Design und Konstruktion
Die Targa 96 ist ein GFK-Einrumpfboot mit massivem GFK-Rumpf und Deck, die aus demselben Material laminiert sind. Dies sorgt für einen geringen saisonalen Wartungsaufwand, da das GFK während der Segelsaison nur minimale Pflege erfordert. Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 36 Prozent – ein Wert, der nur etwa einem Viertel vergleichbarer Konstruktionen überlegen ist. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 247 fällt sie eher in die Kategorie der „moderaten Regattayachten“ als in den Bereich schwerer Fahrtenyachten. Ein Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,19 macht sie schlanker als etwas mehr als die Hälfte ähnlicher Boote, und eine benetzte Fläche von fast 26 Quadratmetern hält ihren Wasserverbrauch für diese Länge im Rahmen. (1)
Kiel und Tiefgang
Targa OY bot die 96 mit mehr als einer Kielkonfiguration an. Eine Alternative ist ein Flossenkiel aus Eisen mit einem Tiefgang von etwa 1,50 bis 1,60 Metern abhängig vom Zuladungszustand, sodass das Boot in den meisten Marinas Slippen kann, da der Tiefgang knapp unter 1,60 Meter liegt. Auch ein Blei-Flossenkiel war verfügbar, der flacher ist (ca. 1,40 bis 1,50 Meter) und selbst flache Häfen erreichen kann. Das Skeg-aufgehängte Ruder und der Flossenkiel sind für diese Epoche konventionell, aber das Tiefgangsspektrum gab den Käufern eine echte Wahl zwischen Küstenkursen auf raumen Kursen und maximaler Stabilität. (1)
Rigg und Handhabung
Zwei Rigg-Typen verließen die Werft: ein 7/8-Rigg und ein Masttopprigg. Die 7/8-Version trägt ein Großsegel und eine Fock mit insgesamt 36,5 Quadratmetern Segelfläche, und ihre kleineren Vorsegel erleichtern das Wenden – ein Punkt, den die ursprüngliche Rezension sowohl für Fahrtensegler als auch für Regattasegler als nützlich hervorhob. Das Masttopprigg ist mit 34,8 Quadratmetern etwas kleiner. In allen Versionen ist das Boot im Vergleich zu 73 Prozent ähnlicher Segelboote leicht übertakelt, und sein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) mit einer 135-prozentigen Genua erreicht 16,2 – genug, um bei leichtem Wind schneller zu sein als nur etwa 18 Prozent seiner Altersgenossen. Ein ehrliches Eingeständnis, dass es sich hierbei nicht um einen federleichten Leichtwindjäger handelt. (1)
Leistungsprofil
Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 1,85 würde sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten qualifizieren. Ihr Komfort-Ratio von 23,4 bis 25,8 macht sie komfortabler als 62 Prozent ähnlicher Konstruktionen, und die Absenkrate von etwa 157 kg pro Zentimeter spricht für einen Rumpf, der sich unter Last berechenbar verhält. Die relative Geschwindigkeitsleistung von 31 bedeutet, dass sie etwa ein Drittel ihrer Klasse überholt, was dem Etikett des moderaten Regattaboots entspricht.
Unterbringung
Unter Deck war die Targa 96 mit sechs oder sieben Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet. Die Wassertankkapazität beträgt 150 Liter, kombiniert mit einem Kraftstofftank aus Stahl mit demselben Volumen. Das Layout bietet Platz für eine kleine Familie oder eine Regatta-Crew über Nacht, und die GFK-Bauweise sorgt dafür, dass die Innenflächen über die gesamte Saison hinweg einfach zu pflegen sind.
Motoroptionen
In den Unterlagen finden sich zwei Dieselvarianten. Von 1975 bis 1978 konnte das Boot mit einem Volvo Penta MD2B mit 25 PS und Wellenantrieb ausgestattet werden, was auf etwa 6,0 Knoten Höchstgeschwindigkeit geschätzt wird. Von 1978 bis 1984 ist der MD11C mit 23 PS und Saildrive aufgeführt, mit einer angegebenen Geschwindigkeit von 7,6 Knoten. Beide sind bescheidene Hilfsmotoren für ein Boot von 9.000 Pfund, eher geeignet für Hafenentlässe und Flaute als für anspruchsvolle Langstreckenfahrten. (1)
Das Fazit
Die Targa 96 ist ein durchdacht vielfältiges skandinavisches Design, das sich für einen Käufer lohnt, der die technischen Daten genau liest. Ihre verschiedenen Kiel- und Riggoptionen gepaart mit einer Komfort-Ratio, die die meisten Konkurrenzmodelle übertrifft, machen sie zu einer glaubwürdigen kleinen Regatta-/Fahrtenyacht, während die bescheidenen Motorisierungsoptionen und die Leistungsgrenzen bei leichtem Wind die Kompromisse darstellen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit geringem saisonalem Wartungsaufwand
- Option für einen flachgehenden Bleikiel für ausgedehnte Küstenfahrten
- Das 7/8-Rigg erleichtert das Wenden für kleine Crews
- Komfort-Ratio von über 62 Prozent im Vergleich zu ähnlichen Konstruktionen
Nachteile
- Unter Genua geringere Geschwindigkeit bei Leichtwind im Vergleich zu den meisten Konkurrenzbooten
- Der kleine Hilfsmotor begrenzt die Segeleigenschaften unter Motor
- Weniger als 200 gebaut, sodass sich die Spezifikation von Boot zu Boot stark unterscheiden kann








