Design und Konstruktion
Der handaufgelegte Ansatz von Sailart kombiniert NPG-Gelcoat mit Divinycell-Schaumkernen sowohl im Rumpf als auch im Deck. Das Ergebnis ist eine Struktur, die die Werft als leichtes, aber robustes Anker beschreibt. Das geringe Trailergewicht von 820 kg – 1.200 kg inklusive Trailer – wurde durch konsequente, leichte Sandwichstrukturen und eine ideale Ballastverteilung am Kielbombenbereich erreicht. 180 kg Bleiballast (ca. 22 Prozent der Masse) sind tief in einem Flügelkiel untergebracht, der sich gegenüber dem Betriebs-Tiefgang von 1,40 m um 0,60 m auf einen alternativen Tiefgang trimmen lässt. Das Schaumvolumen macht das Boot unsinkbar und isoliert den Innenraum gleichzeitig hervorragend. Ein Verstärkungsrahmen wird im Deck an der Mastspur laminiert, und der Mastfuß selbst ist mit Holz verstärkt. Die exklusive Materialauswahl der Werft spiegelt sich in der hohen Wertbeständigkeit wider. Der offene Heckbereich und der zeitlose Stil runden diese kleine Fahrtenyacht ab, die für Gewässer der CE-Kategorie C konzipiert ist. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg trägt ein leistungsstarkes, ausgestelltes Großsegel von 12,2 m² über eine Selbstwendefock von 5,8 m², ohne dass ein Traveller oder Achterstag das Cockpit komplizieren. Eine Standard-Selbstwendefock, eine TBS-Beschichtung aller Fußflächen und die hohe Rumpfstabilität ermöglichen es, das Boot auch bei rauem Wetter einhand zu segeln, während ein Ballastairbag bei Bedarf hilft, den sechs Meter langen Rumpf aufrecht zu halten. In einem Testbericht in der Zeitschrift YACHT stellten Segler fest, dass das Boot bei 12 bis 14 Knoten Wind etwa fünf Knoten Geschwindigkeit bei einer Wendewinkel von weniger als 90 Grad gegen den Wind lief. Ein Bugspriet trägt einen optionalen Gennaker von 24 m² für Passagen auf raumen Kursen. Die Fallführung des drehbaren Kiels läuft im Maststützenkoker, und der Außenborder (mit einem 10-Liter-Kraftstofftank) vervollständigt das Antriebspaket. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Sailart 20 für ihre Länge hell und geräumig. Mit einer großen Kabine und vier Doppelkojen kann die ganze Familie an Bord übernachten. Die Vorschiffskoje ist mittschiffs zwei Meter lang und 1,83 Meter breit und verjüngt sich im Vorschiff auf nur 44 Zentimeter. Achtern bietet die Steuerbordseite eine Koje mit den Maßen 2,45 Meter mal 75 Zentimeter, während die Backbordkoje gleich breit, aber 50 Zentimeter kürzer ist, um den kleinen Küchenschrank zu passieren. Eine „Momo“-Einheit fasst Kochutensilien, einen kleinen Herd, eine Spüle mit Mini-Wassertank und eine Kühlbox zusammen, während eine chemische Toilette unter der Niedergangstreppe oder im Niedergangsbereich verstaut wird. Optionale Sets für einen Tisch oder Schränke erhöhen den Wohnkomfort, und der Tisch dient als Verbindung zwischen Cockpit und Kabine. Eine Premium-Version bietet Teakholz im Cockpit und Mahagoni unter Deck, und Käufer konnten ein oder zwei Fenster des Oberdecks sowie ein öffnendes Fenster wählen.
Bekannte Schwachstellen
Die Fallleine des Schwenkkiels nutzte früher eine Drahtführung, die das Tauwerk manchmal verwinden und verhärten ließ; die Werft hat hierfür eine Lösung entwickelt. An der Mastspur kann Feuchtigkeit eindringen, wenn die Schrauben locker sind oder die Dichtungen falsch eingebaut wurden, da die dortige, laminierte Decksverstärkung weich werden kann. Keine dieser Bedingungen schmälert den Wert des Bootes, aber beide verdienen bei einer Besichtigung genaue Aufmerksamkeit.
Refits und Unterhalt
Eigner können das Boot durch flexible Komponenten wie die Optionen für Tisch/Schrank sowie die Varianten mit zwei Fenstern oder Premium-Ausstattung anpassen. Die Handarbeit mit Schaumkern und der bewährte Wertstabilität sind ideal für Liebhaber, und da die Ausstattung bereits ab Werk fertig ist, benötigen die meisten Exemplare nur regelmäßige Updates der Ausrüstung. Der 10-Liter-Frischwassertank und der Chemikalienwassertank definieren die bescheidene Nutzungsgröße; das Trailern mit einem mittelgroßen Auto macht Lagerung und Slippen unkompliziert.
Das Fazit
Die Sailart 20 bietet echten Raum für das Fahrtensegeln mit der Familie und sicheres Einhandverhalten in einem trailerbaren sechs Meter langen Rumpf, unterstützt durch eine handwerklich tüchtige Werft und eine stabile Produktion. Ihre Sandwichbauweise mit Schaumkern und ihr geringes Gewicht sind echte Stärken, auch wenn die schmale Vorpiek und das offene Heck nicht jedem zusagen werden.
Vorteile
- Leichtes Sandwich-Bauweise mit geringem Trailergewicht und unsinkbarem Schaumstoffvolumen
- Vier Kojen inklusive einer breiten Vordeck-Koje; helle, geräumige Kabine
- Selbstwendefock und Ballast-Airbag ermöglichen sicheres Segeln einhand
- Hohe Wertstabilität durch exklusive Materialien und Handarbeit
Nachteile
- Die Vordeckskoje verengt sich im Bugbereich auf 44 cm
- Das offene Heck ist nicht jedermanns Sache
- Kielline und Feuchtigkeit an der Mastspur erfordern bei einem Gutachten Aufmerksamkeit





