Design und Konstruktion
Die prägende Konstruktionsmerkmale der Voyager 20 sind ihr Kiel. Stewart und Lange übernahmen das Profilkiel-Design der Montgomery 17 und fügten eine Schwertkupplung hinzu, um die Leistung am Wind zu verbessern. Dadurch ist der einlaminierte Bleikiel die größte Verbesserung gegenüber dem Potter 19. Über der Wasserlinie verfügt das Boot über robuste Lewmar Luken und Bullaugen, und der Rumpf ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Kielschwert. Das konservative Ballast-Verdrängungs-Verhältnis und der Knickspant hielten sie auch in den Tests aufrecht – ein struktureller und geometrischer Fakt, kein Marketingversprechen. Das hohe Freibord und die Sülls sorgten zudem dafür, dass die Plicht vor Anker trocken blieb. (1)
Rigg und Seeverhalten
In der Zeitschrift Practical Sailor fanden Tester die Voyager 20 bei einer Brise von 8 bis 11 Knoten in Sarasota Bay mit vier Erwachsenen und einem Hund an Bord überraschend stabil und gut ausgewogen – eine Last, die viele Boote dieser Größe bereits aus dem Gleichgewicht bringen würde. Am Wind lief das Boot mit aufgeholtem Schwert hervorragend Höhe am Wind, doch beim Testsegeln zeigte sich deutlich mehr Auftrieb mit abgesenktem Schwert. Zudem ging das Boot auf einer GPS-on-Track-Kurslinie mit berücksichtigter Abdrift absolut pünktlich durch 90 Grad Wende. Diese Werte beschreiben eine Schwertsloop, die sowohl gutmütig als auch recht effizient ist, obwohl der relativ flache Boden beim Kreuzen gegenan dazu neigte, im Kabbelwasser zu stampfen. (1)
Unterbringung
Im Inneren behält die Voyager 20 das fast identische Layout der Potter 19 bei und bietet eine kompakte Spüle, eine tragbare Toilette sowie eine V-Koje im Vorschiff. Zudem verfügt sie für ein Boot dieser Länge über reichlich Stauraum. Die Kabine ist eher funktional als geräumig und stammt eindeutig von einem bewährten Pocket-Cruiser-Entwurf ab. Das Direktvertriebsmodell bedeutete, dass Käufer dieses Layout ohne den Verkaufspreisaufschlag eines Händlers erhielten, bevor International Marine schloss.
Bekannte Schwachstellen
Das einzige bekannte Manko unter Segeln ist die Tendenz, beim Aufkreuzen gegen den Wind in Kabbelwasser zu stampfen – eine direkte Folge des relativ flachen Bodens und kein struktureller Defekt. In den Prüfungen wurde keine weitere betriebliche oder strukturelle Schwachstelle festgestellt, und die robusten Luken und Bullaugen deuten darauf hin, dass die Decksbeschläge für den regelmäßigen Gebrauch ausgelegt sind.
Das Fazit
Die Voyager 20 ist eine kleine, intelligente Fahrtenyacht, die ein bewährtes Layout eines Pocket-Bootes übernommen und mit einer wirklich besseren Kiel-und-Schwert-Kombination ausgestattet hat. Sie segelt stabil, trocken und gutmütig, bietet praktische Unterkünfte und eine ehrliche Bauweise. Ihr einziger echter Schwachpunkt beim Segeln ist das Stampfen im Kabbelwasser am Wind, was jedes flachbödige Schwertboot teilt.
Vorteile
- Einlaminiierter Bleikiel mit zusätzlichem Schwert für hervorragende Leistung am Wind
- Stabil und gut ausgewogen unter Last bei mäßigem Wind
- Trockene Plicht dank hohem Freibord und Süllranden
- Praktische Aufteilung mit reichlich Stauraum
Nachteile
- Stampft im Kabbelwasser durch die Wellen beim Aufkreuzen
- Kompakte Kabine mit nur dem absoluten Minimum







