Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus GFK gefertigt, und das Boot ist im klassischen Einrumpf-Stil von Dehler mit einem Flossenkiel und einem Spatenruder ausgestattet. Van de Stadt verlieh ihr ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,28 bei einer Länge über alles von knapp über 37 Fuß und einer Breite von fast 11,3 Fuß – ein Verhältnis, das den Rumpf schlank hält, ohne auf nutzbare Innenbreite zu verzichten. Die Verdrängung liegt bei rund 12.770 Pfund mit 6.172 Pfund Bleiballast, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48 Prozent entspricht und viel zu ihrer Seetüchtigkeit erklärt. Ihre benetzte Fläche beträgt etwa 355 Quadratfuß, und die Tiefgangsrate liegt bei rund 1.113 Pfund pro Zoll, sodass sie unter Last berechenbar stabilisiert. Das Kenterungsverhältnis von 1,94 und eine Komfort-Ratio von 25,1 ordnen sie fest im Bereich der stabilen Fahrtenyachten ein und nicht in die unruhige Klasse der Regattaboote. (1)
Rigg und Handhabung
Die 372 ist mit einem 7/8-Rigg und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 18,27 ausgestattet – ein Wert, der auf einen lebendigen, aber für eine Fahrtenyacht dieser Verdrängung gut handhabbaren Segelplan hindeutet. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit für einen Verdränger dieser Länge liegt bei 7,1 Knoten, während die berechnete Höchstgeschwindigkeit etwa 5,7 Knoten beträgt. Der Tiefgang variiert je nach Beladung zwischen rund 5,4 und 5,7 Fuß, was das Boot problemlos in den meisten Marinas ermöglicht. Die Schotlängen sind detailliert dokumentiert: Die Fock- und Genuaschoten laufen über 37,1 Fuß bei einem Durchmesser von 14 mm, die Großschot misst 92,7 Fuß bei gleichem Durchmesser und die Spinnakerschote ist 81,6 Fuß lang. All dies zeigt dem Käufer, dass das Boot für eine geordnete Bedienung aus der Plicht und nicht für improvisierte Manöver auf dem Vorstag ausgelegt wurde. Die Wellenanlage wird von einem einzelnen Diesel als Hilfsmotor unterstützt. (1)
Unterbringung
Der Innenraum ist mit sieben Kojen ausgestattet – eine Zahl, die ein Layout für Familienfahrten oder das Mitführen von Gelegenheitscrew ohne Umbau der Sofakojen zu provisorischen Kojen ermöglicht. In Verbindung mit den breiten Rumpfproportionen und der massiven GFK-Bauweise präsentiert sich die 372 als echtes Fahrteninterieur auf einem Van de Stadt-Performance-Rumpf und nicht als spartanischer Regatta-Innenraum mit Rohrkojen.
Leistungsprofil
Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 254 fällt sie als Fahrtenyacht mit moderater Verdrängung und nicht als Federleichtgewicht auf. Dennoch deuten das SA/D-Verhältnis von 18,27 und der Ballastanteil von 48 Prozent auf ein Boot hin, das seine Segel gut trägt und bei einer Brise weiterläuft, ohne übermäßig zu krängen. Die Komfort- und Kenterwerte untermauern das Bild eines Bootes, das für hochseetaugliche Fahrtensegler konzipiert ist und nicht nur für Tagestouren im Binnenrevier.
Das Fazit
Die Dehler 372 ist eine von Van de Stadt entworfene, in Deutschland gebaute Fahrtenyacht, die einen schlanken, seegängigen Rumpf mit einem lebendigen 7/8-Rigg und einem wirklich komfortablen Innenraum mit sieben Kojen verbindet. Sie ist in ihren Proportionen und der Takelung präzise beschrieben, und ihre Kennzahlen zeichnen ein stabiles, leicht zu handhabendes Performance-Fahrtenboot.
Vorteile
- Slanker Rumpf mit einer Länge-Breite-Verhältnis von 3,28 und einem Ballastanteil von 48 Prozent für hohe Stabilität
- Sieben Kojen bieten echten Wohnkomfort auf Törns
- 7/8-Rigg mit einem SA/D von 18,27 sorgt für lebendige, aber gut kontrollierbare Leistung
- Geringer Tiefgang von ca. 1,65–1,74 m erleichtert den Hafen-Zugang
Nachteile
- Das moderate Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 254 begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind
- Die berechnete Höchstgeschwindigkeit von 5,7 Knoten liegt unter der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 7,1 Knoten









