Design und Konstruktion
Tanton zeichnete die 45 im Jahr 1983. Die Rumpf- und Decksspezifikationen sehen einen Balsakern mit Endgrat-Maserung vor, kombiniert mit Nytex E-Glas und Isophthalsäure-Polyesterverdünner, die für ihre Osmosebeständigkeit ausgelegt sind. Im Deck ersetzt Bootsbausperrholz das Balsa dort, wo Beschläge montiert sind, während der Balsakern im Rumpf auf das Überwasserschiff beschränkt ist – zwischen drei Zoll unter dem Fußreling und sechs Zoll über der Wasserlinie. Die Steifigkeit des Unterwasserschiffs wird durch ein Airex-verstärktes Gitterwerk aus Längsträgern und Querträgern erzielt. Der Ballast besteht aus Gusseisen, das im Rumpf eingegossen ist, sodass Kielbolzen überflüssig sind. Der Kiel selbst ist ein längerer, flacher NACA-Profil mit einem gut geschützten, Skeg-aufgehängten Ruder im Achterschiff. Der Konstrukteur formte den Spiegel rund und kraftvoll mit viel Volumen über der Wasserlinie für guten Auftrieb bei achterlichem Seegang und verlieh dem Bug scharfe Linien an der Wasserlinie, die sich zu starken Decksverläufen verjüngen. Bei einer konstruktionsbedingten Verdrängung von fast 26.000 Pfund und einem Ballastanteil von 35 Prozent liest sich das Boot eher wie eine agile Fahrtenyacht als wie ein Schwergewicht. (1)
Rigg und Handhabung
Das Cat-Ketsch-Rigg ist das Herz dieses Bootes, was Stabilität, Leistung und einfache Handhabung angeht, solange Tanton den Anker hält. Der Großmast ragt etwa 55 Fuß über die Wasserlinie auf, wobei der Besan fast genauso hoch ist. Beide sind unverstagt und tragen voll durchgelattete, stark ausgestellte Segel auf Wishbone- oder traditionellen Bäumen; der Konstrukteur empfiehlt Wishbones, da sie kein Vieren erfordern. Ein freistehendes Carbon-Rigg hält das Gewicht der Struktur auf etwa ein Drittel eines vergleichbaren verstagten Aluminiumriggs. Ohne konventionelles stehendes Gut bleiben die Decks frei und leicht zu befahren. Eigner berichten, dass das Wishbone die Erschütterungen bei Halsen so vollständig dämpft, dass man auch bei 30 bis 40 Knoten Wind im Stehen wenden kann. Zudem lässt sich das Boot einfach nur durch das Drehen des Rades wenden oder halsen. Ein Eigner beschreibt sein Boot als perfekt ausbalanciert, das sich mit nur eingestelltem Radsperre meilenweit am Wind steuern lässt und trotz eines moderaten Tiefgangs von fünf Fuß am Wind konkurrenzfähig segelt, wobei es beim Surfen auf einer großen Welle eine Geschwindigkeit von 18,6 Knoten erreichte. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Plicht großzügig, sicher und nach achtern in das Deck eingebettet. Sie verfügt über einen umbaubaren Tisch für acht bis zehn Personen. Die Hauptluke ist an Backbord versetzt und öffnet sich zu einer Navigationsecke am Fuß der Niedergangstreppe, flankiert von einer Backbord-Viertelkoje, einem Feuchtigkeitsschrank und anschließend der Pantry. Die Eignerkabine (Doppelkoje) nimmt den Steuerbord-Knick des Rumpfes ein und verfügt über eine eigene Nasszelle mit Ste douche. Der Salon bietet eine großzügige U-förmige Sitzecke an Backbord, einen großen Klapptisch sowie eingebaute Sessel an Steuerbord hinter einer Wachkoje. Eine zweite Nasszelle mit Dusche befindet sich im Vorschiff an Backbord und dient sowohl der Hauptkabine als auch der Doppelkoje im Vorschiff. Der Motor liegt mittschiffs und ist auf allen Seiten durch umbaubare Pantry-Schränke zugänglich.
Bekannte Schwachstellen
Die kleine Flotte hat eher eine dramatische Anekdote als ein Muster von Fehlern hervorgebracht: Ein Eigner berichtete, dass sich eine Tanton 45 bei einem Hurrikan losriss, durch den Hafen von Ipswich raste und vier andere Boote versenkte, während sie selbst nur minimale Schäden erlitt. Teakdecks waren eine Werftoption und keine Standardausstattung; ein Eigner betrachtete sie jedoch als große Verbesserung.
Das Fazit
Die Tanton Offshore 45 ist eine seltene, durchdacht konstruierte Langfahrtyacht, deren unverstagtes Cat-Ketsch-Rigg für bemerkenswerte Autonomie und gute Segeleigenschaften bei leichtem Wind in einem kompakten, gut gebauten Rumpf sorgt. Für Segler, die das Einhand-Seeverhalten und die Hochseetauglichkeit einer kleinen, ehrlichen Flotte über die Beliebtheit im Großserienmarkt stellen, lohnt sich die Suche; der Preis dafür ist ein winziger Gebrauchtbootmarkt und ein Rigg, das das Auge eines Fachmanns erfordert.
Vorteile
- Das unverstagte Cat-Ketsch-Rigg mit Wishbone-Bäumen ermöglicht einhandes Wenden und selbstlenkendes Segeln am Wind
- Freie, verstagte Decks und geringes Rigggewicht verbessern sowohl die Handhabung als auch das Balanceverhalten
- ABS-zertifizierte Konstruktionszeichnungen und eingegossener Ballast zeugen von ernsthaften Hochseeeignungswünschen
- Geräumiger, gut aufgeteilter Innenraum mit zwei Nasszellen und Motorzugang mittschiffs
Nachteile
- Nur fünf Rümpfe gebaut, was die Marktposition und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen einschränkt
- Der geringe Tiefgang von fünf Fuß und die moderate Verdrängung opfern das ultimative Leistungspotenzial am Wind zugunsten der Flachwassertauglichkeit
- Die Teakdecks waren optional, sodass einige Boote ohne dieses vom Eigner geschätzte Upgrade auskommen





