Design und Konstruktion
RS baut die Toura mit einem dreischichtigen Laminat – einer Innenschicht, einem Schaumkern und einer nach und nach aufgebrachten Außenschicht –, um eine langlebige Rumpfstruktur zu erzeugen, die nicht so anfällig für Kratzer ist wie eine dünne, dreischichtige Verbundstoff-Laminatschale. Die eigentliche strukturelle Festigkeit kommt jedoch von den skelettartigen Spangen, die das Cockpit durchschneiden und dem Boot seine Steifigkeit verleihen, und nicht allein vom Sandwich selbst. Ein tiefer Schwertkasten und schützende Strake an der Rumpfunterseite runden diesen für extremen Beanspruchung ausgelegten Konstruktionsansatz ab. Aluminium-Handgriffe sind in die Strake integriert, die sich entlang des Rumpfbodens ziehen, sodass das Boot am Land oder im Wasser ohne körperliche Anstrengungen bewegt werden kann. (1)
Kapazität und Aufteilung
Was die Toura von gewöhnlichen Jollen unterscheidet, ist das für den menschlichen Gebrauch optimierte Volumen. Einstecksitze reichen über die gesamte Länge des Bootes, und genau diese durchgehende Sitzbank-Konfiguration aus Backbord- und Steuerbordsitzbänken ermöglicht es, so viele Personen aufzunehmen. Die Werft gibt an, dass die Toura bequem sechs bis acht Erwachsene und das Doppelte an Kindern aufnehmen kann – eine Kapazität, die sie eher einem kleinen Auslegerboot näherbringt als einer Regattajolle, die sechs bis acht Erwachsene fasst. Das klappbare Ruder lässt sich mit einem Knopfdruck bedienen, um aufzusteigen und abzusteigen – was enorm wichtig ist, wenn ein Boot dieser Größe von einer Gruppe und nicht von einem Einhandsegler aufgetakelt und getakelt wird. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg der Toura ist für ein sicheres, wiederholbares Aufstellen im Lehr- oder Charterkontext gebaut. Ein temporäres Vorstag ermöglicht das Setzen des Mastes ohne Probleme, und eine verstellbare Rute am Mast sorgt für die präzise Feinabstimmung der Vorstagspannung, sobald das Boot aufgerichtet steht. Die Segelsteuerung erfolgt über eine 4:1 Großschot und einen Baumniederholer über dem Baum, während ein Einleinen-Reffsystem für das Großsegel das Depowern vereinfacht. Das Boot kann sowohl für symmetrische als auch für asymmetrische Spinnaker über eine durchgehende Spinnakerfall konfiguriert werden, was Programmen einen Weg von der Grundausbildung bis zum Spinnakersegeln auf einer einzigen Plattform bietet. Der in den Sitzbänken integrierte Auftrieb sorgt zusammen mit dem Square-Top-Großsegel dafür, dass die Toura bei einer Kenterung nicht schnell klappt – ein wichtiger Faktor, wenn die Plicht voller Anfänger ist. (1)
Das Fazit
Die RS Toura ist eine speziell konstruierte, rotationsgeformte Jolle, die Regattavorteile gegen unverwüstliches Volumen und ein gutmütiges Verhalten eintauscht. Ihre Konstruktion und Aufteilung sprechen direkt die Anforderungen von Segelschulen und Familiengruppen an, und ihre Rigg-Details zeigen einen Designer, der an die weniger glamourösen Momente denkt – Maststellen, Ruderlegen, Reffen bei einer Brise –, die darüber entscheiden, ob ein Boot genutzt oder gemieden wird.
Vorteile
- Dreischichtiges Laminat mit Gitterrahmen im Cockpit für eine robuste, steife Struktur
- Langsitzbänke im Innenraum für hervorragende Passagierkapazität
- Ein-Knopf-Aufhol-Ruder und temporäres Vorstag für sicheres, schnelles Aufstellen
- Konfigurierbar für symmetrische und asymmetrische Spinnaker aus einem einzigen Rigg
- Die Auftriebskraft der Bänke und das Square-Top-Großsegel verhindern ein schnelles Sonnenschuss
Nachteile
- Als Ausbildungs-/Plattformboot und nicht als Regattayacht für Leistungszwecke gebaut
- Die Rotationsspritzgusstechnologie und das große Volumen priorisieren die Langlebigkeit vor der Leichtigkeit


