Design und Konstruktion
Das Unterwasserschiff ist eine Ableitung des „Intrepid“ 12-Meter-Klassikers: ein moderat hochgezogener, flügelartiger Flossenkiel mit einem Skeg-aufgehängten Ruderblatt. Der Kiel war zum Zeitpunkt der Zeichnung modernste Technik und verleiht der 38 beim Kreuzen am Wind erheblichen Auftrieb, während das Ruder nur wenig Auftrieb liefert und das Skeg stetigen Widerstand erzeugt. Der Rumpf selbst ist aus massivem, handaufgelegtem GFK mit Längsträgern und einer im Mittschiff eingegossenen, verzinkten I-Bohle mit sechs Quadratzoll Querschnitt. Sie dient als Gegenplatte für die Kielbolzen und den Mastfuß sowie als Basis für die Ringwände, wobei ein riesiges Stahlauge an der Oberseite unter der Luke des Mittelkajüts geschweißt wurde, um das Boot einhand zu heben. Nautor baute die Decks als handaufgelegtes Laminat um einen Schaumkern herum, sodass der Kern nicht verrottet, wenn Wasser eindringt, aber geschwächt wird. Wasser dringt an den Füßen von Decksbeschlägen und durch die Schraubenlöcher der Teakstäbe ein. Bei vielen skandinavischen Booten wurde das Teakholz wegen Gewichts- und Kostenoptimierung auf minimale Dicke reduziert. Besonders bei Rümpfen aus Mitte der 1970er Jahre kann ein Austausch des Decks erhebliche Kosten verursachen. Die Ruderanlage und -konstruktion ist robust und logisch aufgebaut. Das 12-Volt-Bordsystem mit einer Kapazität von 190 Amperestunden wurde mit sauberen Lötverbindungen und einer logischen Schaltung zusammengesetzt, ist jedoch nach modernen Maßstäben veraltet. (1)
Rigg und Handhabung
Die Swan 38 ist mit einem schlanken Großsegel mit einer vollständig überlappenden IOR-Genua ausgestattet. Die meisten Rümpfe verließen die Werft mit dem hohen Rigg (IOR MkIII) mit einer Länge über alles von 51 Fuß und einer Breite von 42,25 Fuß, obwohl einige auch als Kurz- oder Extrem-Version gebaut wurden. Frühe Rümpfe bis 38/009 nutzten Rollreffanlagen, ab 38/010 wurde klassisches Reffen eingeführt. Ein inneres Vorstag und ein Babystag ermöglichen das Tragen einer Sturmfock im Innenliek. Am Wind läuft sie gut Höhe und fährt zuverlässig Wenden unter weniger als 90 Grad wahrem Windwinkel – mit sehr geringer Abdrift und dem Ausgleich eines reinrassigen Pferdes im schnellen Trab. Bei etwa 7,5 Knoten steigt die Heckwelle auf den Spiegel, und die Geschwindigkeit nähert sich der Rumpfgeschwindigkeit an. Die Rumpfform, das Ballastverhältnis und die Ruderform machen sie kursstabil und seltener zum Sonnenschuss neigend als leichtere Schwesterschiffe. Zudem sorgen die weichen, elliptischen Vorschiffskonstruktionen dafür, dass der Rumpf in schwerer See sauber anspringt, anstatt einzusetzen. (1)
Unterbringung
Die Plicht bietet vier Personen bequem Platz vor dem Steuerrad für gleichzeitiges Trimmen und das Mittagessen. Die Stehhöhe beträgt am Niedergang knapp über 1,80 m und nimmt im Nassbereich auf etwa 1,78 m ab. Der Hauptsalon verfügt über zwei Wachkojen und zwei Sofakojen als Seekojen um einen mittschiffs liegenden Tisch mit klappbaren Tischbeinen. Die Achterkabine befindet sich unter dem Cockpit-Brückendeck ohne Stehhöhe. Die Spüle der Pantry liegt nahe der Mittellinie, um bei beiden Windrichtungen entwässern zu können, und ein dreiflammiger Herd ist bedienbar, obwohl sein Topf zu klein für echte Mahlzeiten mit drei Töpfen ist. Gegenüber der Pantry blickt der Kartentisch nach vorn, darüber bietet sich Platz für die Elektronik. Die Vorschiffskabine war ursprünglich als Segelkasten konzipiert, wurde aber von den Eignern in eine Doppelkabine umgebaut.
Bekannte Schwachstellen
Das zentrale Problem für Eigner ist das Deck. Wassereintritt durch Beschläge und Teakschrauben schwächt das Sandwichmaterial mit Schaumkern, und Boote aus Mitte der 1970er Jahre erfordern unter Umständen ein komplettes Deckslaminat zu erheblichen Kosten. Der Zugang zum Ruderquadranten und den Steuerseilen liegt am hinteren Ende der Doppelkoje im Achterschiff – eine unhandliche Wartungsposition. Die Tankkapazitäten sind begrenzt: Quellen gehen in der Angabe auseinander – eine Fachzeitschrift schreibt 55 Gallonen Wasser und 30 Gallonen Diesel, während Herstellerangaben 87,2 Gallonen Wasser und 56,8 Gallonen Kraftstoff nennen –, was die Reichweite auf Langstrecke einschränkt.
Refits und Eignerschaft
Frühe Rümpfe mit Rollfock (Reff 38/009) unterscheiden sich von späteren Booten mit Bindereff – ein Punkt, der anhand der Rumpfnummer überprüft werden sollte. Der Bukh DV20ME mit 20 PS Diesel bei 3000 U/min ist der vorgeschriebene Hilfsmotor. Aufgrund der Anfälligkeit des Decksbalsa-Kerns sollte bei jedem Kauf die Vorgeschichte der Decksarbeiten dokumentiert werden. Die robuste Ruderkonstruktion und die logische Elektrik erleichtern den Unterhalt, aber der schlechte Steuerzugang durch das Achterkoje bleibt ein Nachteil dieses Layouts.
Das Fazit
Die Swan 38 ist ein fein abgestimmtes S&S-Design, das dem Segler am Wind mit Auftrieb, Balance und einer für ihre Klasse seltenen Kursstabilität belohnt wird – verpackt in einen soliden, handverlegten Rumpf mit einem zentralen I-Träger-Rumpfinner. Sie wird durch ein strömungsgünstiges Skeg-Ruder, einen anfälligen Teakdeck-Kern sowie enge Tankkapazitäten und einen schwer zugänglichen Achterkajütaufbau geschmälert, was die eher komfortorientierte Seite ihres Charakters etwas in die Jahre bringt.
Vorteile
- Erheblicher Kielhub und Wenden am Wind unter 90 Grad
- Solider, handverlegter Rumpf mit Längsträger-I-Balken-Rumpfstruktur
- Kursstabil, geringes Ausreißer-Risiko, schnelle Vorschubbewegungen
- Logische Rudertechnik und übersichtliches Schaltplan-Layout
Nachteile
- Das Teakdeck mit Schaumkern ist anfällig für Wassereinbruch; Decks aus den Mitte der 70er Jahre sind teuer zu ersetzen
- Das Skeg-Ruder erzeugt zusätzlichen Widerstand und wenig Auftrieb
- Steuerzugang am weitesten Ende der Achterkoje
- Eingeschränkte Tankkapazitäten für längere Törns








