Design und Konstruktion
Shad Turner zeichnete die Santana 20 während der Blütezeit der IOR-Formel, vermied jedoch bewusst die übertriebenen „Trends“ jener Ära. Das Ergebnis ist ein sehr elegant geformter, glatter, aufgeräumter und kantloser Rumpf mit moderaten Maßen im Überblick und einem im Vergleich zu modernen Booten schmalen Heck. Eine größere Wasserlinienbreite verleiht der 20 eine gute Anfangsstabilität, und der 4 Fuß lange Bleiflossenkiel in Kombination mit einem zeitlosen, flachgezogenen Ruder mit geringer Streckung definiert das Unterwasserschiff. Schock baute das Boot aus handaufgelegtem GFK und einem Deck mit Balsaholzkern, das mit dem Rumpf über eine Schuhkarton-Verbindung verbunden wurde. Zudem entwickelte man eine eigene Kielfertigungsmethode, bei der geschmolzenes Blei direkt in eine vorgeformte GFK-Hülle gegossen wurde, in der bereits die Kielbolzen sitzen. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg misst 24,5 Fuß sowohl in der Höhe des Vorsegeldreiecks als auch im Vorliek des Großsegels, mit einem Fußpunkt von 7 Fuß und einer Baseline des Vorsegels von 8,16 Fuß. Eine Gesamtsegelfläche von 204 Quadratfuß sitzt auf einem Rumpf, dessen sanftes, moderates Wesen das Segeln sehr einfach macht und es körperlich weniger fordernd macht als neuere Boote. In einer Rezension aus ihrer Zeit wurde die Santana 20 beschrieben als eine Kombination aus gutmütigem Temperament und spritzigen Leistungen – die Mischung, die im Kern ihrer Beliebtheit liegt. Sie ist das perfekte Familienboot für Tagestörns, das weder Sicherheitsgurte noch Trockenanzüge erfordert, sondern nur eine Crew, die Lust hat, rauszufahren und Spaß zu haben. (1)
Unterbringung
Die Santana 20 ist im Grunde ein Daysailer und Regattaboot und weniger eine Fahrtenyacht. Das Zentrum bildet eine kleine, pfeilförmige Kajüte (Cuddy Cabin), die dem Boot sein sehr markantes Aussehen verleiht. Die Plicht ist das soziale und funktionale Herz des Entwurfs. Bei der im Jahr 1996 unter der Leitung von Tom Schock und mit dem Klassenpräsidenten Jeff Kerr durchgeführten Decksanpassung wurde die Plicht bis zum Spiegel geöffnet, wodurch sich der Arbeitsbereich zumindest optisch vergrößerte. Zudem wurde ein abgerundetes Cockpitbord wie bei einer 505 eingeführt – was den Beinen sehr entgegenkommt. Neunzig der neueren Boote schlossen sich der Flotte an, und viele ältere Rümpfe wurden mit dem neuen Deck ausgestattet, wobei alles daran gesetzt wurde, die älteren Boote in der Einheitsklasse konkurrenzfähig zu halten.
Refits und Eignerschaft
Die Klasse wuchs auf eine aktive Mitgliederzahl von 350 Booten heran, viele davon auf Binnenseen, und bleibt durch die Mischung aus neuen Serienbooten und refitten Originalen gesund. Trailersegler schätzen das Modell 20 sehr, und die Produktionsserie von 900 Booten durch Schock Corp. sorgt für eine stetige Versorgung mit von der Klasse unterstütztem Zubehör. Die Kontinuität der ursprünglichen Rumpfform durch das Decks-Redesign bewahrte die Einheitsklassen-Kompatibilität, sodass ein älteres Boot mit dem neueren Deck weiterhin vollwertiges Mitglied der Flotte bleibt.
Das Fazit
Die Santana 20 verdient ihren Ruf als das „original sportliche Boot“, indem sie eine Jollenartige Agilität mit der Sicherheit eines Kielboots in einem trailerbaren, familienfreundlichen Paket bietet. Ihr moderater Rumpf und die große Breite in der Wasserlinie machen sie gutmütig, während die Klassengemeinschaft ältere und neuere Boote gemeinsam auf dem Wasser bringt.
Vorteile
- Leistungsstarker Daysailer mit über 900 Rümpfen und aktiver Unterstützung der Einheitsklasse
- Große Breite sorgt für gute Anfangsstabilität; einfach und unkompliziert zu segeln
- Das Decks-Redesign hat die Einheitsklassen-Kompatibilität erhalten, sodass ältere Boote konkurrenzfähig bleiben
- Trailerfreundlich und bei Eignern als beliebtes Familien-Regattaboot geschätzt
Nachteile
- Der schmale Heckbereich und das Ruder mit geringer Streckung zeugen von einem älteren Design im Vergleich zu modernen Sportbooten
- Minimaler Wohnraum abseits der Kugelkabine; reiner Regattakreuzer, kein Fahrtenboot







