Design und Konstruktion
Rumpf und Deck bestehen vollständig aus Kohlefaser, wobei für alle strukturellen Elemente vakuuminfundiertes Carbon verwendet wurde und sogar der Kiel in Carbon ausgeführt ist. Der Rumpf ist in drei Teilen laminiert, wobei die Seitendecks, das Achterschiff und der Spiegel praktisch Teil des Rumpfes sind – eine Methode, die die Steifigkeit auf einem so schmalen Boot enorm erhöht. Ausgeprägte Knickspante verlaufen über die gesamte Länge des Rumpfes und sind groß genug, um echte Formstabilität zu bieten, was die Krängung am Wind reduziert und gleichzeitig spürbare Leistung beim Raumschotssegeln und Fahren vor dem Wind hinzufügt. Vor der Entscheidung für die größere von zwei Optionen wurden mit sechs verschiedenen Rudergrößen numerische Strömungsuntersuchungen durchgeführt; diese bietet etwa 15 % mehr Fläche. Die Innenausbauten bestehen aus Epoxid-Sandwichbauweise, meist mit Leinenfasern, was den Geräuschpegel in der Kabine im Vergleich zu reinem Carbon dämpft. Oscar Södergren weist darauf hin, dass die Konstruktion deutlich höhere Sicherheitsreserven aufweist als bei einem reinen Regattaboot. (1)
Rigg und Handhabung
Der Mast steht ziemlich weit achtern, was die Größe des Großsegels relativ verkleinert, aber ein größeres Vorsegeldreieck für eine Selbstwendefock schafft, wobei der Segelplan hauptsächlich um diese Fock herum aufgebaut ist. Der Carbonmast ist durchgesteckt, trägt Genuaschoten aus Glasfaser und die Salingen sind um 24 Grad nach achtern geneigt; die maximale zulässige Vorstagspannung liegt bei fünf Tonnen, und unter einer Last von 2,6 Tonnen zeigten die Tester am Wind nur sehr wenig Vorstag-Sag. Die Hydraulik bedient den Baumniederholer, Achterstag und Deflektoren, ergänzt durch einen elektrischen Traveller und einen Fußstützenversteller für die Doppelruder – alles lässt sich bequem mit den Fingerspitzen vom Steuerstand aus bedienen. Testsegler fanden alle Trimme und Segelkontrollen auch mit nur einer oder zwei Personen an Deck leicht zu handhaben, und das Boot beschleunigt schnell sowie reagiert direkt. Am Wind bei 15 Knoten wahrem Wind und 40 Grad Windwinkel hielt sich die Bootsgeschwindigkeit bei 7 bis 7,5 Knoten mit einem VMG, das etwa 30 % höher lag als bei vielen ähnlichen Performance-Cruisern. Mit einem Code Zero bei 13 bis 16 Knoten und 110 Grad Windwinkel lagen die Geschwindigkeiten bei 9 bis 10 Knoten mit Sprüngen auf bis zu 11 Knoten, und das Ruder blieb federleicht. Bei 150 Grad scheinbarer Windrichtung mit vollem Großsegel und Code Zero wird die 43 zu einem Raketenboot. (2)
Unterbringung
Unter Deck reduzieren die geringe Breite und das niedrige Freibord das Innenraumvolumen auf unter dem Niveau, das die Länge vermuten ließe, bieten jedoch genügend Platz für das Fahrtensegeln mit der Familie. Die Aufteilung bietet drei Doppelkabinen – eine im Vorschiff und zwei achtern – in einem halboffenen Layout, bei dem völlig geschlossene Schotten minimiert werden und der Zugang zum Vorpiek bis zu seiner Schließung durch Doppeltüren offen bleibt. Der Salon ist um einen Tisch mit Sitzbänken herum angeordnet, die Pantry befindet sich achtern an Backbord und der Navigationstisch gegenüber davon. Drei große Deckelluken verbinden die Kajütaufbau- und Rumpfscheiben für viel Licht, und eine gut ausgestattete Nasszelle mit Dusche rundet das Bild ab. Die skandinavische Ausarbeitung ist einfach, elegant und makellos gebaut. (1)
Bekannte Schwachstellen
Das niedrige Freibord, das die Leistung verbessert, führt auch dazu, dass sich die Bugspitzen bei verbleibender Dünung leicht einbuddeln, was zu einer feuchteren Fahrt führt, als es reine Windwellen vermuten lassen würden. Die leichte Verdrängung von 6.100 kg macht die 43 im Vergleich zur Class 40 oder Fast 40+ proportional schwerer und seltener zum Gleiten neigend als diese Konstruktionen. (1)
Das Fazit
Die Shogun 43 ist eine echte schnelle Fahrtenyacht, die die Eigenschaften eines Regattabootes auf eine zweiköpfige Weltumsegelung überträgt, ohne sich als volumenorientierte Innenraumplattform auszugeben. Ihre Carbonstruktur, die Formstabilität durch den Knickspant und das ferngesteuerte Rigg machen ein schnelles Segeln mit kleiner Crew realistisch, während der schmale Rumpf Kabinenraum gegen Geschwindigkeit und Seeverhalten eintauscht, das erfahrene Hände belohnt.
Vorteile
- Vollcarbon-Vakuum-Infusionsstruktur mit außergewöhnlicher Steifigkeit für die Breite
- Knickspante sorgen für echte Formstabilität am Wind und Leistung auf raumen Kursen
- Ein- oder zweimannige Segelsteuerung über hydraulische und elektrische Systeme an der Radsteuerung
- Am-Wind-Leistung des VMG liegt weit über vergleichbaren Performance-Fahrtenyachten
Nachteile
- Das niedrige Freibord begräbt den Bug im Kabbelwasser und sorgt für eine nasse Fahrt
- Die geringe Breite und das niedrige Überwasserschiff begrenzen das Innenraumvolumen
- Schwerer als reine Regattayachten und erreicht späteren Gleitfähigkeit







