Design und Konstruktion
Die Sun Fast 20 wurde ausschließlich mit einem geringen Tiefgang von 25 cm und einem hohen Schwert gebaut. Diese Konfiguration macht sie ideal für das Segeln auf Binnengewässern und erleichtert den Transport durch ein Demontage-Kit für das Mastgerät. Ihr abgerundeter Spiegel erinnert an die letzten IOR-Regattayachten, und der Rumpf trägt einen markanten Hecküberhang, der diese Anhängsel ermöglicht. Die Konstruktion besteht aus massivem GFK mit einer eisernen Ballastplatte, die mit Bolzen außen am Rumpf befestigt ist – ein Detail, das den Ballast von 595 Pfund tief hält, ihn jedoch korrosionsanfällig macht und eine regelmäßige Überprüfung der Rumpf-Ballast-Verbindung erfordert. Die Werft baute das Boot ohne Innenwände und akzeptierte das geringe Volumen als gegeben, anstatt es zu unterteilen.
Rigg und Handhabung
Unter Segeln trägt das Boot einen asymmetrischen 25 m² Spinnaker, der ihm echte Flügel verleiht, die von der einen bis zur anderen Kante reichen. Als 7/8-Slup fehlt es ihr an Stabilität im Segel, und sie krängt bei leichtem Wind relativ stark, bleibt jedoch auch mit kleiner Crew leicht zu handhaben. Das externe Ruder wird über eine riesige Pinne gesteuert, und die Solent-Ruderanlage ist nicht einfach zu trimmen – ein kleiner Reibungspunkt bei einem ansonsten leicht zu handhabenden kleinen Boot. Der Rumpf ist empfindlich gegenüber Kabbelwasser, und das Steckschwert hätte für bessere Balance 40 oder 50 kg mehr Gewicht verdient, aber das Boot bietet Leistung bei allen Geschwindigkeiten und echte Einfachheit bei der Handhabung für einen Eigner mit kleiner Crew.
Unterbringung
Unter Deck ist die Sun Fast 20 auf vier Kojen beschränkt: eine Doppelkoje als Spike im Bug und zwei Seitensitze, die gleichzeitig als Salon dienen. Die maximale Stehhöhe beträgt 1,38 m – gerade genug zum Sitzen, aber nicht zum Stehen. Da es keine Schotten gibt, bleibt der Raum offen und unverstellt. Ein kleiner Pantry-Block ist installiert, und ein chemisches WC war ab Werft als Option erhältlich. Die Plicht erstreckt sich fast bis zur Mitte des Decksplans, was für diese Länge großzügig ist. Allerdings macht sich die weit vom Steuermann entfernte Motorisierung etwas bemerkbar, wenn man nach achtern schwimmen oder auf den Sand steigen möchte.
Bekannte Schwachstellen
Insgesamt altert die Sun Fast 20 gut, aber einige Punkte erfordern die Aufmerksamkeit eines Käufers. Der angebolzte Ballastkuchen ist anfällig für Rost, und die Verbindung zwischen Rumpf und Ballast muss häufig überarbeitet werden, sodass diese Naht genau untersucht werden sollte. Einige Beschläge und Riggpunkte wie die Fallrolle müssen bei älteren Booten ausgetauscht werden. Wenn die Segel originale Seriensegel sind, war deren Qualität ohnehin mäßig und sie müssen ersetzt werden. Die Beschläge im gesamten Boot sind eher einfach gehalten. (1)
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt ist dank des geringen Gewichts und des minimalen Trailerdrahts unkompliziert. Das wichtigste Refit ist ein neuer Segelsatz, falls die Originalsegel noch vorhanden sind, sowie die Erneuerung der Fallrolle und eventuell korrodierten Beschläge der Ballastbolzen. Die externe Pinne und die einfachen Systeme machen kaum Fehleranfälligkeiten, und das offene Deck erleichtert die Arbeiten im Innenraum enorm.
Das Fazit
Die Sun Fast 20 ist eine durchdacht konstruierte kleine Regatta-/Fahrtenyacht, die Volumen gegen Leichtigkeit und die Agilität einer Jolle eintauscht. Sie glänzt auf Seen und geschützten Gewässern, wo ihr Schwert und die Trailerbarkeit zählen, und sie altert ohne Drama, wenn man sich um die Ballastverbindung und die Originalsegel kümmert.
Vorteile
- Geringe Verdrängung und geringer Tiefgang machen das Trailern einfach und eignen sich für Binnengewässer
- Großzügige Plicht und ein offener, schotterschwerter Innenraum für diese Bootslänge
- Bei leichtem Wind mit kleiner Crew gut zu handhaben, trotz lebhafter Krängung
Nachteile
- Mäßige Originalsegel und untergewichtete Steckschwerter
- Korrosion im Ballastkuchen und Sanierung der Rumpfverbindung sind regelmäßige Wartungspunkte
- Anfällig für Kabbelwasser und fehlt es an Stabilität des Segels






