Design und Konstruktion
Gibert Marine baute die Gib'Sea 96 mit einem GFK-Rumpf und -Deck. Das Standardboot präsentiert eine harmonische Rumpfform, der ein guter Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Komfort zugeschrieben wird, und damalige Gutachten hoben das Modell für seine hervorragende Wohnlichkeit und robuste Bauweise hervor. Im Inneren ist der Innenausbau aus Mahagoni oder Sperrholz gefertigt, das als solide und gut durchdacht beschrieben wird, wobei Eigner das Ambiente im Innenraum bis heute als warm empfinden. Die Wassertanks und Dieselkanister waren oft aus Edelstahl, und die Schalldämmung war für ein Boot dieser Ära bemerkenswert. (1)
Rigg und Handhabung
Die Gib'Sea 96 ist mit einem einfachen Masttoppslup-Rigg ausgestattet, das die Manöver erleichtert. Das große Ruder, das an einer präzisen, feinfühligen Pinne – oder optional an einer Radsteuerung – angeschlagen ist, sorgt für eine gute Manövrierfähigkeit. Die Rumpfkonstruktion von Joubert-Nivelt bietet eine gute Kursstabilität und ein weiches Seeverhalten im Kabbelwasser. Das Boot ist unter Segeln steif und kann viel Segelfläche tragen, ohne dass bei frischem Wind schon früh gerefft werden muss. Es ist auch mit kleiner Crew leicht zu handhaben und kein reiner Regattakreuzer. Die Leistung am Wind ist nicht herausragend, aber auf raumen Kursen läuft sie besser, insbesondere mit einem gut gesetzten Spinnaker oder Genua. Eigner berichten von einer komfortablen Reisegeschwindigkeit von 5 bis 7 Knoten mit Höchstwerten von 8 oder 9 Knoten vor dem Wind. Die Fähigkeit des Rumpfes, auch ein Grundberühren ohne Drama zu überstehen, gehört zu seinem Reiz als Fahrtenyacht. (1)
Unterbringung
Die Standard-Gib'Sea 96 bietet eine Vorschiffskabine, einen hellen und funktionalen Salon mit integrierter Kartenmaschine, eine Pantry mit Herd, Spüle und Stauraum sowie eine umbaubare Bank und schließlich zwei Achterkabinen. Die Stehhöhe beträgt gute 1,85 m, der Stauraum ist reichlich und gut verteilt, und die Drei-Kabinen-Aufteilung maximiert das Volumen, das das Boot konkurrenzfähig machte. Die Master-Version, die 1985 auf den Markt kam, verfeinert dies: eine einzige größere Achterkabine, die besser isoliert ist und eine großzügige Doppelkoje bietet, die Nasszelle wurde rechts neben dem Niedergang positioniert, es gibt zusätzliche Bullaugen und feiner verarbeitete Furniere. Langjährige Eigner beschreiben die Master-Version als wesentlich angenehmer zu bewohnen als das Standardboot, mit einer geräumigen Achterkabine und einem sehr funktionalen Salon.
Bekannte Schwachstellen
Die Hauptprobleme im Alter betreffen eher die Innenausbauqualität als die Struktur. Mit der Zeit können sich einige Furniere lockern, und bei den ältesten Rümpfen zeigt das Holz seine Jahre. Eine häufige Beschwerde ist, dass das natürliches Licht in den Achterkabinen etwas begrenzt ist, was durch manchmal dunkle Oberflächen noch verstärkt wird. Dies sind typische Mängel des Innenraums aus der frühen Produktion der 1980er Jahre, keine Defekte am Rumpf oder Deck.
Refits und Eignerschaft
Eigner haben ihre Boote mit neuen Furnieren, aktualisierten Elektriksystemen und neuen Segeln modernisiert, was das oben erwähnte kosmetische Alterungserscheinungen ausgleicht. Die Robustheit der Konstruktion und die einfache Wartung des Bootes werden häufig gelobt, und der Master ist insbesondere als zuverlässig, komfortabel und seetüchtig in Erinnerung geblieben. Für Segler, die Komfort und Sicherheit über Geschwindigkeit stellen, bleibt die Gib'Sea 96 eine vernünftige, unterbewertete Wahl.
Das Fazit
Die Gib'Sea 96 ist eine gut gebaute Fahrtenyacht mit viel Volumen im Vorschiff, die spritzige Geschwindigkeit am Wind gegen Stabilität, einfache Handhabung und ein beruhigendes Seeverhalten eintauscht. Die Master-Version hebt den Innenraum auf ein wirklich angenehmes Niveau für das Wohnen an Bord. Ihre Grenzen liegen in moderatem Leistungspotenzial bei Leichtwind und einem veralteten, gelegentlich dunklen Innenraum der Achterkabine.
Vorteile
- Robuste GFK-Konstruktion mit für ihre Epoche bemerkenswerter Schalldämmung
- Steifer, stabiler Rumpf mit weichem Seeverhalten und guter Kursstabilität
- Geräumiger, warmer Innenraum mit reichlich Stauraum; das Eigner-Layout ist eine Klasse für sich
- Einfach einhand oder mit kleiner Crew zu bedienen; Hubkiel-Option für flache Marinas
Nachteile
- Die Leistung am Wind ist nicht herausragend
- Die Achterkabinen können dunkel sein mit begrenztem natürlichem Licht
- Furniere können sich lockern und Holzarbeiten der frühesten Rümpfe altern









