Design und Konstruktion
Die Rumpfform ist eine saubere IMS-Typenform mit fließenden Linien und breiten Hüften im Achterschiff, aber Jackett blieb bei einer extremen Spiegelform bewusst zurückhaltend. Sehr geschwungene Spanten schneiden im Mittschiffsverlauf tangent auf die Wasserlinie ein, und ein moderater Überwasserschiff-Aufbau verhindert, dass das Deck zu bauschig wird. Die Breite an der Wasserlinie beträgt 10 Fuß bei einer Gesamtbreite von 12 Fuß 4 Zoll, während der tiefste Punkt der Kimmlinie überraschend weit achtern liegt, etwa auf Station 7,75, was dem Deck ein markantes Profil verleiht. Über der Wasserlinie fließt das Deck in weichen, konturierten Formen, die eher als geringer Windwiderstand denn als klobige Flächen wahrgenommen werden. Strukturell ist das Boot aus massivem GFK-Rumpf und -Deck mit Bleiballast gebaut. Die Flossenkiel-Version trägt 6.500 Pfund Blei bei einer Verdrängung von 15.200 Pfund; die Scheel-Kiel-Option fügt 500 Pfund Ballast hinzu, was insgesamt 7.000 Pfund ergibt. Käufer konnten zwischen einem 6-Fuß-10-Flossenkiel und einem 4-Fuß-9-Scheel-Kiel wählen – wodurch Eigner den maximalen Tiefgang gegen geringeren Tiefgang beim Fahrtensegeln eintauschen konnten. (1)
Rigg und Handhabung
Im Vorschiffsbereich trägt die 372 ein Masttoppslup-Rigg mit zwei Salingen und einer Babystay. Zudem hat Jackett etwa vier Zoll Mastbiegung vorgebogen, was dem Rigg eine entsprechende Biegefestigkeit verleiht. Das Ruder ist elliptisch und wird nicht von einem Skeg vorangetragen – eine Konfiguration, die schnelle Reaktionen über eine zusätzliche Schutzfunktion stellt. Bei einer Segelfläche von 672,5 Quadratfuß bei einer Verdrängung von 15.200 Pfund ergibt sich ein SA/D-Verhältnis von 17,53 und ein D/L-Wert von 232 – Zahlen, die das Boot eher in die Kategorie der lebhaften Regatta-/Fahrtenyachten als in die schweren Langkieler einordnen. Der saubere Achterauslauf und die breiten Hüften deuten auf ein Boot hin, das viel Leistung auf raumen Kursen verträgt, ohne die tiefgehende Heckschwere radikalere Rumpfformen zu haben. (1)
Unterbringung
Unter Deck wurden die Sülls der vorderen Plicht von Jackett ummantelt, um etwas Sitzlänge zu gewinnen und gleichzeitig Stehhöhe im Nassbereich sowie im Achterkabinenbereich zu schaffen, der die Plichtsülls am vorderen Ende der Plicht umschließt. Winkelnde Schotten im Hauptsalon vergrößern den nutzbaren Raum – oder zumindest den Eindruck davon –, was verhindert, dass sich der Salon beengt anfühlt. Die Pantry schmiegt sich über dem Motorraum zusammen, wodurch die Bereiche für Kochen und Technik an einer Seite konzentriert werden. Achtern bietet die Achterkabine eine großzügig dimensionierte Doppelkoje mit einer Breite von 1,93 m (6 Fuß 4 Zoll), kombiniert mit einem Schrank und einer Kleiderstange – ein privater Eignerraum, der es mit größeren Booten aufnehmen kann. (1)
Motor und Tanks
Ein Yanmar 3HM 3FE Hilfsmotor mit 34 PS treibt den Einzelpropeller an. Das Boot verfügt über 165 Liter Dieselkraftstoff und 340 Liter Wasserkapazität. Diese Volumina ermöglichen ausgedehnte Küstentörns ohne die ständige Suche nach einer Tankmöglichkeit, die kleineren Booten oft zum Problem wird.
Das Fazit
Die Tartan 372 ist ein durchdachtes Design aus der reifen Tartan-Ära von Jackett: ein IMS-inspirierter Rumpf mit zwei Kieloptionen, ein im Voraus gebogenes Rigg mit Doppel-Salingen und ein Innenraum, der durch geneigte Schotten und ummantelte Sülls einen größer wirkenden Raum als 37 Fuß vermittelt. Mit nur sechzig gebauten Einheiten gibt es eine kleine, aber zusammenhängende Flotte, und die flache Scheel-Option erweitert die Reviergrenzen.
Vorteile
- IMS-Rumpftyp mit breiten Achtersektionen und elegantem Verlauf
- Wahl zwischen 6'10" Flossenkiel oder 4'9" Scheel-Kiel mit zusätzlichem Ballast
- Winkelverstrebte Schotten und geschlossene Sülls vergrößern das Innenraumgefühl
- Große 6'4" Achterkabine mit Vorschiffskoje und Stauraum
Nachteile
- Das elliptische Ruder verfügt über keinen Skeg-Schutz
- Nur sechzig Exemplare gebaut, was die Flottengröße für den Ersatzteiltausch einschränkt










