kunststoff mit Teakholz-Latten, und der Boden ist aus laminiertem Teak und Fichte gefertigt. Es gibt drei Grundrissvarianten; zwei davon platzieren eine zweite Steuerstation im oberen Salon. Alle Layouts bieten Doppelkojen in den Vorschiff- und Achterkabine sowie Kojen in einer kleineren Kabine an Backbord, zwei geräumige Nasszellen mit Dusche (eine davon privat für die Achterkabine), eine großzügige Navigationsecke an Steuerbord am Fuß der Niedergangstreppe und eine Pantry an Backbord – U-förmig im Vorschiff oder L-förmig achtern, wobei letztere im Verhältnis zur Bootslänge etwas eng wirkt.
Systeme und Antrieb
Der standardmäßige Yanmar 4LH-HTE mit 140 PS befindet sich zusammen mit dem optionalen Generator in einem belüfteten, schaum- und blei-isolierten Fach hinter dem Haupteingang, das über eine Lukentür an Steuerbord gegenüber der Navigationsecke zugänglich ist. Eine wahre Kraftquelle für die Batteriebank – vier 200-Ah-Verbraucherbatterien und ein 120-Ah-Starterbatterie-Set – sitzt in speziellen GFK-Kästen. Die elektrische Verteilung erfolgt über ein umfangreiches Bass-Panel in 12/110 oder 12/220-Volt-Format. Für die Bordtoilette und Brauchwasser sorgen eine 12-Volt-Pumpe, zwei Wassertanks und ein über den Motor betriebener 15-Gallonen-Warmwasserbereiter. Das Semi-Custom-Charakter ermöglicht es Eignern, mechanische und elektrische Lasten weitgehend individuell zu konfigurieren; das geprüfte Boot war mit Hydraulikleitungen ausgestattet, die die Lewmar-Winschen, die Ankerwinde und den Bugrollan antreiben.
Das Fazit
Die Taswell 58 RS ist ein hervorragend konstruiertes Boot im Großformat, das auf Deck intelligent aufgeteilt ist, sodass eine kleine Crew sie bequem aus der geschützten Plicht steuern kann. Sie belohnt Fahrtensegler auf Langstrecke mit struktureller Solidität und einer geschützten zweiten Steuerstandsebene. Die Kompromisse bei der Pantry-Positionierung und die vielen maßgeschneiderten Systeme erfordern jedoch einen erfahrenen Eigner.
Vorteile
- Solider Rumpf nach Lloyd's-Spezifikation mit Vinylester-Außenlaminat und Deck mit Balsaholzkern
- Mittschiffs gelegene Breite und Scheel-Kiel für ein seegütiges, kursstabil aufkreuzendes Verhalten auf See
- Erhöhter Salon mit geschützter Sekundärsteuerung und komfortabler Drei-Kabinen-Aufteilung
- Tiefe Batteriebank und isolierter, zugänglicher Maschinenraum
Nachteile
- Die U-förmige Pantry achtern wirkt für die Bootsgröße eng
- Schwere Hydraulik und Semi-Custom-Systeme erhöhen die Komplexität des Wartungsaufwands





