Konstruktion und Bauweise
Dekker baute die Defender 32 als GFK-Einrumpfboot mit Flossenkiel und Skeg-aufgehängtem Ruder. Diese Konfiguration begünstigt die Kursstabilität und sorgt bei einer Wasserlinienlänge von 22,96 Fuß für einen gut kontrollierbaren Tiefgang von 5,25 Fuß. Die Breite von 9,84 Fuß führt zu einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 260,22, was für ein Boot dieser Größe moderat ist und die Bezeichnung als leichtes Segelboot untermauert. Der Bleiballast wird in der Datenbank geschätzt und nicht durch die Originalpapiere bestätigt, aber das Verhältnis von 45,32 Prozent und das Gewicht von 3.197 Pfund sind belegte Fakten. Die niederländische Bauweise und die französische Konstruktionslinie haben einen Rumpf hervorgebracht, den Kritiker jener Zeit als äußerst leistungsstark, sehr stabil und steif, aber mit geringer Aufrichtbarkeit bei Kenterung einstuften – eine Kombination, die sie eher als lebendige, gut ausbalancierte Fahrtenyacht für Küste und Offshore als als selbstaufrichtendes Schwergewicht kennzeichnet. (1)
Rigg und Handhabung
Das Masttoppslup-Rigg trägt auf Basis von 100 Prozent eine Segelfläche von 527,43 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 23,01 führt, das das lebendige Leistungspaket bestätigt. Mit einer Komfort-Ratio von 20,32 und einem Kenterungsverhältnis von 2,06 liegt der Entwurf am sportlichen Ende der Fahrtenyacht-Serie: steif und schnell unter Segeln, aber sie erholt sich nicht so leicht wieder aus einer vollständigen Kenterung. Ihre Rumpfgeschwindigkeit wird mit 6,42 Knoten berechnet, und Quellen beschreiben sie als am besten geeignet für den schnellen Fahrtensegler – eine Rolle, die durch die moderate Verdrängung und die Steuergeometrie des Flossenkiels unterstützt wird. Der Tiefgangsbereich von 5,25 bis 5,55 Fuß unter Last bedeutet, dass sie in die meisten Marinas manövriert werden kann, während sie genügend laterales Volumen für das Kreuzen am Wind behält. (1)
Unterbringung und Ausrüstung
Unter Deck bietet die Defender 32 eine Stehhöhe von 6,23 Fuß und eine Wasserkapazität von 53 Gallonen – ein sehr kurzer Wassertank für längere Törns. Der einzelne 20-PS-Bukh-Diesel und der 16-Gallonen-Kraftstofftank sind im Original sehr klein dimensioniert, was das Boot als Segel- und Motorboot mit starkem Vorschiff prägt. Hier ist der Motor eher ein Helfer beim Manövrieren und zum Laden der Batterien als ein Langstreckenantrieb. Dies sind keine Mängel, sondern konstruktive Prioritäten: Das Volumen wurde in Wohnraum und Ballast investiert, nicht in Tankkapazitäten. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die einzigen Punkte, auf die man achten muss, sind Leistungsgrenzen und Versorgungslimitierungen, nicht Mängel im Bau: Die geringe Kenterstabilität bedeutet, dass ein Sonnenschuss bis zur Kenterung ein ernstes Ereignis ist, und die ursprünglichen Kraftstoff- und Wasserkapazitäten sind so klein bemessen, dass sie die Dauer von Törns ohne regelmäßige Nachfüllung einschränken. Ein Käufer sollte dies als typische Konstruktionsmerkmale einer schnellen Fahrtenyacht aus dem Jahr 1972 verstehen und nicht als versteckte Mängel durch vernachlässigte Wartung.
Das Fazit
Die Defender 32 ist eine typisch französisch-niederländische Interpretation des schnellen Fahrtenyachts: eine steife, agile Masttoppslup mit einem moderaten Rumpfgewicht, einem Skeg-Ruder für viel Rückmeldung und einem Segelplan, der aktives Steuern belohnt. Sie eignet sich am besten für Segler, die Leistung und Balance über langen Autopiloten-Einsatz oder das Aufrichten bei schwerem Wetter stellen und bereit sind, die moderaten Tankkapazitäten gegenüber den ansonsten hervorragenden Kabinen zu akzeptieren.
Vorteile
- Steif, stabil und sehr leistungsstark unter Segeln
- Moderate Verdrängung mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 45,32 % für ihre Größe
- Skeg-aufgehängtes Ruder und Flossenkiel für berechenbares Handling
- 1,90 m Stehhöhe und 200 Liter Wasserkapazität unter Deck
Nachteile
- Geringe Aufrichtfähigkeit bei Kenterung
- Ursprünglich sehr kleine Kraftstoffkapazität von nur 16 Gallonen
- Kurze Reichweite der Wasserversorgung durch den ursprünglichen Tank







