Design und Konstruktion
Die Rümpfe der Dart 16 sind aus Tecrothene geformt, einem Thermoplast, das im Referenzbericht als äußerst stoß- und kratzfest beschrieben wird, aber etwas schwerer und schwieriger zu reparieren ist als GFK. Dieser Kompromiss prägt den Charakter des Bootes: Es ist ein Beach-Catamaran, den man problemlos auf Kies holen kann, ohne dass er Schaden nimmt, doch jede Rissbildung erfordert im Werftbetrieb mehr Aufwand als bei einer Polyester-Laminatverbindung. Die Unterwasserschiffe tragen Skegs, was typisch für einen Beach-Catamaran ist, und das Boot verzichtet komplett auf Steckschwerter. Für die Quersteifigkeit setzt es voll auf Rumpfform und Skeg. Mit einem Kenterungsverhältnis von 4,64 und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 55,86 ist der Entwurf eindeutig auf lebendige Performance und nicht auf passive Stabilität ausgelegt. (1)
Rigg und Handhabung
Was das erfahrene Auge sofort bemerkt, ist die sparsame Ausrüstung der Dart 16. Das Rigg besteht aus einem drehbaren, aerodynamisch geformten Aluminiummast, der durch ein Vorstag und zwei Wanten gesichert wird – ohne Salingen und ohne komplizierte Trimmmechanismen. Das Großsegel ist voll durchgelattet und besitzt ungewöhnlicherweise überhaupt keinen Baum; es wird über eine Großschot bedient, die durch ein kugelgelagertes Blöckensystem mit einer Ratsche und einer Verriegelungsklemme einen mechanischen Übersetzungsverhältnis von 6:1 bietet. Für die Crew ist ein Trapez vorhanden, und ein Gennaker bleibt als Option für Segler, die mehr Vortrieb auf raumen Kursen benötigen, verfügbar. Die Regatta-taugliche Ausstattung wird durch eine Portsmouth Yardstick von 863 untermauert, was das Boot in den Bereich von seriösen Clubregatten stellt. Hubruder, ähnlich wie bei der Hobie 16, vervollständigen das Paket, das für schnelles Aufriggen und einfaches Ablegen vom Strand ausgelegt ist. (1)
Unterbringung
Im yachtauglichen Sinne gibt es keine Unterkünfte. Der Dart 16 ist ein zweisitziger Beach-Katamaran mit einer angegebenen Crew von zwei Personen und ohne geschlossenen Raum; sein Konzept basiert auf Geschwindigkeit bei Tageslicht und Einfachheit, nicht auf Schutz beim Fahrtensegeln. Die insgesamt 148 Quadratfuß Segelfläche aus Großsegel und Fock, die sich mit dem Gennaker-Optionssatz auf rund 124 Quadratfuß vergrößert, ist das gesamte „Interieur“ – draußen im Freien, an der Trapezschlaufe und mit der Pinnenverlängerung.
Bekannte Schwachstellen
Das einzige Materialproblem ist die im Vergleich zu GFK größere Reparaturaufwand des Tecrothene-Rumpfes – eine praktische Überlegung für Eigner und kein Mangel an sich.
Refits und Unterhalt
Der Unterhalt konzentriert sich darauf, das minimale Rigg sauber zu halten: Der drehbare Mast, das Trapez und die kugelgelagerte Großschot sind die Verschleißpunkte. Da dem Boot keine Steckschwerter und kein Baum fehlen, gibt es kaum etwas zu optimieren, abgesehen von der Wahl des Gennakers und der Wartung der klappbaren Ruderbeschläge. Der thermoplastische Rumpf belohnt sorgfältiges Handling am Strand aufgrund seiner Kratzfestigkeit, bestraft aber Vernachlässigung mit teureren Reparaturen.
Das Fazit
Die Dart 16 Race ist ein Strand-Cat für Puristen: leicht, schnell und fast trotzig einfach. Sie tauscht die einfache Reparatur von GFK gegen einen Rumpf ein, der Stöße mühelos wegsteckt. Sie belohnt Segler, die einen stressfreien Weg vom Slip zum Regattaberg über das Komfortlevel oder komplexe Trimmeinstellungen stellen.
Vorteile
- Schlag- und kratzfestes Tecrothene-Rumpfmaterial, ideal für den Strandgebrauch
- Baumnloses Großsegel mit Volllatten und einer 6:1-lagigen, kugelgelagerten Großschot für präzise Kontrolle
- Keine Salingen oder komplexe Trimmvorrichtungen; schnell aufzutakeln und zu Wasser zu lassen
- Seriöses Einheitsklassen-Regattasport durch das Portsmouth Yardstick 863
Nachteile
- Tecrothene ist schwerer und schwieriger zu reparieren als GFK
- Keine Steckschwerter oder geschlossene Kabinen; ausschließlich für Tagestouren geeignet





