Design und Konstruktion
Was die Rustler 31 als Langkiel-Klassiker auszeichnet, ist die Verbindung einer soliden, traditionellen Rumpfform mit einer wirklich schweren, gut ballastierten Struktur. Der tiefe, V-förmige, überhängende Bug ist nicht nur ein reines Designelement: Er schneidet durch die Wellen, anstatt wie ein Anker gegen das Wasser zu schlagen. In Kombination mit dem eingegossenen Langkiel und dem hohen Ballastanteil verhält sich das Boot bei schlechtem Wetter berechenbar und gelassen. Das Design gilt allgemein als eine größere Weiterentwicklung von Holmans früherem Twister, und später folgte die Rustler 36 derselben Linie; alle drei Modelle genießen einen hervorragenden Ruf für Seetüchtigkeit und Allwetter-Geschwindigkeit. Als sie gebaut wurde, war die 31 in Hochseeregatten konkurrenzfähig, und die solide Bauqualität, die diesen Ruf einbrachte, liest sich heute noch als robuste Langlebigkeit, die sofort Vertrauen weckt. (1)
Rigg und Handhabung
Ihr Rigg ist robust und einfach – ein dickwandiger Mast, gut gestützt durch massive Vor- und Achterwanten, eine Slup mit 547 Quadratfuß Segelfläche aus Großsegel und Genua. Die große Genua liefert den Großteil des Vortriebs und sollte zuerst gerefft werden, wenn das Leeseitende überflutet ist; ein Kutterrigg ist eine Option, wenn ein flexibleres Segelplan gewünscht wird. Sie segelt am Wind mühelos Höhe und läuft hervorragend kursstabil mit wenig oder gar keiner Ruderarbeit, reagiert jedoch langsamer auf das Ruder als eine leichte Yacht mit Flossenkiel und ist eher berechenbar als wendig. Vor dem Wind ist sie aufgrund ihrer etwas kurzen Wasserlinie und der großen Fläche darunter relativ langsam, aber ein Spinnaker bringt sie bei leichtem bis mittlerem Wind deutlich in Fahrt. Unter Motor ist der Langkieler beim Rückwärtsfahren unhandlich, und nur bei zu viel Druck im Wind erreicht Wasser die Plicht.
Unterbringung
Unter Deck ist die Kabine gemütlich, aber einfach und praktisch gehalten – wenn auch etwas eng und etwas düster. Ein Boot für Traditionalisten, die diese Mängel akzeptieren. Die beiden 1,88 m langen Sofakojen machen mit Leinenschlägern hervorragende Seekojen, und eine Version mit einer Achterkoje hinter dem Kartentisch ist diejenige, nach der man suchen sollte. Viele frühe Boote hatten für Regattaeinsätze Pilot- oder Schlauchkojen oberhalb und außerhalb der Sofakojen; viele davon wurden inzwischen zu Schränken umgebaut. Die Pantry und die Nasszellen sind beide einfach und klein. Nur wenige Boote verfügen über Warmwasser unter Druck, und es gibt keinen Platz für eine Dusche, außer in der Plicht. Die Plicht selbst ist lang, aber schmal. Eine Radsteuerung, falls vorhanden, beansprucht nutzbaren Raum – eine klappbare Pinne macht diesen wieder frei. Die meisten Salons haben einen Tisch, der an der vorderen Schottklappe aufhängt, mit gelegentlichen Variationen.
Bekannte Schwachstellen
Das Ankerketten-Layout ist die häufigste Quelle für Ärger. Bei vielen Rustler 31 führt die Kette durch ein Rohr in einen Stauraum unter den Vorschiffskojen. Sie neigt dazu, sich beim Aufholen des Ankers zu einer Pyramide aufzutürmen und das Rohr zu blockieren, sodass jemand unter Deck kommen muss, um sie freizuschütteln. Dies ist eine lästige Folge der vorderen Rohrkonstruktion und kein strukturelles Manko. Abgesehen davon verfügt das Boot über solide Festmacher und Leitbleche, jedoch keine im Mittschiff – was für das Einhandsegeln wichtiger ist als für die strukturelle Integrität. Da viele dieser Yachten bereits viele Meilen auf dem Tacho haben, zeigen einige unweigerlich ihre Jahre und wirken bei der Besichtigung etwas müde.
Refits und Eignerschaft
Die Eigentumsverhältnisse zeigen die typische Nutzung eines Langstreckenseglers für kleine Crews: Selbststeuerungen mit Faltwerksantrieb sind keine Seltenheit, und das Boot ist seit langem ein Favorit dieser Zielgruppe. Refits sind meist pragmatisch: Wachkojen werden für Stauraum entfernt, eine gelegentliche V-Koje im Vorschiff wird dauerhaft zu einer Doppelkoje umgebaut, Salontische werden je nach Geschmack des Eigners variiert. Ein Paar Beine ermöglicht es dem Boot, aufgrund der flachen Kielbasis aufrecht trockenzufallen – ein praktischer Trick für Traditionalisten, die an Land gehen müssen. Gute Exemplare erzielen hohe Preise, und viele haben bereits lange Ozeanpassagen ohne Probleme absolviert.
Das Fazit
Die Rustler 31 ist eine Langkiel-Fahrtenyacht für Traditionalisten, die sich bei jedem Wetter berechenbar und korrekt verhält, leicht für eine kleine Crew zu handhaben ist und dennoch gebaut wurde, um Ozeane zu überqueren. Sie ist vor dem Wind nicht schnell, nicht besonders geräumig und ihr Kettenkasten-Layout ist ein kleiner Kollisionspunkt, aber als seetüchtige, robuste kleine Yacht bleibt sie genau das, was Holman von ihr gezeichnet hat.
Vorteile
- Eingegossener Langkiel mit hohem Ballastanteil; stabil und seetüchtig
- Starkes, einfaches Rigg, das sich leicht von einer zweiköpfigen Crew bedienen lässt
- Berechenbares Ruderverhalten, läuft kursstabil, segelt am Wind mühelos Höhe
- Bewährte Langstrecken-Fahrtenyacht, geschätzt von Seglern mit kleiner Crew
Nachteile
- Relativ langsam vor dem Wind; unhandlich im Rückwärtsgang unter Motor
- Eng, düstere Unterkünfte; einfache Pantry und Nasszellen
- Die Püttinge der Ankerkette blockieren leicht und erfordern Aufmerksamkeit unter Deck
- Keine Klampen mittschiffs; einige stark genutzte Exemplare zeigen Ermüdungserscheinungen










